Turbo Open End | Long | Novartis | 59,7435

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  • WKN: MF8XBZ
  • ISIN: DE000MF8XBZ8
  • Turbo Open End

Verkaufen (Geld)

3,37 EUR

18.02.2020 11:34:38

Kaufen (Brief)

3,38 EUR

18.02.2020 11:34:38

Tägliche Änderung (Geld)

-1,46 %

-0,050 EUR 18.02.2020 11:34:38

Basiswert

95,26 CHF

-0,48 % 18.02.2020 11:35:46

Wertentwicklung

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Open End Turbo Long auf Novartis hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Erreicht oder unterschreitet der Kurs der Aktie bei fortlaufender Beobachtung während des Beobachtungszeitraums die Knock-out-Barriere, wird das Produkt automatisch beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Die Knock-out-Barriere entspricht stets dem Basispreis. Der Basispreis ist nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung des Basispreises werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert des Basispreises ist der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt.

Bei Turbos sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Turbos gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Ereignisse

Datum Ereignis Anpassung Wert vor Ereignis Wert nach Ereignis
09.04.2019 Spin-Off
  • Basispreis
  • Barriere
  • 68,935 CHF
  • 68,935 CHF
  • 57,9417 CHF
  • 57,9417 CHF
04.03.2019 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • 70,5328 CHF
  • 70,5328 CHF
  • 68,7009 CHF
  • 68,7009 CHF

