Faktor-Zertifikat | 4,00 | Short | Osram Licht

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Wertentwicklung

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf Osram Licht hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, wird das Produkt automatisch beendet (eine sogenannte Reset Ereignis Beendigung) und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf Osram Licht hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, wird das Produkt automatisch beendet (eine sogenannte Reset Ereignis Beendigung) und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Ereignisse

Datum Ereignis Anpassung Wert vor Ereignis Wert nach Ereignis
20.02.2019 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 50,57 EUR
  • 48,55 EUR
  • 10,53
  • 48,56 EUR
  • 46,62 EUR
  • 9,64
21.02.2018 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 84,07 EUR
  • 80,71 EUR
  • 8,06
  • 84,61 EUR
  • 81,23 EUR
  • 8,94
15.02.2017 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 72,96 EUR
  • 70,05 EUR
  • 1,89
  • 71,86 EUR
  • 68,99 EUR
  • 1,88

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Nachrichten und Analysen

29.07.2020 Quelle: dpa
GESAMT-ROUNDUP: Tiefrote Zahlen bei Osram - Schwarze beim neuen Eigner AMS
MÜNCHEN/PREMSTÄTTEN (dpa-AFX) - Osram und sein neuer Mehrheitseigner AMS kommen sehr unterschiedlich durch die Corona-Krise. Während der angeschlagene Münchner Lichtkonzern am Mittwoch tiefrote Zahlen und einen Umsatzeinbruch für das abgelaufene Quartal meldete, verbuchte der österreichische Sensorspezialist das umsatzstärkste zweite Quartal seiner Geschichte und konnte sich trotz Krise in den schwarzen Zahlen halten. Bei Osram schlug die Corona-Krise im vergangenen Quartal - wegen eines abweichenden Geschäftsjahres ist es das Dritte - voll zu. Der Umsatz brach um 29 Prozent auf 606 Millionen Euro ein, unter dem Strich stand ein massiver Verlust von 140 Millionen Euro. AMS dagegen steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 418 Millionen Euro und hielt sich mit gut 5 Millionen Euro Gewinn in den schwarzen Zahlen, obwohl neben Corona auch Kosten für die Übernahme das Ergebnis belasteten. Auch für die nahe Zukunft gehen die Einschätzungen auseinander. Bei AMS heißt es, das laufende Quartal werde "sehr gut", bei Osram rechnet man dagegen weiterhin mit konjunkturellen Auswirkungen durch die Corona-Krise. Allerdings sagte Osram-Chef Olaf Berlien: "Das dritte Geschäftsquartal war ganz klar der Tiefpunkt unserer Umsatzentwicklung." AMS verdankt seine guten Zahlen vor allem dem Geschäft als Zulieferer für die Smartphone-Industrie. Dort lief es im zweiten Quartal rund, während andere - kleinere - Bereiche wie Automotive und Industrie schwächelten. Bei Osram spielt der Automotive-Bereich dagegen eine sehr viel größere Rolle und wurde von Corona besonders hart getroffen. Konzernchef Berlien sah sich durch den Geschäftsverlauf dennoch darin bestätigt, dass sich Osram gut gegen die Krise gerüstet habe. Er hob die Entwicklung in Nordamerika und China hervor. Allerdings brachen die Erlöse im Automotive-Geschäft um mehr als ein Drittel ein. Etwas besser lief es in der Halbleitersparte Opto Semiconductors, in der die Erlöse um rund ein Fünftel zurückgingen. In der Digitalsparte lagen die Umsatzrückgänge dagegen bei rund 31 Prozent. Am Nachmittag lag die Osram-Aktie mit einem Kursplus von rund 4 Prozent an der Spitze des MDax. "Aus operativer Sicht sind die Zahlen solide", sagte ein Aktienhändler. Der Umsatz liege um gut vier Prozent über der durchschnittlichen Analystenerwartung und der bereinigte operative Verlust sei 40 Prozent geringer ausgefallen als am Markt erwartet. Der Osram-Vorstand sieht sich auf einem guten Weg, seine im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen. Seine alte Prognose hatte das Unternehmen wegen der Pandemie zurückgezogen. AMS will Osram ab Beginn des