Basiswert

310,69 USD

-0,29 % 06.08.2020 15:23:51

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Produktauswahl

Top Ergebnis von 511 Produkten

Nachrichten und Analysen

Heute 06.08.2020 15:20:25 Quelle: dpa
ROUNDUP 3/Nach Milliardenverlust: Lufthansa droht Mitarbeitern mit Entlassungen
(neu: Flottenpläne, aktualisierter Aktienkurs, Details) FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem erneut milliardenschweren Quartalsverlust droht die Lufthansa ihren Beschäftigten erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen. Bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag enttäuscht über die weiterhin heftigen Corona-Einschränkungen im Luftverkehr sowie über die schleppenden Verhandlungen zu Sparbeiträgen der Mitarbeiter in Deutschland. Es sei daher nicht mehr realistisch, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sagte der Chef der mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gestützten Lufthansa. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte nach den Neuigkeiten zeitweise um rund acht Prozent zu, drehte dann aber in die Verlustzone. Am Nachmittag lag er zuletzt mit 2,14 Prozent im Minus bei 8,022 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Analyst Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein schrieb von einem "ersten Schritt auf einem langen Weg zurück". Die Fluggesellschaft habe im zweiten Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet. Das Aufzehren der Liquidität decke sich mit früher getätigten Aussagen des Managements. Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Pandemie hat dem jüngst vom Dax in den MDax abgestiegenen Konzern im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden Euro eingebrockt - im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 226 Millionen Euro. Einzig das Rekordergebnis der Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte, linderte das tiefrote Zahlenwerk. Zur Jahreshälfte beträgt der Konzernverlust damit schon 3,62 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2019: -116 Mio), was auch für das Gesamtjahr einen deutlichen Milliardenverlust erwarten lässt. Die Liquidität bezifferte Lufthansa einschließlich Staatshilfe auf 11,8 Milliarden Euro. Dem stand zuletzt ein monatlicher Mittelverlust von 550 Millionen Euro gegenüber. Mit einer positiven Entwicklung des Geldflusses rechnet Lufthansa erst gegen Ende des kommenden Jahres. Das Unternehmen versuche mit allen Mitteln gegenzusteuern, wie Spohr betonte: Die Kosten sollen bis 2023 um 15 Prozent sinken und die Flotte mindestens 100 Flugzeuge kleiner werden, dabei aber das Gleiche leisten wie vergangenes Jahr. Auch von seinen Dienstleistern wie den Flughäfen verlangt der Lufthansa-Konzern Sparbeiträge, wozu bislang nur der Frankfurter Betreiber Fraport nicht bereit sei. Spohr drohte damit, Flüge bevorzugt an günstigeren Flughäfen zu planen. Beim Personalabbau sei man aber fast nur im Ausland vorangekommen, sodass die Zahl der Konzernbeschäftigten seit einem Jahr um knapp 8300 auf 129 400 gesunken sei. In Deutschland, wo 11 000 der 22 000 einzusparenden Stellen verortet sind, sei bisher kaum etwas passiert. "Es gibt keine Airline auf dieser Welt, die ohne Entlassungen auskommt. Ich wäre gerne die einzige gewesen", sagte Spohr. Verantwortlich für die schleppenden Verhandlungen machte er die Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC), mit denen seit Monaten über alternative Sparmöglichkeiten wie Teilzeit und Ruhestandsregelungen gesprochen wird. Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier, mit dem 2600 Entlassungen verhindert werden sollen, noch nicht zugestimmt. "Es geht mir viel zu langsam", kritisierte Spohr. "Selbst mit der Bundesregierung waren wir schneller als mit den Gewerkschaften am Boden und im Cockpit." Die Gewerkschaften wiesen Spohrs Kritik zurück. Ein Krisenpaket müsse auch die mittelfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern und Schutz vor Ausgründungen bieten, forderte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Sie vertritt viele Mitglieder bei der Wartungstochter Lufthansa Technik, für die der Konzern verschiedene Optionen wie einen Teilbörsengang oder die Einbringung in ein Gemeinschaftsunternehmen prüft. Die Ufo mahnte von der Lufthansa erneut konkrete Umsetzungspläne für Arbeitszeitverkürzungen, Abfindungen sowie Kurzarbeitergeld an. "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig", sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Ein Sprecher der VC verwies auf die laufenden Verhandlungen. Erst nach Abschluss könne man sagen, ob es vereinzelte Personalüberhänge gebe. Spohr hatte gesagt, dass allein die Lufthansa-Kerngesellschaft 800 Piloten zu viel an Bord hat. "Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren", betonte der Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter. In den kommenden Wochen solle über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen besonders die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 sowie die Boeing 747 auf dem Prüfstand. Der Konzern hat seine Flugzeugbestellungen bis 2023 auf 80 Kontrakte halbiert. Im laufenden Jahr kommen 23 Jets hinzu und 2021 nur noch 12. Die Flieger werden zunehmend auf Kredit gekauft beziehungsweise als Sicherheiten verwendet. "Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Spohr. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher geschätzt. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es wegen fehlender Einreiseregelungen keine schnelle Erholung geben. Spohr forderte, dass Passagiere mit negativem Corona-Test ungehindert fliegen können. Mit den Erstattungen für in der Krise stornierte Tickets ist Lufthansa vorangekommen. Im Juli sei fast eine Milliarde Euro an Kunden ausgezahlt worden. Laut Konzern stehen noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus. Dies betreffe fast ausnahmslos jüngere Fälle, die aus der umfassenden Änderung des Sommerflugplans vor einigen Wochen resultieren./ceb/stw/DP/stw
Heute 06.08.2020 15:01:15 Quelle: dpa
Original-Research: CENIT AG (von GBC AG): Kaufen
^ Original-Research: CENIT AG - von GBC AG Einstufung von GBC AG zu CENIT AG Unternehmen: CENIT AG ISIN: DE0005407100 Anlass der Studie: Research Comment Empfehlung: Kaufen Kursziel: 16,50 Euro Kursziel auf Sicht von: 31.12.2021 Letzte Ratingänderung: Analyst: Cosmin Filker, Marcel Goldmann Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2020 moderat ausgefallen, positives Ergebnisniveau trotz rückläufiger Geschäftsentwicklung, flachere Erholungskurve unterstellt und Kursziel auf 16,50 EUR (bisher: 18,10 EUR) angepasst, Rating KAUFEN In den ersten sechs Monaten hat die CENIT AG einen Umsatzrückgang in Höhe von -11,6 % auf 74,69 Mio. EUR (VJ: 84,50 Mio. EUR) hinnehmen müssen. Erwartungsgemäß ist der Umsatzrückgang bei den Beratungs- und Serviceumsätzen mit -15,9 % auf 20,38 Mio. EUR (VJ: 24,23 Mio. EUR) stärker ausgefallen als bei den Umsätzen mit Fremdsoftware (-11,2 %) sowie mit Eigensoftware (-3,7 %). Im Beratungsbereich wurden dabei viele Projekte gestoppt. Zudem hat Airbus, einer der größten Kunden im Servicebereich, das Geschäft deutlich zurückgefahren. Die Softwareumsätze profitierten hingegen von einem hohen Anteil wiederkehrender Umsätze, die gemäß Unternehmensangaben rund 50 % ausmachen. Parallel zum Umsatzrückgang in Höhe von 9,81 Mio. EUR konnten aber auch die operativen Kosten um 8,47 Mio. EUR reduziert werden. Einerseits hatte das geringere Geschäftsvolumen zu einer Reduktion der teilweise variablen Materialaufwands geführt. Darüber hinaus kam es vor allem durch den Einsatz