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Nachrichten und Analysen

29.01.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: Novartis verspricht sich 2020 viel von neuer Medizin und Kulturwandel
(Neu: Details, Aktienkurs, Analysten) BASEL (dpa-AFX) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis verspricht sich auch 2020 Rückenwind durch neue Medikamente und bewährte Kassenschlager wie dem Herzmittel Entresto. Vorstandschef Vas Narasimhan will den Umsatz währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigern. Das operative Kernergebnis soll dabei währungsbereinigt im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Für 2019 schlägt das Management zudem eine Dividende von 2,95 Schweizer Franken (2,76 Euro) je Aktie vor, nach 2,85 Franken ein Jahr zuvor. Die Aktie des Baseler Konzerns legte am Mittwochmittag um 1,38 Prozent zu. In ihren ersten Einschätzungen sprachen Analysten überwiegend von erfüllten Erwartungen. 2019 lief das Geschäft mit neuen Medikamenten bei Novartis so gut, dass der Vorstand die Jahresziele gleich drei Mal angehoben hatte. Die jüngste Prognose vom Oktober bestätigte sich nun: Insgesamt erzielte Novartis einen Umsatz von 47,45 Milliarden US-Dollar (43,1 Mrd Euro), was einer währungsbereinigten Steigerung um 9 Prozent entspricht. Das operative Kernergebnis - aus dem Abschreibungen, Zu- und Verkäufe sowie andere Sonderfaktoren herausgerechnet sind - legte währungsbereinigt um 17 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar zu. Der Kernreingewinn kletterte um 15 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Neben Entresto und dem Schuppenflechtemittel Cosentyx trägt seit einigen Monaten auch die in den USA eingeführte Gentherapie Zolgensma zur Behandlung von Muskelschwund bei Kindern bis zu zwei Jahren zum Wachstum bei. Das Medikament spielte bis zum Jahresende einen Umsatz von 361 Millionen Dollar ein. Mit einem Preis von rund zwei Millionen Dollar pro Therapie ist das Mittel eines der teuersten Medikamente der Welt. Zu dem Mittel war Novartis über einen Zukauf der US-Firma Avexis gekommen. In der EU wird die Zulassung des Mittels derzeit noch geprüft. Insgesamt legte die Sparte mit den neuen Medikamenten, die bei Novartis unter dem Namen "Innovative Medicines" läuft, beim Umsatz zum Vorjahr bereinigt um 11 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar zu. Auch die zuletzt mit Schwierigkeiten behaftete Generika-Sparte Sandoz schaffte es beim Umsatz 2019 leicht ins Plus, zumindest wenn Wechselkurseffekte herausgerechnet werden. Das operative Kernergebnis legte hier währungsbereinigt um 10 Prozent auf gut 2 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft mit Nachahmermedikamenten ist für die gesamte Branche vor allem in den USA eine Herausforderung. Dort herrscht in dem Bereich ein besonders hoher Preisdruck. Novartis will die Sparte daher entrümpeln und Unternehmensteile verkaufen. Die bereits besiegelte Veräußerung seiner Dermatologie-Generika an die indische Aurobindo soll im ersten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Für Narasimhan gehört die Gesundheitspolitik in den USA generell mit zu den größten Risiken in der Branche. US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf eigentlich eine Überarbeitung der Gesundheitsreform von seinem Vorgänger Barack Obama versprochen. Bislang warten die Amerikaner aber immer noch auf entsprechende Vorschläge. Auch wenn Novartis diesem Problem nicht ganz so stark ausgesetzt sei, wie manche seiner Wettbewerber, trage es mit zur teilweisen Verunsicherung der Aktionäre bei, erklärte Narasimhan. Seit vergangenem Sommer ist die Aktie von Novartis kaum im Wert gestiegen. Aufs Gesamtjahr betrachtet hat das Papier allerdings immer noch um fast ein Viertel zugelegt, womit es im europäischen Branchenvergleich sowie im Schweizer Leitindex SMI einigermaßen im Mittelfeld rangiert. Von den 30 bei Bloomberg erfassten Analysten tendiert die Mehrheit derzeit dazu, die Aktie zu kaufen. Im Schnitt wird in den nächsten 12 Monaten mit einem moderaten Kursanstieg von etwa drei Prozent gerechnet. Die früher zu Novartis gehörende Augenheilsparte Alcon wurde zudem im Frühjahr über einen Börsengang abgespalten. 2018 hatte der Konzern zudem seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline veräußert. Narasimhan hatte Anfang 2018 das Zepter bei Novartis übernommen. Neben dem Umbau treibt der US-Amerikaner auch einen Kulturwandel innerhalb des Unternehmens voran, der unter anderem zu mehr Selbstständigkeit bei den Mitarbeitern, einer besseren Work-Life-Balance und einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis führen soll./kro/knd/mis
29.01.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP: Novartis will 2020 weiter wachsen - Dividende steigt
