Faktor-Zertifikat | 12,00 | Short | DAX ®

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  • WKN: MF6BS3
  • ISIN: DE000MF6BS34
  • Faktor-Zertifikat
Produkt wurde angepasst - neue Werte: Bezugsverhältnis -, Basispreis 13.684,125 Pkt., Reset Barriere 13.513,07 Pkt.

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Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf DAX ® hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen des zugrunde liegenden Index zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen des zugrunde liegenden Index teil.

Falls der zugrunde liegende Index die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für den Index abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung des Index am ersten planmäßigen Handelstag (des Index) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Index-Standes können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten des Index sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Index Disclaimer

Das Produkt wird vom Index Sponsor in keiner Weise gefördert, empfohlen, vertrieben oder beworben.

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

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Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf DAX ® hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen des zugrunde liegenden Index zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen des zugrunde liegenden Index teil.

Falls der zugrunde liegende Index die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für den Index abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung des Index am ersten planmäßigen Handelstag (des Index) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Index-Standes können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten des Index sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Nachrichten und Analysen

12.07.2020 Quelle: dpa
HINTERGRUND: Börsen gefangen zwischen Virusfolgen und Notenbankgeld
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat die beispiellose Corona-Rezession bislang erstaunlich gut verkraftet. Doch ziehen in vielen Teilen der Welt - allen voran die USA - wieder dunklere Wolken auf. Ob das die Wirtschaftskrise verstärkt und damit die Börsen erneut taumeln lassen würde, hängt nun wohl stark von der Reaktion der Politiker auf das Ausmaß der Virusausbreitung ab. Im Notfall könnten dann aber auch die Notenbanken mit noch mehr Billiggeld eingreifen. Zu den wirtschaftlichen Perspektiven kursieren derzeit jedenfalls die unterschiedlichsten Theorien. Volkswirte kochten zuletzt eine wahre Buchstabensuppe, in der sich zur bildlichen Erläuterung der Wachstumskurven nicht nur die Schriftzeichen L, U, V und W, sondern auch das mathematische Wurzelsymbol und andere Allegorien befanden. Der zuletzt deutliche Anstieg des deutschen Leitindex Dax könnte darauf hindeuten, dass die Anleger bereits mit einem besonders starken Aufschwung rechnen. "Die Aktienmärkte preisen eine V-förmige Konjunkturerholung ein", schrieb Esty Dwek, Marktstrategin beim Vermögensverwalter Natixis Investment Managers. Dieser Vorstellung zufolge würde auf den scharfen wirtschaftlichen Einbruch eine ebenso starke Erholung folgen. Die Hoffnung auf ein solch sehr optimistisches Szenario aber kann laut Dwek zu Enttäuschungen führen: "Die steigenden Fallzahlen von Corona-Infizierten in den USA bergen das Risiko negativer Schlagzeilen, auch wenn das Infektionsgeschehen regional begrenzt zu sein scheint." Dabei hat das Börsenjahr 2020 vielversprechend begonnen. Der Dax hielt sich im Januar auf sehr hohem Niveau und erklomm ein Rekordhoch, während die Gefahr durch das in China aufgetretene, neuartige Coronavirus verdrängt wurde. Selbst auf dem wichtigsten deutschen Branchentreffen der Investmentprofis in Mannheim Ende Januar wurden die Risiken einer Pandemie unter ferner liefen abgehakt. Der Dax sollte noch bis Mitte Februar weiter zulegen und bei gut 13 795 Punkten einen historischen Höchststand erklimmen, bevor es zum Crash kam. Der Dax stürzte ab, verlor innerhalb von drei Wochen mehr als 5000 Punkte und fand Mitte März bei 8255 Punkten den Boden. Im