von Kurzarbeit zu einer ebenfalls deutlichen Minderung beim Personalaufwand. Auch wenn damit insgesamt der Umsatzrückgang größtenteils aufgefangen wurde, weist die CENIT AG naturgemäß eine Minderung des EBIT auf 0,78 Mio. EUR (VJ: 2,06 Mio. EUR). Hervorzuheben ist dabei, dass es der Gesellschaft gelungen ist, trotz des sichtbaren Umsatzrückgangs, den EBIT-Break Even zu halten. Auch beim Nachsteuerergebnis wurde mit 0,31 Mio. EUR (VJ: 1,36 Mio. EUR) noch ein positiver Wert erreicht. Das CENIT-Management sieht sich auch im Rahmen der Halbjahresberichterstattung noch nicht in der Lage, verlässliche Umsatz- und Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr abzugeben. Unserer Ansicht nach ist aber insgesamt mit einem sichtbaren Umsatz- und Ergebnisrückgang zu rechnen. Wie in den ersten sechs Monaten bereits beobachtet werden konnte, wird die Geschäftsentwicklung weiterhin von Projektverschiebungen und einem zögerlichen Investitionsverhalten geprägt sein. Dabei spielt hier der Umstand, wonach ein Großteil der CENIT-Kunden aus den Bereichen Luftfahrt, Automobil- sowie der Produktionsindustrie stammt, eine besondere Rolle. Laut VDMA rechnen mehr als die Hälfte der deutschen Maschinenbauer für 2020 mit Umsatzeinbußen von 10 - 30 % und lediglich 60 % der befragten Unternehmen erwarten für 2021 Umsatzsteigerungen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für 2020 mit einem Rückgang der PKW- Neuzulassungen in Deutschland in Höhe von 23 %. Schließlich hat Airbus, einer der wichtigsten CENIT-Kunden angekündigt, in den kommenden zwei Jahren die Produktion um rund 40 % zu kürzen. In der Breite sehen die konjunkturellen und kundenspezifischen Vorgaben für die CENIT AG besonders für 2020 negativ aus. Wir haben unsere bisherigen konkreten Prognosen (siehe Studie vom 13.05.2020) für die Geschäftsjahre 2020, 2021 und 2022 an die aktualisierte Lage angepasst. Auf Basis der erreichten Halbjahres-Umsätze, erscheinen unsere bisherigen Prognosen, in denen wir einen Umsatzrückgang von 20 % unterstellt hatten, zu konservativ. Wir gehen von einem ähnlichen Umsatzniveau im zweiten Halbjahr aus und heben dementsprechend die 2020er Umsatzprognosen auf 145,95 Mio. EUR (bisher: 137,37 Mio. EUR) an. Da der Rückgang der operativen Kosten etwas niedriger als von uns angenommen ausgefallen ist, reduzieren wir unsere EBIT-Prognose auf 1,58 Mio. EUR (bisher: 2,20 Mio. EUR). In den Folgejahren könnte die CENIT AG zwar von einem wieder anziehenden Geschäft profitieren, wir gehen jedoch von einer deutlich flacheren Erholungskurve als bislang aus. Demzufolge haben wir unsere Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2021 und 2022 jeweils nach unten angepasst. Im Rahmen unseres angepassten DCF-Bewertungsmodells haben wir ein neues Kursziel in Höhe von 16,50 EUR (bisher: 18,10 EUR) ermittelt. Einerseits ergibt sich ein leicht kurzielerhöhender Effekt aus der Verlängerung der Kurzielbasis auf 31.12.2021 (Roll-Over-Effekt). Diesem steht aber unsere Prognosesenkung gegenüber, was insgesamt zur Kurzielreduktion geführt hat. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses in Höhe von 9,90 EUR vergeben wir weiterhin das Rating KAUFEN. Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: http://www.more-ir.de/d/21303.pdf Kontakt für Rückfragen Jörg Grunwald Vorstand GBC AG Halderstraße 27 86150 Augsburg 0821 / 241133 0 research@gbc-ag.de ++++++++++++++++ Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter: http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm +++++++++++++++ Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 06.08.20 (13:44 Uhr) Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 06.08.20 (15:00 Uhr) -------------------übermittelt durch die EQS Group AG.------------------- Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. °