dritten Quartals 2020 vollständig konsolidieren und beabsichtigt, die Münchner als separates Berichtssegment mit einzuschließen. Der Ausblick für das dritte Quartal umfasse jedoch nur das AMS-Geschäft, stellte das Unternehmen klar. Die in der Schweizer Börse notierte AMS-Aktie gab zunächst rund 6 Prozent nach und lag zuletzt noch knapp im Minus. Händler begründeten das mit dem schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick auf das laufende Quartal. Laut dem Analysten Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgen liegt der Ausblick unter den durchschnittlichen Markterwartungen. Im Raum stehenden Spekulationen um eine Trennung von Osrams Automotive-Bereich erteilte AMS-Chef Alexander Everke unterdessen eine Absage. Schlechter sieht es für das Joint Venture von Osram mit Continental aus. Dahinter sehe er keine strategische Logik, sagte Everke in einer Telefonkonferenz. Man sei dazu mit Osram in Gesprächen. Dabei geht es um etwa 1500 Beschäftigte, die sich in München mit Lichttechnologie rund ums Auto befassen. Schon länger wird über ein Ende des Projekts spekuliert. AMS hatte Anfang Juli die Übernahme der Mehrheit an Osram abgeschlossen und seinen Anteil inzwischen weiter auf 71 Prozent ausgeweitet. Weitere Zukäufe sind ebenso geplant wie ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Letzterer soll um das Jahresende herum implementiert werden. AMS-Chef Everke will mit Osram einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden und hatte die Übernahme gegen Widerstände der IG Metall und des Osram-Betriebsrats durchgesetzt, die unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau befürchten. Die Österreicher bezeichneten den erfolgreichen Abschluss der Transaktion als entscheidenden Meilenstein "für die hochstrategische und transformative Übernahme", die nun die komplementären Stärken von AMS und Osram zusammen­führen werde. Laut Mitteilung will sich AMS im zusammengeschlossenen Unternehmen künftig auf die drei Bereiche Sensorik, Illumination und Visualisierung konzentrieren. Dem milliardenschweren Deal waren Monate der Ungewissheit vorausgegangen. Nachdem AMS Ende vergangenen Jahres im zweiten Anlauf die Mindestannahmeschwelle übersprungen hatte und einen Bieterkampf mit Finanzinvestoren für sich entscheiden konnte, sorgte die Corona-Krise bei Marktbeobachtern für Zweifel, ob die Übernahme überhaupt gelingen würde. Zwischenzeitlich waren die Aktienkurse von Osram und AMS abgestürzt. Anfang Juli konnte AMS aber doch Vollzug melden, nachdem die EU-Wettbewerbshüter den Deal ohne Auflagen gebilligt hatten. Auf Basis seiner Mehrheitsbeteiligung beginnt AMS nun, enger mit Osram zusammenzuarbeiten, etwa mit Blick auf die Vorbereitung der künftigen Organisations- und Geschäftsstruktur. Zudem plant der Konzern, insgesamt vier Sitze im Osram-Aufsichtsrat zu besetzen. Der Münchner Leuchtenhersteller soll eine unabhängige börsennotierte AMS-Tochtergesellschaft bleiben, bis weitere Schritte wie ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen und umgesetzt sind./ruc/eas/mne/fba
29.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP: Osram leidet unter Corona-Krise und schreibt Verlust - Aktie legt zu
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der angeschlagene Lichtkonzern Osram hat die schwachen Automärkte und die Folgen der Coronavirus-Pandemie wie erwartet deutlich zu spüren bekommen. Unter dem Strich stand im dritten Geschäftsquartal ein Fehlbetrag von 140 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Bereits im Vorjahreszeitraum hatte der Leuchtenhersteller, der kürzlich vom österreichischen Sensorspezialisten AMS übernommen wurde, einen Verlust von 35 Millionen eingefahren. Das Minus fiel nun aber erheblich größer aus. Der Konzern hatte schon im Juni vor einem herben Umsatzeinbruch im dritten Jahresviertel gewarnt. Und so kam es auch. Die Erlöse knickten auf vergleichbarer Basis um knapp 29 Prozent auf 606 Millionen Euro ein. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit minus 27 Millionen Euro im roten Bereich. Ein Jahr zuvor hatten die Münchner noch einen operativen Gewinn von 58 Millionen Euro erzielt. Osram teilte mit, dass das dritte Quartal im Vergleich mit den Hauptabsatzbranchen besser ausgefallen sei als erwartet. Vor allem das bereinigte Ebitda sei deutlich besser gewesen als angenommen. "Der Erfolg unserer Corona-Maßnahmen und unseres Liquiditätsmanagements schlägt sich klar in unseren Quartalszahlen nieder", befand Konzernchef Olaf Berlien. Im dritten Quartal habe Osram bereits die Gesamtersparnis erreicht, die sich das Unternehmen für das Gesamtjahr vorgenommen habe. Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Am späten Vormittag lag die Osram-Aktie mit einem Kursplus von rund 4,5 Prozent an der Spitze des MDax. Im laufenden Jahr hat das Papier seine herben Verluste im Zuge der Marktturbulenzen und Corona-Krise mittlerweile fast aufgeholt. Auf längere Sicht sieht es allerdings deutlich schlechter aus: In den zurückliegenden drei Jahren steht für die Titel ein Minus von rund 36 Prozent zu Buche. "Aus operativer Sicht sind die Zahlen solide", sagte ein Aktienhändler. Der Umsatz liege um gut vier Prozent über der durchschnittlichen Analystenerwartung, und der bereinigte operative Verlust sei 40 Prozent geringer ausgefallen als am Markt erwartet. Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan wies auf eine überraschend hohe Profitabilität in der Optoeletronik hin. Hier liege die Marge mit 12,2 Prozent weit über der Markterwartung von 5,2 Prozent. Konzernchef Berlien sah sich durch den Geschäftsverlauf darin bestätigt, dass sich Osram gut gegen die Krise gerüstet habe. Er hob die Entwicklung in Nordamerika und China hervor. Allerdings machte die Corona-Krise dem Lichtkonzern vor allem im Automotive-Geschäft zu schaffen. Dort brachen die Erlöse um mehr als ein Drittel ein. Etwas besser lief es in der Halbleitersparte Opto Semiconductors, in der die Erlöse um rund ein Fünftel zurückgingen. In der Digitalsparte lagen die Umsatzrückgänge dagegen bei rund 31 Prozent. Im laufenden Schlussquartal rechnet Osram weiterhin mit konjunkturellen Folgen der Corona-Krise. Obwohl es gerade in Asien erkennbare Anzeichen einer Erholung gebe und die dortige Produktion annähernd auf Vor-Krisen-Niveau liege, bleibe die Entwicklung in Europa noch abzuwarten, hieß es. Der Vorstand sieht sich aber auf einem guten Weg, seine im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen. Seine alte Prognose hatte das Unternehmen wegen der Pandemie zurückgezogen. Anfang Juli hatte der österreichische Sensorspezialist AMS die Mehrheitsübernahme von Osram vollzogen, nachdem die EU-Wettbewerbshüter den Deal ohne Auflagen gebilligt hatten. Im Zuge dessen teilte Osram nun mit, dass drei Plätze im Aufsichtsrat künftig vom Mehrheitsaktionär AMS besetzt würden, nämlich von AMS-Vorstand Thomas Stockmeier, AMS-Betriebsrat Johann Christian Eitner sowie dem selbständigen Unternehmensberater Hans-Peter Metzler. Drei bisherige Osram-Aufsichtsratsmitglieder haben ihre Mandate niedergelegt./eas/stw/fba
29.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP: AMS treibt Osram-Integration voran und erhöht Beteiligung
