Faktor-Zertifikat | 5,00 | Long | Volkswagen Vz.

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Wertentwicklung

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Long auf Volkswagen Vz. hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere unterschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Long auf Volkswagen Vz. hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere unterschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Ereignisse

Datum Ereignis Anpassung Wert vor Ereignis Wert nach Ereignis
01.10.2020 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 111,00 EUR
  • 115,44 EUR
  • 0,24
  • 107,06 EUR
  • 111,35 EUR
  • 0,23

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Nachrichten und Analysen

30.09.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: VW steckt trotz Krise Milliarden in die E-Flotte und vernetzte Autos
(durchgehend aktualisiert) BERLIN (dpa-AFX) - Trotz Corona-Krise und zahlreicher hausgemachter Probleme verlangt VW-Boss Herbert Diess bei der Neuausrichtung des Autobauers hohes Tempo. "Der Umbau des Unternehmens wird von Corona nicht gebremst, sondern beschleunigt", sagte der Konzernvorstand am Mittwoch in Berlin. Das Management bekräftigte bei der Online-Hauptversammlung die milliardenschweren Investitionen in die Elektroflotte. "Viel weitreichender wird es sein, dass das Auto sich in den kommenden zehn Jahren zu einem vollvernetzten Mobilitätsdevice entwickelt", sagte Diess. VW müsse in der Lage sein, nicht nur die Transporthülle anzubieten, sondern auch das Gehirn, das das Fahrzeug mit Künstlicher Intelligenz sicher steuere. Um das zu erreichen, müsse sich der Konzern hin zu einem Digitalunternehmen wandeln. Allein 14 Milliarden Euro fließen den Angaben zufolge bis 2024 in den Aufbau der IT-Kompetenz und das autonome Fahren. In den Ausbau der E-Mobilität sollen bis 2024 33 Milliarden Euro fließen. VW will Marktführer bei batterie-elektrischen Fahrzeugen werden. Diess unterstrich erneut die Rolle Chinas als größter Automarkt der Welt sowie Vorreiter und Treiber der Elektrifizierung. "Das Wachstum im chinesischen Automobilmarkt wird in diesem Jahrzehnt vorwiegend elektrisch sein", sagte der Manager. "Unsere Prognosen gehen davon aus, dass sich das jährliche Volumen von 2020 bis 2030 mehr als verzehnfacht". Erst vor wenigen Tagen hatte VW angekündigt, allein in China zwischen den Jahren 2020 und 2024 weitere rund 15 Milliarden Euro in den Ausbau der E-Mobilität zu investieren. Trotz dieser Aufwendungen in der Corona-Krise bestätigte Volkswagen seinen Ausblick für das aktuelle Jahr. Der Dax-Konzern geht weiter von einem positiven operativen Ergebnis aus. Für das vergangene Geschäftsjahr will VW seinen Aktionären wie geplant eine Dividende zahlen. Wegen der nach wie vor schwer einschätzbaren Entwicklungen blieb das Management aber dabei, den ursprünglichen Dividendenvorschlag um 1,70 Euro auf 4,86 je Vorzugsaktie zu kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre sollen jeweils 6 Cent weniger bekommen. Den geplanten Stellenabbau beim Lkw-Bauer MAN aus der VW-Nutzfahrzeugholding Traton verteidigte Diess. Der Manager verwies darauf, dass die wirtschaftliche Basis von MAN schon vor der Corona-Krise nicht ausreichend gewesen sei, um über den Lkw-Zyklus hinweg strategisch wichtige Investitionen zu finanzieren: "MAN Truck & Bus braucht die Restrukturierung mit Werkschließungen und Personalabbau in der Größenordnung von rund 9500 Stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit herzustellen." Obwohl die Anleger in Berlin nicht dabei sein konnten und das ungewöhnliche Format der Online-Hauptversammlung einen direkten Dialog mit der VW-Führung verhinderte, übten die Aktionärsvertreter mit ihren schriftlichen Einlassungen und Fragen teils deutliche Kritik. So monierte etwa Fondsmanager Ingo Speich von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka, dass der Dieselskandal noch nicht ausgestanden sei und "althergebrachte Kontrollschwächen" die VW-Investoren weiterhin teuer zu stehen kämen. Auch die Investmentgesellschaft Union Investment kritisierte unter anderem "die verkrusteten Strukturen in Wolfsburg". Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS richtete gleich eine ganze Palette kritischer Fragen an die VW-Führung und monierte die immer noch andauernden gerichtlichen Auseinandersetzungen gegen das Unternehmen aufgrund der "Diesel-Thematik", durch die bereits über 32 Milliarden Euro an Substanz vernicht worden seien. Ungeachtet dessen wurden Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit entlastet. Dass der Dieselskandal längst nicht vorbei ist, wurde zeitgleich in Bayern deutlich. Dort muss sich seit Mittwoch der langjährige Audi-Chef Rupert Stadler zusammen mit dem früheren Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz und zwei Ingenieuren dem ersten deutschen Strafprozess in dieser Sache stellen. Allein für diesen Prozess hat das Landgericht München bis Ende 2022 Termine angesetzt. Ex-Vorstand Martin Winterkorn soll in Braunschweig gleich zweimal vor Gericht, wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und Marktmanipulation. Gegen eine vom Oberlandesgericht in Celle angeordnete externe Prüfung zu den Manipulationen wehrt sich der Konzern weiter mit einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht. "Wir sind der Auffassung, dass die Anordnung der Sonderprüfung und der Austausch des Sonderprüfers Volkswagen in seinen durch die Verfassung geschützten Rechten verletzen", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Aus Sicht von VW werden die Vorgänge bereits sehr breit und auch unabhängig aufgeklärt, sagte Pötsch mit Verweis den vom US-amerikanischen Justizministerium eingesetzten unabhängigen Kontrolleur (Compliance Monitor) Larry Thompson./bch/eas/DP/fba
30.09.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 4/Dieselskandal: Ex-Audi-Chef Stadler vor Gericht
(neu: Aussage des Gerichts, nach der bei Stadler nur Unterlassen in Betracht kommt) MÜNCHEN (dpa-AFX) - Rupert Stadler kommt in einem grauen Mercedes zum Audi-Prozess. Es ist ein symbolisches Bild: Er ist nicht mehr der Audi-Chef, in dessen Zeit die Marke glänzte und einige Jahre mehr Autos als Mercedes verkaufte. Entschlossen marschierte der 57-jährige Angeklagte am Mittwochvormittag in den Saal, in dem in den nächsten zwei Jahren der erste deutsche Strafprozess um den Dieselskandal stattfindet - braungebrannt, mit längeren Haaren als früher, eine Hand in der Hosentasche, einen Rucksack lässig über die Schulter geschwungen. Wegen des Verkaufs von Dieselautos mit geschönten Abgaswerten hat ihn die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht München angeklagt, zusammen mit dem ehemaligen Audi-Motorenchef und Porsche-Technikvorstand Wolfgang Hatz und zwei Ingenieuren. Theoretisch drohen ihnen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis. Stadler begrüßte Hatz mit einem fröhlichen Faust-Gruß - die beiden anderen Angeklagten schien er zu übersehen. Gleich zu Beginn wollte Stadlers Verteidiger wissen, ob die Richter oder ihre Ehepartner nach 2009 Dieselautos aus dem VW-Konzern gefahren haben. Das könnte zum Ausschluss wegen Befangenheit führen. Das Gericht wird später antworten und erteilte der Anklage das Wort. Den VW-Konzern hat der Skandal mit elf Millionen manipulierten Autos bisher 32 Milliarden Euro gekostet. Stadler werfen die Ermittler allerdings "nur" vor, nach Aufdeckung der Manipulationen durch die US-Umweltbehörde im September 2015 die Produktion und den Verkauf von Autos mit der Schummelsoftware nicht gestoppt zu haben. Über 120 000 Fahrzeuge mit überhöhtem Stickstoff-Ausstoß seien so noch auf die Straße gekommen. Den Käufern sei damit ein Schaden von 28 Millionen