BASEL (dpa-AFX) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat seine Ziele im vergangenen Jahr dank neuer Therapien erfüllt und setzt auch künftig auf weiteres Wachstum. 2020 soll der Umsatz währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen, das operative Kernergebnis zudem ebenfalls währungsbereinigt im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen, wie der Konzern am Mittwoch in Basel mitteilte. Für 2019 schlägt das Management um Konzernchef Vas Narasimhan zudem eine Dividende von 2,95 Schweizer Franken (2,76 Euro) je Aktie vor, nach 2,85 Franken ein Jahr zuvor. Die Aktie des Baseler Konzerns legte kurz nach Handelsbeginn leicht um 0,16 Prozent zu. In einer ersten Einschätzung der Bilanz schrieb Jefferies-Analyst Peter Welford, dass die Umsätze im vierten Quartal zwar auf Höhe der durchschnittlichen Schätzungen ausgefallen waren. Beim Geschäft mit dem Schuppenflechtemittel Cosentyx habe sich der Markt aber mehr erhofft. 2019 lief das Geschäft mit den neuen Medikamenten wie dem Herzmittel Entresto und Cosentyx dennoch so gut, dass der Vorstand seine Jahresziele gleich drei Mal angehoben hatte. Die jüngste Prognose vom Oktober bestätigte sich nun: Insgesamt erzielte Novartis einen Umsatz von 47,45 Milliarden US-Dollar (43,1 Mrd Euro), was einer währungsbereinigten Steigerung von 9 Prozent entspricht. Das operative Kernergebnis - aus dem Abschreibungen, Zu- und Verkäufe sowie andere Sonderfaktoren herausgerechnet sind - legte währungsbereinigt um 17 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar zu. Der Kernreingewinn kletterte um 15 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Neben Entresto und Cosentyx trägt seit einigen Monaten auch die in den USA eingeführte Gentherapie Zolgensma zur Behandlung von Muskelschwund bei Kindern bis zu zwei Jahren zum Wachstum bei. Das Medikament spielte bis zum Jahresende einen Umsatz von 361 Millionen Dollar ein. Mit einem Preis von rund zwei Millionen Dollar pro Therapie ist das Mittel eines der teuersten Medikamente der Welt. Zu dem Mittel war Novartis über einen Zukauf der US-Firma Avexis gekommen. Insgesamt legte die Sparte mit den neuen Medikamenten, die bei Novartis unter dem Namen "Innovative Medicines" läuft, beim Umsatz zum Vorjahr bereinigt um 11 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar zu. Auch die zuletzt mit Schwierigkeiten behaftete Generika-Sparte Sandoz schaffte es beim Umsatz 2019 leicht ins Plus, zumindest wenn Wechselkurseffekte herausgerechnet werden. Das operative Kernergebnis legte hier währungsbereinigt um 10 Prozent auf gut 2 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft mit Nachahmermedikamenten ist für die gesamte Branche vor allem in den USA eine Herausforderung. Dort herrscht in dem Bereich ein besonders hoher Preisdruck. Novartis will die Sparte daher entrümpeln und Unternehmensteile verkaufen. Die bereits besiegelte Veräußerung seiner Dermatologie-Generika an die indische Aurobindo soll im ersten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Die früher zu Novartis gehörende Augenheilsparte Alcon wurde zudem im Frühjahr über einen Börsengang abgespalten./kro/mne/jha/
23.01.2020 Quelle: dpa
WDH/ROUNDUP: Pillen werden knapp - Ärzte fordern internationale Lösung
(Im 6. Absatz wurde der Name der geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Dachverbands der Krankenkassen (Sibylle Reichert) ergänzt.) BRÜSSEL (dpa-AFX) - Immer häufiger werden wichtige Arzneimittel knapp, sind nur schwer oder gar nicht zu bekommen. Die Engpässe bei der Medikamentenbeschaffung hätten sich in den vergangenen zehn Jahren verschärft - erst in den USA und zunehmend auch in Europa, sagte Wolf-Dieter Ludwig von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag in Brüssel. Das verursache psychischen Stress bei den Patienten und führe zu Fehlern in der Medikation sowie deutlich höheren Kosten für alternative Arzneien. Ärzte fordern deshalb internationale Lösungen. Der stockende Nachschub bei lebenswichtigen Medikamenten sei kein nationales oder europäisches, sondern ein weltweites Problem, sagte Frank Ulrich Montgomery von der Europäischen Ärztevereinigung. Europa müsse die Führung bei der Suche nach Lösungen übernehmen. "Es betrifft uns in unserer täglichen Arbeit", erklärte Stephan Hofmeister vom Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), die zusammen mit der Bundesärztekammer zu der Diskussion in Brüssel eingeladen hatte. Ärzte müssten ihren Patienten erklären, warum sie die Medikation veränderten: "Das kostet Zeit, die in unserer Arbeit sehr wertvoll ist." Mehrere Teilnehmer der Runde betonten, die Engpässe untergrüben das Vertrauen der Patienten in die Behandlung. Schon wenn sich die Farbe der Pille ändere, sei das für manche Patienten nur schwer zu akzeptieren, sagte Direktor Andrzej Rys von der Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission. Auch Rys verlangte: "Wir brauchen globale Lösungen für ein globales Problem." Aus Sicht der Fachleute sind komplexe Lieferketten für einen Teil der Schwierigkeiten verantwortlich. Diogo Piedade vom Generika-Herstellerverband Medicines for Europe sprach von einer einseitigen Fixierung auf den Preis, die Folgen habe: "Die Hersteller ziehen sich von verschiedenen Märkten zurück." Das wirkt sich auf das Angebot der Apotheken aus, wenn die Generika-Hersteller 70 Prozent der verschriebenen Medikamente liefern, wie Piedade sagte. Seine Forderung: "Nicht nur der Preis sollte eine Rolle spielen." Dem hielt die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Dachverbands der Krankenkassen Sibylle Reichert entgegen, dass die Preise für Medikamente in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen seien - "vor allem für neue Therapien". Arzneimittel sollten jedoch für jeden Patienten erreichbar und bezahlbar sein. Der EMA-Experte Ludwig verwies darauf, dass von den Engpässen oft ganz grundlegende, bewährte und keinesfalls teure Krebsmedikamente betroffen seien. Ähnliches gelte für Antibiotika, sagte der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU), der von einem "wirklich