Heute 06.08.2020 15:00:27 Quelle: dpa
US-Pharmakonzern Bristol-Myers profitiert weiter von Celgene-Übernahme
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Übernahme des Biopharmaspezialisten Celgene beschert dem US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) weiterhin hohes Wachstum. Der Konzern litt im zweiten Quartal zwar unter den Folgen der Corona-Pandemie, das Management um Konzernchef Giovanni Caforio schraubte am Donnerstag zur Bilanzvorlage aber die erst im Mai gestutzten Umsatzerwartungen zum Teil wieder hoch. Das zweite Quartal habe gezeigt, dass der Konzern auch in der Corona-Pandemie starke Resultate erzielen könnte, betonte der Manager. Vorbörslich ging es für die Aktie um mehr als drei Prozent nach oben. Im Berichtszeitraum von April bis Juni hatte BMS dank Celgene seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar steigern können - umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro. Das Biopharmaunternehmen gehört allerdings erst seit November 2019 zum Konzern. Auf vergleichbarer Basis blieben die Umsätze lediglich stabil, wobei Zuwächsen beim Gerinnungshemmer Eliquis etwa Rückgänge mit dem Krebsmedikament Opdivo gegenüber standen. Weil wegen der Corona-Pandemie weniger Arztbesuche stattgefunden hätten und weniger Therapien neu begonnen worden seien, seien schätzungsweise 600 Millionen Dollar potenzielle Erlöse entgangen, hieß es weiter. Belastend kam auch hinzu, dass viele Kunden bereits im ersten Quartal ihre Lager in Erwartung der Pandemie deutlich aufgestockt hatten. Unter dem Strich sorgte der Celgene-Kauf für einen auf Verlust von 85 Millionen Dollar, nach einem Überschuss von 1,4 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Den größten Batzen hatte BMS im ersten Jahresviertel verbucht, in dem ein Fehlbetrag von mehr als einer Dreiviertelmilliarde anfiel. BSM hatte das Unternehmen für rund 74 Milliarden Dollar übernommen. Der bereinigte Gewinn verdoppelte sich im zweiten Quartal indes auf 3,8 Milliarden Dollar. Gemäß den nochmals geänderten Prognosen sollen die Erlöse bis Jahresende bei 40,5 bis 42 Milliarden Dollar herauskommen, wie der Konzern mitteilte. Damit ist BMS beim unteren Wert wieder zurück bei seinen ursprünglichen Zielen angekommen. Auch für das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) zeigt sich das Unternehmen nun zuversichtlicher - der Wert soll nunmehr bei 6,10 bis 6,25 Dollar herauskommen. Zuvor waren noch 6,00 bis 6,20 Dollar angepeilt. In dieser Kennziffer sind allerdings unter anderem die hohen Übernahme- und Integrationskosten für Celgene nicht einberechnet. Sondereffekte inklusive schließt das Unternehmen inzwischen einen Verlust nicht mehr aus: Nach den offiziellen Bilanzierungsregeln wird das EPS jetzt in einer Bandbreite von minus 0,06 Dollar bis plus 0,09 Dollar gesehen. Zuvor war der Konzern mit 0,37 bis 0,57 Dollar noch von wesentlich mehr ausgegangen./tav/mne/fba
Heute 06.08.2020 14:56:35 Quelle: dpa
Aktien Frankfurt: Dax nach Berg- und Talfahrt im Minus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer Achterbahnfahrt haben die Anleger am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt auf die Bremse getreten. Die Quartalsberichtssaison der Unternehmen lieferte Licht und Schatten, bei den positiven Vertretern ließ die Euphorie aber nach. Der Dax, der im Hoch und Tief jeweils etwas mehr als ein Prozent verloren beziehungsweise gewonnen hatte, stand am Nachmittag 0,36 Prozent tiefer bei 12 614,96 Punkten. Im frühen Handel hatte der Dax noch einen weiteren Versuch unternommen, jenseits der 12 750 Punkte über eine zuletzt hohe Hürde zu springen. Allerdings ging ihm dabei wegen der bekannten Risikofaktoren rasch die Kraft aus. Zwischen der weiter grassierenden Corona-Pandemie, der Hängepartie in