Euro entstanden. Stadler will im Prozess aussagen. Von 2007 an war er fast zwölf Jahre Audi-Chef - bis 2018, als er in einem abgehörten Telefonat über die Beurlaubung eines Mitarbeiters sprach und wegen Verdunkelungsgefahr vier Monate lang in U-Haft kam. Er sieht sich zu Unrecht angeklagt. "Was soll ich machen, wenn mir gesagt wird, der Sechszylinder ist sauber", hatte er Journalisten schon nach Einleitung der Ermittlungen gesagt. Und diese Position vertritt er auch weiterhin. Einen kleinen Dämpfer verpasste das Gericht der Anklage schon. Nach Aktenlage habe Stadler Taten durch Unterlassen begangen - eine Tat durch aktives Tun, wie es die Staatsanwaltschaft sehe, "kommt nach derzeitiger Einschätzung der Kammer nicht in Betracht", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Weickert. Bei Taten durch Unterlassen ist der Strafrahmen zwar grundsätzlich gleich, kann aber reduziert werden. Als prominentester Angeklagter steht der 57-Jährige im Fokus des öffentlichen Interesses. Weit schwerer aber wiegen die Vorwürfe gegen die drei mitangeklagten Ingenieure: Laut Anklage haben sie die illegalen Abgas-Tricksereien ab 2007 organisiert und dafür gesorgt, dass entsprechende Motoren in 434 420 Autos eingebaut wurden. Bei der Schadenshöhe ist sich die Staatsanwaltschaft selbst nicht ganz sicher: Vielleicht 3,2 Milliarden Euro, weil die Autos in den USA "praktisch Schrottwert" hatten. Vielleicht auch nur 170 Millionen Euro - so viel hat die Beseitigung der Manipulationen gekostet. Chef dieses Trios war Hatz, von 2001 bis 2009 Leiter der Motorenentwicklung bei Audi, dann bei VW. Er weist die Anklage bis heute zurück. Aber die beiden anderen Ingenieure haben schon gestanden. Die Ankläger erklärten am Mittwoch zunächst, wie die Idee entstand, die Abgaswerte zu schönen. Im Jahr 2006 rechnete der Abteilungsleiter für Abgasnachbehandlung, Henning L., aus, dass 1 Liter Adblue-Harnstofflösung reicht, um den Stickoxid-Grenzwert 1000 Kilometer lang einzuhalten. Daraufhin wurden die Autos mit 23-Liter-Tanks konstruiert - scheinbar genug bis zum nächsten Wartungsintervall. Aber bei Testfahrten stellte sich Ende 2007, Anfang 2008 heraus: Das reicht nicht. Dabei wollten doch Audi und VW ab November 2008 den US-Markt erobern mit ihrem "Clean Diesel", dem "saubersten Diesel der Welt". "Ganz ohne Bescheißen werden wir es nicht schaffen", schrieb ein Techniker im Januar 2008 an Henning L. und dessen Chef Giovanni P. Laut Anklage forderte Giovanni P. "intelligente Lösungen" und ordnete schließlich den Einbau der Testerkennung an. So funktionierte die Abgasreinigung auf dem Prüfstand tadellos - auf der Straße aber wurde sie gedrosselt. Giovanni P., von 2002 bis 2015 Hauptabteilungsleiter, sieht sich als bloßen Befehlsempfänger. Laut Anklage hat er alle Manipulationen mit Hatz abgestimmt "und ließ sich diese absegnen". Henning L. soll Hatz auf den Gesetzesverstoß hingewiesen haben. Und ein Mitarbeiter soll Giovanni P. gewarnt haben: "Dies ist ein eindeutiges Defeat Device und nicht zulässig." Aber laut Anklage handelte das Trio "stets in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken". Hatz habe sich bei Martin Winterkorn, damals frisch vom Audi-Chef zum VW-Konzernchef in Wolfsburg befördert, persönlich "für den Erfolg des Clean-Diesel-Projekts verbürgt". Der Prozess findet in einem modernen, großen, aber unterirdischen Verhandlungssaal im Gefängnis München-Stadelheim statt. Stadler, Hatz und Giovanni P. mochten sich an ihre Zeit in U-Haft erinnert fühlen. Abwechselnd lasen die beiden Staatsanwälte die 92 Seiten lange Anklage vor, stundenlang. Gut zwei Jahre lang soll der Prozess dauern, immer dienstags und mittwochs, bis Ende 2022. In den nächsten Wochen werden zunächst die Verteidiger, dann die Angeklagten selbst zu Wort kommen. Allen vieren wirft die Staatsanwaltschaft Betrug, irreführende Werbung und mittelbare Falschbeurkundung vor. Drei ehemalige Vorstandskollegen von Stadler und Hatz' Vorgänger als Audi-Motorenchef hat sie auch schon angeklagt. Das Ansehen von Audi und VW, der Ruf des Diesels ist ramponiert. Fast 100 000 Audi-Fahrer warten immer noch auf die Nachrüstung ihrer Autos. Und in Braunschweig wartet Winterkorn auf seinen Prozess wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs./rol/DP/fba
