3 Jahres 3,40% p.a. Festzins Express-Schuldverschreibung bezogen auf Airbus SE

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Nachrichten und Analysen

Heute 05.04.2020 09:35:32 Quelle: dpa
ROUNDUP: Debatte um Beschaffung von Schutzkleidung in Corona-Krise geht weiter
BERLIN (dpa-AFX) - FDP-Chef Christian Lindner will mit einer "nationalen Luftbrücke" die Beschaffung von Schutzmasken in der Corona-Krise erleichtern. "Warum schaffen wir nicht pragmatisch eine nationale Luftbrücke, um in China produzierte Materialien zu uns zu transportieren? Stattdessen stehen viele Maschinen der Lufthansa am Boden und die Zulassung von Importprodukten dauert", sagte Lindner der "Welt am Sonntag". Er habe erwartet, dass der deutsche Staat für solche Notlagen Reserven hat. "Wir haben das bei Getreide und Erbsen und Öl - warum also nicht auch bei Schutzmasken und Medikamenten?" Er habe nichts gegen eine regionale Produktion, aber dann müsse man die Standortbedingungen dafür verbessern. Das Präsidium des Deutschen Städtetages zeigte sich besorgt über den anhaltenden Mangel an dringend benötigten Beatmungsgeräten, Schutzkleidung und Atemschutzmasken. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass diese im ganzen Land zur Verfügung stehen und sachgerecht verteilt werden. Für die bessere Ausstattung mit Schutzmasken bedarf es nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder "einer nationalen Notfallproduktion", sagte er der "Bild am Sonntag". "Es ist auf Dauer nicht akzeptabel, dass wir uns auf dem Weltmarkt gegen die Wildwest-Methoden einiger Länder beim Aufkaufen von Schutzausrüstung zur Wehr setzen müssen." Das alles sei ein großer Charaktertest - auch für internationale Beziehungen. Engpässe gibt es in Deutschland vor allem bei Schutzkleidung und Atemmasken. Sie müssen zu großen Teilen auf dem Weltmarkt beschafft werden, auf dem enorme Konkurrenz herrscht. Immer wieder gibt es auch Berichte, dass die USA anderen Staaten bestelltes Schutzmaterial zum mehrfachen Preis vor der Nase wegkaufen. Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will die Bundeswehr zum Transport von Schutzmasken von China nach Deutschland einsetzen. Sie habe ein entsprechendes Amtshilfeersuchen gestellt, sagte Kalayci der "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe). "Wir beschaffen gerade neue Masken und erwarten eine Lieferung aus China", sagte sie. "Das Problem ist, dass wir diese nicht nach Berlin transportiert bekommen." Sie appellierte an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dem Ersuchen zuzustimmen. "Die Bundeswehr müsste den Transport übernehmen - und die Schutzkleidung nach Berlin ausfliegen." Derzeit wartet der Berliner Senat auf die Lieferung von 400 000 bestellten Schutzmasken aus Asien. Doch eine erste Charge von 200 000 Masken ist nach Senatsangaben auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag unbekannt, der Senat forsche nach, hieß es. Am Samstagabend ist nach Angaben von Airbus ein Flugzeug aus China mit rund vier Millionen Schutzmasken in Hamburg gelandet. Das im Rahmen einer inzwischen eingerichteten, regelmäßigen "Airbus- Luftbrücke" eingeflogene Material solle nun an Spanien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien zum Kampf gegen die Corona-Pandemie übergeben werden, wie der Luftfahrtkonzern mitteilte. In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen bereits mehrere Flüge zwischen Europa und China organisiert, um zahlreiche europäische Krankenhäuser mit rund sechs Millionen Masken auszurüsten, hieß es. In Deutschland wurden bis Samstagabend mehr als 91 100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 85 100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1150). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion./stz/DP/fba
03.04.2020 Quelle: dpa
AKTIEN IM FOKUS: Gewinner und Verlierer der Krise - Biotech top, Luftfahrt flop