PREMSTÄTTEN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der österreichische Sensorspezialist AMS treibt die Integration des Lichtkonzerns Osram nach der kürzlich vollzogenen Mehrheitsübernahme voran. Das Unternehmen aus der Steiermark will zeitnah einen Beherrschungs- und Gewinnabführungvertrag mit Osram abschließen und rechnet mit einer Umsetzung bis zum Jahresende 2020, wie AMS am Mittwoch in Premstätten mitteilte. Dadurch wollen die Österreicher in den kommenden Jahren ein deutlich profitables gemeinsames Unternehmen schaffen, hieß es weiter. Auf Basis seiner Mehrheitsbeteiligung beginnt AMS nun, enger mit Osram zusammenzuarbeiten, etwa mit Blick auf die Vorbereitung der künftigen Organisations- und Geschäftsstruktur. Zudem plant der Konzern, insgesamt vier Sitze im Osram-Aufsichtsrat zu besetzen. Der Münchner Leuchtenhersteller soll eine unabhängige börsennotierte AMS-Tochtergesellschaft bleiben, bis weitere Schritte wie ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen und umgesetzt sind. Zudem hat AMS seine Osram-Beteiligung nach eigenen Angaben auf rund 71 Prozent aufgestockt. Künftig will der Sensorspezialist überschüssige liquide Mittel aus dem operativen Geschäft zum weiteren Ausbau seiner Beteiligung verwenden. AMS-Chef Alexander Everke will mit Osram einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden und hatte die Übernahme gegen Widerstände der IG Metall und des Osram-Betriebsrats durchgesetzt, die unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau befürchten. Nun bezeichneten die Österreicher den erfolgreichen Abschluss der Transaktion als entscheidenden Meilenstein "für die hochstrategische und transformative Übernahme", die nun die komplementären Stärken von AMS und Osram zusammen­führen werde. Laut Mitteilung will sich AMS im zusammengeschlossenen Unternehmen künftig auf die drei Bereiche Sensorik, Illumination und Visualisierung konzentrieren. Dem milliardenschweren Deal waren Monate der Ungewissheit vorausgegangen. Nachdem AMS Ende vergangenen Jahres im zweiten Anlauf die Mindestannahmeschwelle übersprungen hatte und einen Bieterkampf mit US-Finanzinvestoren für sich entscheiden konnte, sorgte die Corona-Krise bei Marktbeobachtern für Zweifel, ob die Übernahme überhaupt gelingen würde. Zwischenzeitlich waren die Aktienkurse von Osram und AMS abgestürzt. Anfang Juli konnte AMS aber doch Vollzug melden, nachdem die EU-Wettbewerbshüter den Deal ohne Auflagen gebilligt hatten. AMS zeigte sich nun erneut von dem "hervorragenden Technologie-, Markt- und Ertragspotenzial der Kombination überzeugt". Allerdings schreibt Osram derzeit rote Zahlen und steckte auch schon vor der Coronavirus-Pandemie in der Krise. AMS wiederum ist stark verschuldet und hat die Übernahme auf Pump finanziert. Allerdings laufen die Geschäfte des Apple-Zulieferers derzeit gut. So erzielte AMS im zweiten Quartal nach eigenen Angaben Rekordumsätze. Demnach konnte sich der Konzern im Gegensatz zu etlichen anderen Unternehmen und Branchen von der Corona-Krise weitgehend freimachen, auch wenn die Nachfrage im Automotive- und Industriegeschäft verhalten gewesen sei. Besonders im Consumer-Geschäft, in dem die Österreicher vor allem Teile für Smartphones herstellen, lief es gut. Insgesamt kletterten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 460,3 Millionen US-Dollar (rund 392 Millionen Euro). Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag bei 90,1 Millionen Dollar nach 49 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Im laufenden dritten Quartal rechnet der Konzern erneut mit positiven Zahlen. So erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen 530 und 570 Millionen US-Dollar. Davon sollen 21 bis 24 Prozent als bereinigter operativer Gewinn beim Unternehmen hängenbleiben. AMS will Osram ab Beginn des dritten Quartals 2020 vollständig konsolidieren und beabsichtigt, die Münchner als separates Berichtssegment mit einzuschließen. Der Ausblick für das dritte Quartal umfasse jedoch nur das AMS-Geschäft, stellte das Unternehmen klar. Die in der Schweizer Börse notierte AMS-Aktie gab deutlich nach und verlor zuletzt knapp sechs Prozent. Händler begründeten das mit dem schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick auf das laufende Quartal. Laut dem Analysten Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgen liegt der Ausblick für das laufende Quartal unter den durchschnittlichen Markterwartungen./eas/stw/zb