Faktor-Zertifikat | 2,00 | Long | Deutsche Lufthansa

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  • WKN: MC5X3W
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  • Faktor-Zertifikat

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Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Long auf Deutsche Lufthansa hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere unterschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Mit dem Faktor-Zertifikat Long auf Deutsche Lufthansa hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere unterschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Nachrichten und Analysen

Heute 06.08.2020 15:20:25 Quelle: dpa
ROUNDUP 3/Nach Milliardenverlust: Lufthansa droht Mitarbeitern mit Entlassungen
(neu: Flottenpläne, aktualisierter Aktienkurs, Details) FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem erneut milliardenschweren Quartalsverlust droht die Lufthansa ihren Beschäftigten erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen. Bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag enttäuscht über die weiterhin heftigen Corona-Einschränkungen im Luftverkehr sowie über die schleppenden Verhandlungen zu Sparbeiträgen der Mitarbeiter in Deutschland. Es sei daher nicht mehr realistisch, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sagte der Chef der mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gestützten Lufthansa. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte nach den Neuigkeiten zeitweise um rund acht Prozent zu, drehte dann aber in die Verlustzone. Am Nachmittag lag er zuletzt mit 2,14 Prozent im Minus bei 8,022 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Analyst Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein schrieb von einem "ersten Schritt auf einem langen Weg zurück". Die Fluggesellschaft habe im zweiten Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet. Das Aufzehren der Liquidität decke sich mit früher getätigten Aussagen des Managements. Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Pandemie hat dem jüngst vom Dax in den MDax abgestiegenen Konzern im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden Euro eingebrockt - im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 226 Millionen Euro. Einzig das Rekordergebnis der Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte, linderte das tiefrote Zahlenwerk. Zur Jahreshälfte beträgt der Konzernverlust damit schon 3,62 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2019: -116 Mio), was auch für das Gesamtjahr einen deutlichen Milliardenverlust erwarten lässt. Die Liquidität bezifferte Lufthansa einschließlich Staatshilfe auf 11,8 Milliarden Euro. Dem stand zuletzt ein monatlicher Mittelverlust von 550 Millionen Euro gegenüber. Mit einer positiven Entwicklung des Geldflusses rechnet Lufthansa erst gegen Ende des kommenden Jahres. Das Unternehmen versuche mit allen Mitteln gegenzusteuern, wie Spohr betonte: Die Kosten sollen bis 2023 um 15 Prozent sinken und die Flotte mindestens 100 Flugzeuge kleiner werden, dabei aber das Gleiche leisten wie vergangenes Jahr. Auch von seinen Dienstleistern wie den Flughäfen verlangt der Lufthansa-Konzern Sparbeiträge, wozu bislang nur der Frankfurter Betreiber Fraport nicht bereit sei. Spohr drohte damit, Flüge bevorzugt an günstigeren Flughäfen zu planen. Beim Personalabbau sei man aber fast nur im Ausland vorangekommen, sodass die Zahl der Konzernbeschäftigten seit einem Jahr um knapp 8300 auf 129 400 gesunken sei. In Deutschland, wo 11 000 der 22 000 einzusparenden Stellen verortet sind, sei bisher kaum etwas passiert. "Es gibt keine Airline auf dieser Welt, die ohne Entlassungen auskommt. Ich wäre gerne die einzige gewesen", sagte Spohr. Verantwortlich für die schleppenden Verhandlungen machte er die Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC), mit denen seit Monaten über alternative Sparmöglichkeiten wie Teilzeit und Ruhestandsregelungen gesprochen wird. Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier, mit dem 2600 Entlassungen verhindert werden sollen, noch nicht zugestimmt. "Es geht mir viel zu langsam", kritisierte Spohr. "Selbst mit der Bundesregierung waren wir schneller als mit den Gewerkschaften am Boden und im Cockpit." Die Gewerkschaften wiesen Spohrs Kritik zurück. Ein Krisenpaket müsse auch die mittelfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern und Schutz vor Ausgründungen bieten, forderte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Sie vertritt viele Mitglieder bei der Wartungstochter Lufthansa Technik, für die der Konzern verschiedene Optionen wie einen Teilbörsengang oder die Einbringung in ein Gemeinschaftsunternehmen prüft. Die Ufo mahnte von der Lufthansa erneut konkrete Umsetzungspläne für Arbeitszeitverkürzungen, Abfindungen sowie Kurzarbeitergeld an. "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig", sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Ein Sprecher der VC verwies auf die laufenden Verhandlungen. Erst nach Abschluss könne man sagen, ob es vereinzelte Personalüberhänge gebe. Spohr hatte gesagt, dass allein die Lufthansa-Kerngesellschaft 800 Piloten zu viel an Bord hat. "Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren", betonte der Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter. In den kommenden Wochen solle über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen besonders die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 sowie die Boeing 747 auf dem Prüfstand. Der Konzern hat seine Flugzeugbestellungen bis 2023 auf 80 Kontrakte halbiert. Im laufenden Jahr kommen 23 Jets hinzu und 2021 nur noch 12. Die Flieger werden zunehmend auf Kredit gekauft beziehungsweise als Sicherheiten verwendet. "Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Spohr. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher geschätzt. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es wegen fehlender Einreiseregelungen keine schnelle Erholung geben. Spohr forderte, dass Passagiere mit negativem Corona-Test ungehindert fliegen können. Mit den Erstattungen für in der Krise stornierte Tickets ist Lufthansa vorangekommen. Im Juli sei fast eine Milliarde Euro an Kunden ausgezahlt worden. Laut Konzern stehen noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus. Dies betreffe fast ausnahmslos jüngere Fälle, die aus der umfassenden Änderung des Sommerflugplans vor einigen Wochen resultieren./ceb/stw/DP/stw
Heute 06.08.2020 13:29:56 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: Lufthansa droht nach Milliardenverlust mit Entlassungen
(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, Reaktion der Gewerkschaften, aktualisierte Aktienreaktion, Analystenstimme) FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem weiteren Milliardenverlust hat die staatlich gestützte Lufthansa mit Entlassungen in Deutschland gedroht. Der Vorstand stimmte die Mitarbeiter am Donnerstag auf betriebsbedingte Kündigungen ein, weil neben der schleppenden geschäftlichen Entwicklung auch die Sparverhandlungen mit den Gewerkschaften nicht schnell genug vorangekommen seien. Das Ziel der Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen sei nicht mehr realistisch, sagte Vorstandschef Carsten Spohr. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte nach den Neuigkeiten am Morgen zeitweise um rund acht Prozent zu, drehte dann aber in die Verlustzone. Um die Mittagszeit lag das Papier mit 2,73 Prozent im Minus bei 7,974 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie damit mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Analyst Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein schrieb von einem "ersten Schritt auf einem langen Weg zurück". Die Fluggesellschaft habe die Erwartungen etwas besser abgeschnitten als erwartet. Das Aufzehren der Liquidität decke sich mit früher getätigten Aussagen des Managements. Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand im Quartal ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der inzwischen vom Staat gestützte Konzern in Frankfurt mitteilte. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte. Zur Jahreshälfte 2020 beträgt der Konzernverlust unter dem Strich 3,62 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte dort ein saisontypisches Minus von 116 Millionen Euro gestanden. Seine Liquidität bezifferte der Konzern einschließlich der deutschen Staatshilfe von rund 9 Milliarden Euro auf 11,8 Milliarden Euro. Der Konzern will seine Produktivität bis zum Jahr 2023 um 15 Prozent erhöhen, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22 000 Vollzeitstellen abbauen. Davon entfallen rund 11 000 auf Deutschland. Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8300 auf 129 400 gesenkt, allerdings fast ausschließlich im Ausland. Unter anderem in den USA habe man Leute entlassen, sagte Spohr. In Deutschland sei bislang kaum etwas passiert. Es fehlen Sparabkommen mit Verdi und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier, mit dem Entlassungen verhindert werden sollen, noch nicht zugestimmt. "Es geht mir viel zu langsam", kritisierte Spohr. "Selbst mit der Bundesregierung waren wir schneller als mit den Gewerkschaften am Boden und im Cockpit." Die Gewerkschaften wiesen Spohrs Kritik zurück. Ein Krisenpaket müsse auch die mittelfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern und Schutz vor Ausgründungen bieten, verlangte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Sie vertritt viele Mitglieder bei der Wartungstochter Lufthansa Technik, für die der Konzern verschiedene Optionen wie Teilbörsengang oder Joint Venture prüft. Die Ufo mahnte vom Unternehmen erneut konkrete Umsetzungspläne für Arbeitszeitverkürzungen und Abfindungen an. "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig", sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Ein Sprecher der VC verwies auf die laufenden Verhandlungen. Erst nach Abschluss könne man sagen, ob es vereinzelte Personalüberhänge gebe. Spohr hatte gesagt, dass allein die Lufthansa-Kerngesellschaft 800 Piloten zu viel an Bord habe. "Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Spohr zur aktuellen Lage. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher geschätzt. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es wegen fehlender Einreiseregelungen keine schnelle Erholung geben. Spohr forderte, dass Passagiere mit negativem Corona-Test ungehindert reisen könnten. "Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren", betonte der Vorstand in dem Brief an die Mitarbeiter. In den kommenden Wochen soll über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Dort könnten Personalüberhänge über Jahre hinweg entstehen. Lufthansa ist zudem nicht bereit, die Fluglizenzen der Mitarbeiter für ausgemusterte Flugzeugtypen beispielsweise über Simulator-Trainings aufrecht zu erhalten. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen besonders die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 sowie die Boeing 747 auf dem Prüfstand. Die Zahl der Flugbetriebe im Konzern soll von 12 auf 10 sinken. Mit den Erstattungen für stornierte Tickets ist Lufthansa vorangekommen. Im Juli sei fast eine Milliarde Euro an Kunden ausgezahlt worden. Laut Konzern stehen noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus. Dies betreffe fast ausnahmslos jüngere Fälle, die aus der umfassenden Änderung des Sommerflugplans vor einigen Wochen resultieren. Obwohl die Lufthansa ihren Flugverkehr inzwischen wieder schrittweise hochfährt, rechnet Spohr für die zweite Jahreshälfte mit tiefroten Zahlen im laufenden Geschäft. Nachdem sich der operative Verlust in den ersten sechs Monaten bereits auf 2,9 Milliarden Euro summierte, ist ein Milliardenverlust auch für das Gesamtjahr ausgemachte Sache./stw/ceb/DP/stw/fba
Heute 06.08.2020 09:53:18 Quelle: dpa
ROUNDUP/Nach Milliardenverlust: Lufthansa verschärft Gangart bei Stellenabbau
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa rechnet in der Corona-Krise mit einer noch langsameren Erholung des Flugverkehrs und verschärft beim Stellenabbau ihre Gangart. "Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Vorlage der tiefroten Quartalsbilanz am Donnerstag in Frankfurt - wenige Wochen nach der Rettung des Konzerns durch den deutschen Staat. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher gedacht. Beim geplanten Abbau von weltweit 22 000 Vollzeitjobs hält der Vorstand Entlassungen auch in Deutschland für kaum noch vermeidbar. An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Nachdem der Verlust im zweiten Quartal nicht ganz so hoch ausfiel wie von Analysten erwartet, legte die Lufthansa-Aktie am Morgen um zeitweise rund acht Prozent zu. Zuletzt lag sie noch mit gut drei Prozent im Plus bei 8,45 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier aber immer noch fast die Hälfte an Wert eingebüßt. Das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sei angesichts der Entwicklungen im weltweiten Luftverkehr und der Verhandlungen mit den deutschen Gewerkschaften nicht mehr realistisch, schrieb Spohr in einem Brief an die Mitarbeiter. Das Management verhandelt mit der Arbeitnehmerseite seit Monaten über ein Entgegenkommen etwa bei Gehältern und Teilzeitregelungen, um die Einschnitte zu begrenzen. Bisher liegen jedoch keine belastbaren Vereinbarungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor. Dabei hat die Coronavirus-Pandemie die Lufthansa wie Fluggesellschaften in aller Welt in eine Krise ungekannten Ausmaßes gestürzt. Vor wenigen Wochen stieg der deutsche Staat deshalb als Anteilseigner bei der Lufthansa ein - und verschaffte dem Konzern Eigenkapital und Kredite im Umfang von insgesamt neun Milliarden Euro. Einschließlich der Staatshilfen kam die Lufthansa Ende Juni auf eine Liquidität von 11,8 Milliarden Euro. Allerdings zahlte der Konzern im Juli bereits wieder fast eine Milliarde Euro an Kunden aus, deren Flüge wegen der Pandemie ausgefallen waren. Wie schwer die Krise die Lufthansa getroffen hat, wurde an den Zahlen des zweiten Quartals besonders deutlich. Weil der Passagierverkehr im April und Mai fast vollständig ausfiel, verbuchte die Lufthansa einen operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von fast 1,7 Milliarden Euro. Das war fast eine halbe Milliarde mehr als schon im ersten Quartal. Analysten hatten im Schnitt sogar mit einem Minus von fast zwei Milliarden Euro gerechnet. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen seiner Tochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte und einen operativen Rekordgewinn von 299 Millionen Euro einflog. Der Konzernumsatz brach im Jahresvergleich um 80 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein. Den Großteil der verbliebenen Erlöse erwirtschafteten Lufthansa Cargo und die Wartungssparte Lufthansa Technik. Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor. Dabei wirkte sich der wieder etwas gestiegene Ölpreis positiv aus. Die Lufthansa konnte daher den Wert ihrer Verträge zur Absicherung der Treibstoffpreise um gut 200 Millionen Euro nach oben korrigieren. Nach dem ersten Halbjahr steht damit aber immer noch ein Wertverlust von 782 Millionen Euro zu Buche. Obwohl die Lufthansa ihren Flugverkehr inzwischen wieder schrittweise hochfährt, rechnet Spohr für die zweite Jahreshälfte mit tiefroten Zahlen im laufenden Geschäft. Nachdem sich der operative Verlust in den ersten sechs Monaten bereits auf 2,9 Milliarden Euro summierte, ist ein Milliardenverlust auch für das Gesamtjahr ausgemachte Sache. Analysten gingen im Schnitt zuletzt von einem operativen Minus von 4,7 Milliarden Euro aus. Mit schwarzen Zahlen rechnen sie frühestens wieder im kommenden Jahr. Ihre Prognosen liegen dabei jedoch noch weit auseinander. Um den Konzern nach seiner Rettung durch den deutschen Staat wieder auf die Beine zu bekommen, dreht das Management stark an der Kostenschraube. Bis zum Jahr 2023 soll die Produktivität um 15 Prozent steigen. Die Flotte von zuletzt rund 760 Maschinen soll um mindestens 100 Jets schrumpfen. Dennoch steht Abbau zigtausender Arbeitsplätze bevor. Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8300 auf 129 400 gesenkt. Laut Spohr fand dieser Abbau aber fast ausschließlich im Ausland statt. In den kommenden Wochen soll über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Dort könnten Personalüberhänge über Jahre hinweg entstehen. Lufthansa ist zudem nicht bereit, die Fluglizenzen der Mitarbeiter für ausgemusterte Flugzeugtypen aufrecht zu erhalten. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen vor allem die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 und Boeing 747 auf dem Prüfstand. Dennoch will die Lufthansa im Jahr 2024 wieder eine Flugkapazität wie in der Zeit vor der Krise anbieten./stw/ceb/zb