30.09.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 4/Audi-Dieselskandal: Der 'Herr der Ringe' vor Gericht
(neu: weitere Details aus der Verhandlung, mehr Hintergrund) MÜNCHEN (dpa-AFX) - Rupert Stadler kommt in einem grauen Mercedes zum Audi-Prozess. Es ist ein symbolisches Bild: Er ist nicht mehr der Audi-Chef, in dessen Zeit die Marke glänzte und einige Jahre mehr Autos als Mercedes verkaufte. Entschlossen marschierte der 57-jährige Angeklagte am Mittwochvormittag in den Saal, in dem in den nächsten zwei Jahren der erste deutsche Strafprozess um den Dieselskandal stattfindet - braungebrannt, mit längeren Haaren als früher, eine Hand in der Hosentasche, einen Rucksack lässig über die Schulter geschwungen. Wegen des Verkaufs von Dieselautos mit geschönten Abgaswerten hat ihn die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht München angeklagt, zusammen mit dem ehemaligen Audi-Motorenchef und Porsche-Technikvorstand Wolfgang Hatz und zwei Ingenieuren. Theoretisch drohen ihnen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis. Stadler begrüßte Hatz mit einem fröhlichen Faust-Gruß - die beiden anderen Angeklagten schien er zu übersehen. Gleich zu Beginn wollte Stadlers Verteidiger wissen, ob die Richter oder ihre Ehepartner nach 2009 Dieselautos aus dem VW-Konzern gefahren haben. Das könnte zum Ausschluss wegen Befangenheit führen. Das Gericht wird später antworten und erteilte der Anklage das Wort. Den VW-Konzern hat der Skandal mit elf Millionen manipulierten Autos bisher 32 Milliarden Euro gekostet. Stadler werfen die Ermittler allerdings "nur" vor, nach Aufdeckung der Manipulationen durch die US-Umweltbehörde im September 2015 die Produktion und den Verkauf von Autos mit der Schummelsoftware nicht gestoppt zu haben. Über 120 000 Fahrzeuge mit überhöhtem Stickstoff-Ausstoß seien so noch auf die Straße gekommen. Den Käufern sei damit ein Schaden von 28 Millionen Euro entstanden. Stadler will im Prozess aussagen. Von 2007 an war er fast zwölf Jahre Audi-Chef - bis 2018, als er in einem abgehörten Telefonat über die Beurlaubung eines Mitarbeiters sprach und wegen Verdunkelungsgefahr vier Monate lang in U-Haft kam. Er sieht sich zu Unrecht angeklagt. "Was soll ich machen, wenn mir gesagt wird, der Sechszylinder ist sauber", hatte er Journalisten schon nach Einleitung der Ermittlungen gesagt. Und diese Position vertritt er auch weiterhin. Als prominentester Angeklagter steht der 57-Jährige im Fokus des öffentlichen Interesses. Weit schwerer aber wiegen die Vorwürfe gegen die drei mitangeklagten Ingenieure: Laut Anklage haben sie die illegalen Abgas-Tricksereien ab 2007 organisiert und dafür gesorgt, dass entsprechende Motoren in 434 420 Autos eingebaut wurden. Bei der Schadenshöhe ist sich die Staatsanwaltschaft selbst nicht ganz sicher: Vielleicht 3,2 Milliarden Euro, weil die Autos in den USA "praktisch Schrottwert" hatten. Vielleicht auch nur 170 Millionen Euro - so viel hat die Beseitigung der Manipulationen gekostet. Chef dieses Trios war Hatz, von 2001 bis 2009 Leiter der Motorenentwicklung bei Audi, dann bei VW. Er weist die Anklage bis heute zurück. Aber die beiden anderen Ingenieure haben schon gestanden. Die Ankläger erklärten am Mittwoch zunächst, wie die Idee entstand, die Abgaswerte zu schönen. Im Jahr 2006 rechnete der Abteilungsleiter für Abgasnachbehandlung, Henning L., aus, dass 1 Liter Adblue-Harnstofflösung reicht, um den Stickoxid-Grenzwert 1000 Kilometer lang