ersten Quartal verzeichnete der Leitindex mit einem Minus von 25 Prozent den größten Verlust seit dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2011. Doch bereits das zweite Jahresviertel bescherte dem Börsenbarometer mit einem Plus von fast 24 Prozent den größten Anstieg seit 2003 - eine Rally, die vielen Experten zu schnell gegangen ist. Zu den Skeptikern zählt auch der Kapitalmarktstratege Martin Lück vom Vermögensverwalter Blackrock. Lück bevorzugt die Theorie vom "abgeknickten V" und rechnet dementsprechend mit einer zunächst kurzen und starken, dann aber für längere Zeit eher schleppenden Konjunkturerholung. Vor diesem Hintergrund dürfte der deutsche Aktienmarkt seiner Meinung nach zunächst Halt finden, da die Schätzungen für die Unternehmensgewinne wohl nicht so stark unter Druck kommen werden wie bei einem derartigen, aktuell befürchteten Einbruch der Gesamtwirtschaft eigentlich zu erwarten wäre. Grund könne das Vertrauen in die Konjunkturprogramme sein. Allerdings sei fraglich, ob die Unternehmensgewinne auch robust bleiben werden. Lück befürchtet, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen wie die Erleichterungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld nicht durch die ganze Krise tragen könnten. Die Krise könnte sich im Herbst noch einmal verschärfen, wenn die dann kühleren Temperaturen eventuell die Ausbreitung des Virus wieder erleichtern. Zumindest aber rückt nach dem Ende der Sommerferien mit der US-Präsidentschaftswahl ein veritables Großereignis in den Fokus. "Ein Sieg des Herausforderers Joe Biden von den Demokraten würde Steuererhöhungen für Unternehmen, einen Ausbau des Gesundheitssystems und Diskussionen über eine Regulierung der riesigen Digital-Unternehmen in den USA hervorrufen", glaubt Ulrich Kater, der Chefvolkswirt der Dekabank. Daher sei der jetzige Präsident Donald Trump Favorit der tonangebenden Wall Street. Verfestigten sich die gegenwärtig aufscheinenden Aussichten auf eine Abwahl Trumps, würde das den US-Aktienmarkt und damit wohl auch den Dax belasten. Allerdings: erst jüngst kündigte Biden für den Fall eines Wahlsieges ein Aufbauprogramm für die Corona-geschädigte Wirtschaft über mehrere hundert Milliarden US-Dollar an. Bei all den Gefahren für den Aktienmarkt ist es sicher gut zu wissen, dass die Notenbanken im Fall der Fälle wohl wieder entschlossen handeln könnten, um das Schlimmste zu verhindern. Bereits in der Viruskrise haben die Währungshüter Entschlossenheit gezeigt, um die Konjunktur anzukurbeln und pumpen seither noch mehr Geld in die Märkte. Für Analyst Frank Wohlgemuth von der Essener National-Bank ist das Fazit deshalb klar: "Die umfassenden Notenbankhilfen und die extrem ausgeprägte Angst, Kursgewinne zu verpassen, stützen weiterhin das Kursniveau." Moderate Gewinnmitnahmen über die Ferienwochen würden ihn aber gleichwohl nicht überraschen./la/bek --- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
10.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anleger honorieren positive Konjunkturdaten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben auch am Freitag im Zwiespalt zwischen Konjunkturhoffnungen und Corona-Befürchtungen agiert. Letztlich gaben positive Wirtschaftsdaten aus Italien den Ausschlag für einen versöhnlichen Tages- und Wochenabschluss. Die italienischen Industrieunternehmen hatten sich im Mai deutlich stärker vom Einbruch in der Corona-Krise erholt als von Analysten erwartet. Der Dax kletterte wieder über die Marke von 12 600 Punkten, die er im Laufe der Woche mehrmals, jedoch nicht nachhaltig überwunden hatte. Letztlich gewann der Leitindex 1,15 Prozent auf 12 633,71 Punkte. Daraus ergab sich auf Wochensicht ein Gewinn von rund 0,8 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte endete am Freitag 0,45 Prozent höher bei 26 673,94 Zählern. Der EuroStoxx 50 stieg um 1,07 Prozent auf 3296,22 Punkte. Der Cac 40 in Paris verbuchte ein Plus von rund 1,0 Prozent, der FTSE 100 in London gewann rund 0,8 Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um rund 0,9 Prozent höher. Zu den stärksten Werten im Dax gehörten die Aktien von Infineon mit plus 4,1 Prozent. Sie