ernsten Problem" sprach. Auch wegen des Kostendrucks lassen viele Pharmahersteller ihre Pillen, Impfstoffe und anderen Arzneien in Fernost herstellen. Die EU diskutiere deshalb mit China und Indien über eine verlässliche Versorgung mit Medikamenten in hoher Qualität, sagte der Kommissionsfachmann Rys. Eine Option sei auch, die Produktion nach Europa zurückzuholen. Da stelle sich jedoch die Frage, wie man die Industrie zu diesem Schritt bewegen könne. "Bringt die pharmazeutische Produktion zurück nach Europa", forderte auch Präsident Klaus Reinhardt von der Bundesärztekammer. Dann wären nicht nur die Lieferwege kürzer. Eine europäische Autarkie bei der Versorgung sei jedoch kein Allheilmittel, meinte der Ärztevertreter Montgomery. Fiele dann - etwa nach einem Fabrikbrand - die Produktion eines Impfstoffs aus, hätte das monatelange Folgen. Nötig seien deshalb Abkommen mit produzierenden Ländern. Unterdessen scheint Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an europäischen Ansätzen zu arbeiten. Spahn kündigte im November an, das Thema in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte 2020 anzugehen. Ziel sei, das europäische Vergaberecht zu überarbeiten. Es solle bei Zuschlägen nicht nur nach dem Preis gehen, sondern auch danach, wo Produktionsstandorte seien./ff/DP/jha
23.01.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP: Pillen werden knapp - Ärzte fordern internationale Lösung
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Immer häufiger werden wichtige Arzneimittel knapp, sind nur schwer oder gar nicht zu bekommen. Die Engpässe bei der Medikamentenbeschaffung hätten sich in den vergangenen zehn Jahren verschärft - erst in den USA und zunehmend auch in Europa, sagte Wolf-Dieter Ludwig von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag in Brüssel. Das verursache psychischen Stress bei den Patienten und führe zu Fehlern in der Medikation sowie deutlich höheren Kosten für alternative Arzneien. Ärzte fordern deshalb internationale Lösungen. Der stockende Nachschub bei lebenswichtigen Medikamenten sei kein nationales oder europäisches, sondern ein weltweites Problem, sagte Frank Ulrich Montgomery von der Europäischen Ärztevereinigung. Europa müsse die Führung bei der Suche nach Lösungen übernehmen. "Es betrifft uns in unserer täglichen Arbeit", erklärte Stephan Hofmeister vom Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), die zusammen mit der Bundesärztekammer zu der Diskussion in Brüssel eingeladen hatte. Ärzte müssten ihren Patienten erklären, warum sie die Medikation veränderten: "Das kostet Zeit, die in unserer Arbeit sehr wertvoll ist." Mehrere Teilnehmer der Runde betonten, die Engpässe untergrüben das Vertrauen der Patienten in die Behandlung. Schon wenn sich die Farbe der Pille ändere, sei das für manche Patienten nur schwer zu akzeptieren, sagte Direktor Andrzej Rys von der Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission. Auch Rys verlangte: "Wir brauchen globale Lösungen für ein globales Problem." Aus Sicht der Fachleute sind komplexe Lieferketten für einen Teil der Schwierigkeiten verantwortlich. Diogo Piedade vom Generika-Herstellerverband Medicines for Europe sprach von einer einseitigen Fixierung auf den Preis, die Folgen habe: "Die Hersteller ziehen sich von verschiedenen Märkten zurück." Das wirkt sich auf das Angebot der Apotheken aus, wenn die Generika-Hersteller 70 Prozent der verschriebenen Medikamente liefern, wie Piedade sagte. Seine Forderung: "Nicht nur der Preis sollte eine Rolle spielen." Dem hielt die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Dachverbands der Krankenkassen entgegen, dass die Preise für Medikamente in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen seien - "vor allem für neue Therapien". Arzneimittel sollten jedoch für jeden Patienten erreichbar und bezahlbar sein. Der EMA-Experte Ludwig verwies darauf, dass von den Engpässen oft ganz grundlegende, bewährte und keinesfalls teure Krebsmedikamente betroffen seien. Ähnliches gelte für Antibiotika, sagte der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU), der von einem "wirklich ernsten Problem" sprach. Auch wegen des Kostendrucks lassen viele Pharmahersteller ihre Pillen, Impfstoffe und anderen Arzneien in Fernost herstellen. Die EU diskutiere deshalb mit China und Indien über eine verlässliche Versorgung mit Medikamenten in hoher Qualität, sagte der Kommissionsfachmann Rys. Eine Option sei auch, die Produktion nach Europa zurückzuholen. Da stelle sich jedoch die Frage, wie man die Industrie zu diesem Schritt bewegen könne. "Bringt die pharmazeutische Produktion zurück nach Europa", forderte auch Präsident Klaus Reinhardt von der Bundesärztekammer. Dann wären nicht nur die Lieferwege kürzer. Eine europäische Autarkie bei der Versorgung sei jedoch kein Allheilmittel, meinte der Ärztevertreter Montgomery. Fiele dann - etwa nach einem Fabrikbrand - die Produktion eines Impfstoffs aus, hätte das monatelange Folgen. Nötig seien deshalb Abkommen mit produzierenden Ländern. Unterdessen scheint Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an europäischen Ansätzen zu arbeiten. Spahn kündigte im November an, das Thema in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte 2020 anzugehen. Ziel sei, das europäische Vergaberecht zu überarbeiten. Es solle bei Zuschlägen nicht nur nach dem Preis gehen, sondern auch danach, wo Produktionsstandorte seien./ff/DP/jha