einzuhalten. Daraufhin wurden die Autos mit 23-Liter-Tanks konstruiert - scheinbar genug bis zum nächsten Wartungsintervall. Aber bei Testfahrten stellte sich Ende 2007, Anfang 2008 heraus: Das reicht nicht. Dabei wollten doch Audi und VW ab November 2008 den US-Markt erobern mit ihrem "Clean Diesel", dem "saubersten Diesel der Welt". "Ganz ohne Bescheißen werden wir es nicht schaffen", schrieb ein Techniker im Januar 2008 an Henning L. und dessen Chef Giovanni P. Laut Anklage forderte Giovanni P. "intelligente Lösungen" und ordnete schließlich den Einbau der Testerkennung an. So funktionierte die Abgasreinigung auf dem Prüfstand tadellos - auf der Straße aber wurde sie gedrosselt. Giovanni P., von 2002 bis 2015 Hauptabteilungsleiter, sieht sich als bloßen Befehlsempfänger. Laut Anklage hat er alle Manipulationen mit Hatz abgestimmt "und ließ sich diese absegnen". Henning L. soll Hatz auf den Gesetzesverstoß hingewiesen haben. Und ein Mitarbeiter soll Giovanni P. gewarnt haben: "Dies ist ein eindeutiges Defeat Device und nicht zulässig." Aber laut Anklage handelte das Trio "stets in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken". Hatz habe sich bei Martin Winterkorn, damals frisch vom Audi-Chef zum VW-Konzernchef in Wolfsburg befördert, persönlich "für den Erfolg des Clean-Diesel-Projekts verbürgt". Der Prozess findet in einem modernen, großen, aber unterirdischen Verhandlungssaal im Gefängnis München-Stadelheim statt. Stadler, Hatz und Giovanni P. mochten sich an ihre Zeit in U-Haft erinnert fühlen. Abwechselnd lasen die beiden Staatsanwälte die 92 Seiten lange Anklage vor, stundenlang. Gut zwei Jahre lang soll der Prozess dauern, immer dienstags und mittwochs, bis Ende 2022. In den nächsten Wochen werden zunächst die Verteidiger, dann die Angeklagten selbst zu Wort kommen. Allen vieren wirft die Staatsanwaltschaft Betrug, irreführende Werbung und mittelbare Falschbeurkundung vor. Drei ehemalige Vorstandskollegen von Stadler und Hatz' Vorgänger als Audi-Motorenchef hat sie auch schon angeklagt. Das Ansehen von Audi und VW, der Ruf des Diesels ist ramponiert. Fast 100 000 Audi-Fahrer warten immer noch auf die Nachrüstung ihrer Autos. Und in Braunschweig wartet Winterkorn auf seinen Prozess wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs./rol/DP/he
30.09.2020 Quelle: dpa
Volkswagen wehrt sich weiter gegen Sonderprüfer zum Dieselskandal
BERLIN (dpa-AFX) - Der VW-Konzern wehrt sich fünf Jahre nach Aufdeckung des Dieselskandals weiter gegen eine externe Prüfung. "Wir sind der Auffassung, dass die Anordnung der Sonderprüfung und der Austausch des Sonderprüfers Volkswagen in seinen durch die Verfassung geschützten Rechten verletzen", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Mittwoch in Berlin. Die erneute Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht hatte das Unternehmen zuvor im Halbjahresbericht für 2020 angekündigt. Der Antrag für eine externe Aufarbeitung war von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gekommen. Im Mai dieses Jahres hatte das Oberlandesgericht in Celle eine frühere Entscheidung dazu bestätigt und dabei den ursprünglich ernannten Prüfer aus Altersgründen ersetzt. Da die OLG-Entscheidung formal rechtskräftig ist, gehen die Wolfsburger den Weg zum Verfassungsgericht in Karlsruhe. Aus Sicht von Volkswagen werden die Vorgänge, die der Sonderprüfer aufklären soll, bereits sehr breit und auch unabhängig aufgeklärt. Pötsch verwies bei der Online-Hauptversammlung am Mittwoch auf den vom US-amerikanischen Justizministerium eingesetzten unabhängigen Kontrolleur (Compliance Monitor) Larry Thompson. Im Übrigen kooperiere der Konzern vollumfänglich mit den Behörden in zahlreichen Ländern. Nach VW-Angaben hat der neue Sonderprüfer die Bestellung zwischenzeitlich angenommen. Die Verfassungsbeschwerde habe keine aufschiebende Wirkung./bch/DP/jha