haben die schwere Scharte des Corona-Crashs inzwischen ausgewetzt. Die Virus-Krise hat Trends wie Digitalisierung, Home Office, Konnektivität und den Einsatz von Sensortechnik in vielen Geschäfts- und Lebensbereichen noch verstärkt. Insofern gelten viele Unternehmen der Halbleiterindustrie als Profiteure der Pandemie. Die Papiere des Chemiekonzerns BASF profitierten mit einem Plus von 0,9 Prozent davon, dass das operative Ergebnis im zweiten Quartal besser als befürchtet ausgefallen war. Analyst Andrew Stott von der Schweizer Großbank UBS hatte bereits am Mittwoch in einer Sektorstudie darauf hingewiesen, dass die jüngste Entwicklung der Chemiebranche eine langsame Erholung signalisiere. Im MDax stiegen die Anteilsscheine von Qiagen um 2,8 Prozent, nachdem sie im Handelsverlauf den höchsten Stand seit 2001 erreicht hatten. Das Gendiagnostik- und Biotechunternehmen erlebt wegen der Pandemie eine nach eigenen Worten beispiellose Nachfrage nach seinen Corona-Testprodukten. Erste Zahlen zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal übertrafen die eigenen Prognosen von Anfang Mai deutlich. Im Nebenwerteindex SDax rutschten die Aktien von Drägerwerk nach einem Medienbericht auf den letzten Platz und büßten letztlich 5,8 Prozent ein. Laut einem Artikel des "Spiegel" bestellte die Bundesregierung in der Corona-Krise bei einigen Herstellern wohl zu viele Beatmungsgeräte und will nun nicht alle abnehmen. Die Deutsche Börse mischt derweil außerplanmäßig die Zusammensetzung des SDax neu. Infolge der Übernahme von Rhön-Klinikum durch Asklepios Kliniken fällt der Rhön-Streubesitz unter 10 Prozent. Deshalb wird Rhön zum 14. Juli aus dem Nebenwerteindex genommen. Aufsteiger ist der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus. Dessen Aktienkurs zog um gut 11 Prozent an. Der Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) schaffte es mitten in der Corona-Krise auch dank einer starken Nachfrage in Lateinamerika operativ in die schwarzen Zahlen. An der Börse löste die Ankündigung einen Kurssprung aus, die Papiere stiegen um rund 15 Prozent. Die Aktien des Berliner Startup-Investors Rocket Internet, der an GFG beteiligt ist, tangierte dies nicht, sie endeten mit einem knappen Verlust. Der Euro legte im späten europäischen Handel etwas zu und übersprang die Marke von 1,13 Dollar. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1315 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1276 Dollar festgesetzt. Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,16 Prozent auf 145,36 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,46 Prozent am Vortag auf minus 0,51 Prozent. Der Bund-Future legte um 0,06 Prozent auf 176,62 Punkte zu./edh/stk --- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
10.07.2020 Quelle: dpa
WOCHENAUSBLICK: Anleger zwischen Corona-Angst und Konjunkturoptimismus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch in der neuen Woche dürften sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt im Zwiespalt zwischen Hoffen und Bangen bewegen. Den durchaus begründeten Hoffnungen auf eine weitere konjunkturelle Erholung (weltweit starke Frühindikatoren, fortschreitende Erholung in China) stünden Befürchtungen weiterhin hoher Corona-Infektionsraten vor allem in Nord- und Mittelamerika gegenüber, meint Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank. Er verwies dabei auf die jüngsten Negativrekorde bei den US-Infektionszahlen und die damit steigende Gefahr eines erneuten Shutdown. Entsprechend dürfte der jüngste Aufschwung an den Börsen trotz weiterhin hoffnungsvoller Konjunkturdaten solange eingebremst bleiben, bis sich bei den Ansteckungen eine Entspannung andeutet, glaubt Schickentanz. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, geht davon aus, dass in vielen US-Bundestaaten wieder neue Beschränkungen notwendig sind, die auch die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Monaten beeinträchtigen werden. "In Deutschland ist demgegenüber zwar das Infektionsgeschehen im Griff und der Anstieg bei Auftragseingängen, Exporten oder Einzelhandelsumsätzen liegt im zweistelligen Prozentbereich. Trotzdem sind auch hierzulande erst etwa 30 Prozent der durch die Corona-Krise gerissenen Lücken wieder aufgefüllt", erklärte Kater. Die anstehende Quartalsberichtssaison der Unternehmen dürften die Investoren mit Gelassenheit, aber auch mit Spannung verfolgen, glaubt der Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Frank Klumpp. Mit Gelassenheit, weil die Zahlen zum zweiten Quartal kaum noch negatives Überraschungspotenzial entfalten könnten. "Umso spannender sind die Hinweise auf den weiteren Geschäftsverlauf - hier dürfte sich der Nebel im Vergleich zum Vorquartal zumindest etwas lichten. Unabhängig davon dürfte die unheilvolle gleichzeitige Rekordjagd von US-Neuinfektionen und Aktienkursen wohl kaum Bestand haben können. Die begonnene Konsolidierung an den Aktienmärkten dürfte sich daher zunächst einmal fortsetzen", prognostizierte Klumpp. Kater verwies darauf, dass die Quartalsberichtssaison den bisherigen Hochpunkt der Corona-Krise beinhaltet. "Deshalb wird sie als Gradmesser gesehen, ob das Vertrauen in die Zukunft berechtigt ist, das in der starken Erholung am Aktienmarkt zum Ausdruck kommt." Die Marktteilnehmer rechneten mit einem Rückgang der Unternehmensgewinne um etwa 40 Prozent. "Wesentlich wird jetzt sein, ob diese Einschätzung realistisch ist und ob die Ausblicke der Unternehmen die These von der raschen Erholung im kommenden Jahr bestätigen", ergänzte der DekaBank-Experte. In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison in den USA bereits Fahrt auf: Auf der Agenda stehen 36 Unternehmen aus dem S&P-500-Index. Eröffnet wird der Zahlenreigen unter anderem von den großen US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Bank of America. Darüber hinaus berichten unter anderem die Fluggesellschaft Delta Air Lines, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson und der Filmstreaming-Dienst Netflix über ihre jüngste Geschäftsentwicklung. Auch in Europa gibt es erste avisierte Zahlen vom niederländischen Halbleiterausrüster ASML. Konjunkturell steht in der neuen Woche unter anderem die EZB-Ratssitzung am Donnerstag im Fokus. Aus Sicht der Notenbank dürfte Schickentanz zufolge wenig Bedarf bestehen, bei den bisher eingeführten Maßnahmen zur Stützung von Konjunktur und Kapitalmärkten noch einmal nachzulegen. Von den anstehenden deutschen Wirtschaftsdaten sollten die ZEW-Konjunkturerwartungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Aus den USA wird ein ganzes Bündel von Konjunkturdaten erwartet, die zeigen könnten, welches Tempo die Erholung bisher aufweist. "Zwar dürfte die Entwicklung im Juni sowohl bei Einzelhandelsumsätzen als auch der Industrieproduktion durchaus positiv ausfallen, aber angesichts der immer stärker steigenden Infektionsraten und der sukzessive erfolgenden verschärften regionalen Maßnahmen gegen die Pandemie wird die Frage bleiben, inwiefern diese Erholung wieder eingebremst wird", ergänzte Schickentanz. Ferner stehen die Verbraucherpreise, die regionalen Frühindikatoren von New York und Philadelphia, das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sowie einige Daten zum Häusermarkt an. Im Anlegerfokus dürften zudem die chinesischen Veröffentlichungen zu Handelsbilanz, Einzelhandelsumsätzen, Industrieproduktion und dem Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal sein. "Da die chinesische Konjunktur den Einbruch aufgrund der Belastungen durch Covid-19 bereits weitgehend aufgeholt hat, wird mit Spannung erwartet werden, ob und wie schnell die Erholung weiter voranschreitet", bemerkte der Commerzbank-Anlagestratege. Am Freitag und Samstag stehen dann noch schwierige Verhandlungen auf dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU auf der Tagesordnung. Dabei geht es um den mehrjährigen Finanzrahmen und um das Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise. "Es wird spannend, inwieweit sich die beiden Lager, Südeuropa und übrige Staaten, über Höhe, Modalitäten und Verteilungsschlüssel verständigen werden. Eine bedeutende Wegmarke in der Geschichte der EU, an der sich entscheiden wird, ob die EU gestärkt aus dem Corona-Schock hervorgehen kann", stellte LBBW-Experte Klumpp fest./edh/jkr/stk