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Nachrichten und Analysen

Heute 23.05.2019 16:22:27 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: Audi unter Strom - Sportwagen TT und R8 werden Auslaufmodelle
(neu: Aussprache auf der Hauptversammlung.) NECKARSULM (dpa-AFX) - Audi-Chef Bram Schot will die VW-Tochter vom Nachzügler zum Spitzenreiter bei Elektroautos machen. Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagte Schot am Donnerstag auf der Hauptversammlung der VW-Tochter in Neckarsulm. Um den Umbau zu finanzieren und zugleich auch noch viel profitabler zu werden, müsse Audi aber konsequent sparen und Ballast abwerfen. "Es gibt keine Tabus", stellte Schot klar und erklärte die Sportwagen Audi TT und Audi R8 zu Auslaufmodellen. Das Unternehmen müsse 15 Milliarden Euro einsparen, um bis Ende 2023 rund 14 Milliarden Euro in Elektroautos, Digitalisierung und autonomes Fahren investieren zu können. "Zum Fokussieren gehört auch das Weglassen. Den Audi TT zum Beispiel" und "zum Beispiel den Sportwagen R8", sagte Schot. "Wir durchkämmen unser Portfolio", sagte der Vorstandsvorsitzende. Audi tanze heute immer noch auf zu vielen Hochzeiten. Um von der Komfort- wieder mehr in die Gewinnzone zu kommen, verlange Audi auch den gut 90 000 Mitarbeitern mehr ab, sagte Finanzvorstand Alexander Seitz. "Beim Personal prüfen wir den Ersatzbedarf, wenn Stellen frei werden." Die Arbeitsteilung zwischen den Werken und die Auslastung in den Werken würden optimiert, die Nachtschicht im Stammwerk Ingolstadt sei schon gestrichen, außertarifliche Leistungen müssten zukunftsgerichtet aufgestellt werden. "Eine Kapitalrendite von 10 Prozent reicht nicht." Der Vorstand strebe jetzt mittelfristig "mehr als 21 Prozent" an, betonte Seitz. Die Rendite eines Elektroautos könne zwar noch nicht mit der eines Benzin- oder Dieselautos mithalten. Aber die EU-Vorschriften verteuerten Verbrenner bald, und steigende Stückzahlen und technischer Fortschritt machten Elektroautos bald günstiger. Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stellte Andreas Breijs den Strategiewechsel in Frage. Die Elektroautos seien noch nicht alltagstauglich, sie "kosten unfassbar viele Arbeitskräfte", und der Abbau der Rohstoffe für die Batterien habe verheerende Folgen. Menschen in Südamerika seien ohne Wasser, weil es für Lithium gebraucht werde. Und "ist es Ihnen vollkommen egal, wenn Kinder in Minen in Afrika ihr Leben lassen, um Kobalt für Batterien zu gewinnen?" Auch andere Aktionäre warnten vor einem "Weg in die Sackgasse" und einem hohen Preis für Menschen in der Dritten Welt. Audis Angebot an Elektroautos ist heute kleiner als das von BMW und Mercedes: Nur drei Hybridmodelle - A3, A6 und Q7 - und der vollelektrische SUV e-tron sind auf dem Markt. Schot sagte, er wolle Audi nun "an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen". Ende 2020 könne der Kunde zwischen sechs vollelektrischen und zehn Hybrid-Audis wählen. 2025 sollen 40 Prozent aller verkauften Audis Hybride oder reine Batterieautos sein. Und damit es auch beim Gewinn stimmt, soll dann "jeder zweite Audi ein SUV sein", sagte Schot. Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte, dass Absatz, Umsatz und Betriebsgewinn von Audi im vergangenen Jahr gesunken seien und es im ersten Quartal des laufenden Jahres so weitergehe: "Es fällt schwer, positive Worte zu finden." Schot sagte, 2019 sei ein weiteres Jahr des Umbaus und Übergangs. Fragen nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und gegen einen amtierenden Audi-Vorstand wurden ausweichend beantwortet. Der Aufsichtsratschef und VW-Konzernchef Herbert Diess sagte, die Prüfung möglicher Schadenersatzansprüche gegen heutige und ehemalige Vorstandsmitglieder dauere an. Er präsentierte der Hauptversammlung ein neues Vergütungsmodell für die Vorstandsmitglieder, das sich stärker am Erfolg des Konzerns orientiert. Bei individuellem Fehlverhalten oder Kündigungen aus wichtigem Grund soll es einfacher sein, Boni zu streichen oder zurückzufordern./rol/DP/men
Heute 23.05.2019 11:54:20 Quelle: dpa
ROUNDUP: VW-Tochter Audi schraubt Elektro-Ziele in die Höhe
NECKARSULM/INGOLSTADT (dpa-AFX) - Die Volkswagen-Tochter Audi setzt in Zukunft noch deutlich stärker auf Elektroantriebe als bisher. Er wolle Audi "an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen", sagte Vorstandschef Bram Schot am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Neckarsulm. 2025 solle der Anteil elektrifizierter Autos rund 40 Prozent der Auslieferungen ausmachen. Bisher war beim Autobauer von knapp einem Drittel die Rede. Elektroantriebe seien der Kern der neuen Strategie, hatte Schot zuvor dem "Manager-Magazin" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview gesagt. "Und wir wollen, inklusive Plug-in-Hybriden, also Autos mit kombinierten Verbrennungs- und Elektroantrieben, 2025 etwa jeden zweiten Audi als Elektromodell verkaufen", sagte er dem Blatt. Dazu wird auch die Zahl der Modelle noch einmal erhöht, bis Mitte des kommenden Jahrzehnts will Audi 10 Hybrid- und 20 vollelektrische Modelle auf dem Markt haben. Dem Manager-Magazin hatte Schot noch 15 vollelektrische Modelle genannt. Seither seien aber noch Entscheidungen hinzugekommen, erläuterte ein Audi-Sprecher die Differenz. Die Ingolstädter Premium-Tochter des VW-Konzerns hatte zuletzt beim Absatz deutlich Boden auf die Konkurrenz von Daimler und BMW verloren. Die Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP bremste in den vergangenen Monaten noch zusätzlich die Verkaufszahlen, hinzu kamen hohe Sonderbelastungen wegen der Dieselaffäre um manipulierte Abgastests. Um die Kosten zu senken und von 2018 bis 2022 zusammengenommen 15 Milliarden Euro einzusparen, stehen das Produktionsnetz, Arbeitsplätze sowie die Modellvielfalt auf dem Prüfstand. Schot sagte, 2019 werde ein Jahr des Umbaus und des Übergangs. "Wir durchkämmen unser Portfolio", sagte der Vorstandschef. Ziel sei weniger Komplexität. Ein Drittel der Motor-Getriebe-Kombinationen sei bereits gestrichen. Die Sportwagen Audi TT und Audi R8 will er auslaufen lassen. Das Unternehmen müsse sparen, um bis Ende 2023 rund 14 Milliarden Euro in Elektroautos, Digitalisierung und autonomes Fahren investieren zu können. Und "zum Fokussieren gehört auch das Weglassen". Auf der anderen Seite kündigte Schot eine neue Luxusvariante des Flaggschiffs Audi A8 an./men/rol/nas/mis