den USA beim Schnüren eines weiteren Hilfspakets und dem anhaltenden Säbelrasseln zwischen den USA und China fehlte es den Anlegern einmal mehr an der nötigen Zuversicht. Vor diesem Hintergrund lieferte auch eine unerwartet starke Erholung des Auftragseingangs der deutschen Industrie keinen nachhaltigen Rückenwind. Die Anleger warten auf Konjunkturseite auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Thomas Altmann von QC Partners sieht hier keine gute Vorlage vom ADP-Bericht vom Vortag: "Sollte der offizielle Bericht ebenfalls zeigen, dass die US-Wirtschaft im Juli kaum neue Stellen geschaffen hat, wäre das eine herbe Enttäuschung." Vor all diesen Hintergründen fehlte es am Donnerstag auch dem MDax an Orientierung, zuletzt lag der Index mittelgroßer Werte knapp mit 0,07 Prozent im Minus bei 26 858,51 Punkten. Auf europäischer Bühne fiel der EuroStoxx um 0,7 Prozent. In den USA steuerte der Dow Jones Industrial auf einen geringfügig leichteren Start zu. Die Aktien von Siemens erreichten nach einem starken Quartalsbericht des Industriekonzerns erst ein Hoch seit sechs Monaten, dann aber ging ihnen der Schwung abhanden. Zuletzt standen sie mit 1,2 Prozent weitaus weniger stark im Plus als mit den früh erreichten 4,6 Prozent. Laut Analyst Simon Toennessen von Jefferies Research überraschte das operative Ergebnis mit einer viel höher als erwarteten Marge. Der Sportartikelkonzern Adidas überzeugte mit dem Quartalsumsatz und der Aussage, im dritten Jahresviertel einen Betriebsgewinn erzielen zu wollen. Herbert Sturm von der DZ Bank sprach denn auch von einem starken Ausblick. Für die Papiere ging es zuletzt noch um zwei Prozent hoch. Zum größten Gewinner im Dax wurden zuletzt die Aktien von Covestro mit einem Plus von 3,3 Prozent. Hier half eine Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler. Auf der anderen Dax-Seite wurden Zwischenberichte aus dem Konsumgüter- und Versicherungssektor negativ aufgenommenen. Munich Re verloren angesichts eines weiteren Gewinneinbruchs wegen der Corona-Krise 2,2 Prozent. Börsianer und Analysten zeigten sich von der Solvabilitätsquote enttäuscht, einer wichtigen Kennzahl für die Eigenmittelausstattung des Versicherers. Henkel büßten 1,4 Prozent ein und Beiersdorf sogar runde fünf Prozent. Bei Henkel zog JPMorgan-Analystin Celine Pannuti vom ersten Halbjahr ein enttäuschtes Fazit. Bei Beiersdorf zielten Experten negativ darauf ab, dass der Konzern in diesem Jahr mit einer bereinigten operativen Rendite "signifikant" unter dem Vorjahreswert rechnet. Aus der zweiten Börsenreihe gab es viele weitere Zwischenberichte. Dabei knüpften die Aktien der Lufthansa erst an ihre jüngste Erholung an, rutschten dann aber mit 2,7 Prozent ins Minus ab. Die Fluggesellschaft rechnet in der Corona-Krise mit einer noch langsameren Erholung des Flugverkehrs und verschärft beim Stellenabbau ihre Gangart. Überzeugende Quartalszahlen gab es von Jenoptik, S&T sowie Symrise mit Kursgewinnen zwischen 3,2 und 6,7 Prozent. Bei Jenoptik und dem IT-Dienstleister S&T gab es Lob für besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse. Im Falle von Symrise galt dies vor allem für einen optimistischeren Ausblick, sie stellten einen neuen Rekord auf. Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Donnerstag zur Kasse gesunken. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 145,71 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,55 Prozent am Vortag auf minus 0,54 Prozent. Der Bund-Future stieg um 0,31 Prozent auf 177,67 Zähler. Der Euro ist nach einem zwischenzeitlichen Kurshoch über 1,19 US-Dollar unter Druck geraten. Zuletzt fiel der Kurs aber auf 1,1851 Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1854 Dollar festgesetzt./tih/fba --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---