FRANKFURT/PARIS/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Coronavirus-Pandemie setzt den Börsen weltweit enorm zu. Allein der deutsche Leitindex Dax ist seit der Eskalation der Krise am Rosenmontag (24. Februar) um etwa ein Drittel eingebrochen. Einige Unternehmen treffen die Folgen dabei besonders hart, wird ihnen dadurch doch mehr oder weniger die komplette Geschäftsgrundlage entzogen. Anderen Firmen spielt die Ausbreitung der lebensgefährlichen Krankheit dagegen in die Karten. Rund sechs Wochen nach Beginn des Corona-Crashs stechen einige Gewinner und Verlierer mit ihren Kursveränderungen besonders deutlich hervor (Entwicklung jeweils gemessen am Schlusskurs vom 21. Februar): BIONTECH (+70%): Das in den USA notierte Mainzer Biopharmaunternehmen betreibt mit einem chinesischen Partner die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die vom Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19. Der Kandidat mit der Bezeichnung BNT 162 soll Körperzellen dazu anregen, Wirkstoffe zur Abwehr des Virus zu erzeugen. Pharmaunternehmen, die wie die Mainzer mit ihrem mRNA-Ansatz für den Kampf gegen die Lungenerkrankung in Frage kommen, dürften bei den Anlegern weiter en vogue bleiben, schrieb Analyst Patrick Trucchio von der Berenberg Bank in einer jüngsten Studie. DRÄGERWERK (+50%): Der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik fertigt unter anderem Atemschutzmasken an und wurde deshalb an der Börse zuletzt immer wieder als Profiteur der Pandemie gehandelt. Für regelrechte "Kaufpanik" sorgte Mitte März ein Auftrag der Bundesregierung über 10 000 Beatmungsgeräte. Ende März kam dann noch ein Großauftrag der US-Regierung über die Lieferung von Atemschutzmasken hinzu. SHOP APOTHEKE (+35%): Die Onlineapotheke profitiert in der Corona-Krise von hohen Bestellungen und wurde vor dem Hintergrund zuletzt für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher. Schon Januar und Februar seien sehr stark gewesen, hieß es. Der Ausbruch des Coronavirus habe dann im März aber nochmal einen weiteren Wachstumsschub verursacht. Den Jahresumsatz erwartet das Unternehmen nun mindestens 20 Prozent über dem Vorjahr, vorher war ein Anstieg um rund 20 Prozent angepeilt. TEAMVIEWER (+28%) und ZOOM (+20%): Beide Unternehmen sind Software-Hersteller für Videokonferenzen. Dies nutzen in der aktuellen Coronavirus-Krise immer mehr Unternehmen, indem sie ihre Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten lassen, um eine Virus-Ansteckung zu vermeiden. Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Armin Kremser könne Teamviewer zurecht als einer der wenigen Gewinner der Corona-Krise bezeichnet werden. Aufgrund der mit der Pandemie verbundenen sozialen Distanzierung wachse weltweit die Erkenntnis, dass Fernkonnektivität ein Schlüssel zur Lösung vieler Probleme sein könne. Der Experte rechnet denn auch damit, dass das Unternehmen seinen Ausblick demnächst noch anheben könnte. Zumindest würde ihn das "nicht überraschen". MTU (-58%), AIRBUS (-61%), LUFTHANSA (-45%), FRAPORT (-45%): Besonders hart trifft der coronabedingte Shutdown bislang die Luftfahrtbranche. Beim Flughafenbetreiber Fraport kam das Passagieraufkommen Ende März mit einem Rückgang um 91 Prozent noch stärker zum Erliegen. Der totale Zusammenbruch des weltweiten Flugverkehrs habe die Airlines in Liquiditätsprobleme gebracht, die existenzbedrohend seien und Staatshilfen nötig machten, schrieb Berenberg-Analyst Andrew Gollan in einer Studie. Besonders deutlich wurden die Risiken durch neueste Kursziele des Citigroup-Experten Mark Manduca, der mit 50 Cent für die Lufthansa und einem Euro für Air-France-KLM für einen regelrechten Schock sorgte. Jeder Monat Shutdown koste die Lufthansa eine Milliarde Euro. TUI (-62%), CARNIVAL (-80%) : Auch Reisekonzerne wie den Reiseveranstalter Tui oder den Kreuzfahrtriesen Carnival trifft die Krise mit voller Wucht. Tui hat wegen der Corona-Pandemie sein Reisegeschäft sowie nahezu den gesamten Kreuzfahrt- und Hotelbetrieb eingestellt. In Deutschland soll der Konzern nun im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Kreuzfahrtschiffe hatten sich zuletzt mit an Bord aufgetretenen Infektionen mehrfach als großes Problem erwiesen, weil viele Passagiere dort auf engem Raum leben. DEUTSCHE EUROSHOP (-55%), H&M (-44%): Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben in vielen internationalen Ländern zur Schließung von Einzelhandelsgeschäften geführt. Davon ist zum Beispiel die Modekette H&M schwer betroffen, zum 31. März waren weltweit 3778 der 5065 Läden des Konzerns vorübergehend geschlossen. Aber auch der Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop bekommt die Auflagen deutlich zu spüren. Dieser teilte zuletzt mit, erste Mieter würden Insolvenz anmelden. Außerdem hätten Mieter die Möglichkeit, die Zahlungen wegen der Pandemie auszusetzen./kro/ag/tih/he