Faktor-Zertifikat | 8,00 | Long | Deutsche Lufthansa

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Mit dem Faktor-Zertifikat Long auf Deutsche Lufthansa hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere unterschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Nachrichten und Analysen

28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 2: Gestörte Lieferketten, gesenkte Prognosen: Corona trifft Firmen
(neu: Lufthansa, 6. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwingt Unternehmen weltweit zum Handeln. Teils wirkt sich die Epidemie schon jetzt auf Geschäfte aus. Eine Übersicht aktueller Branchennachrichten rund um die Ansteckungswelle - Stand 27. Februar: LAGE IN CHINA: Deutsche und andere europäische Unternehmen in der Volksrepublik bekommen die Folgen der Coronavirus-Epidemie zu spüren. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", erklärten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer Umfrage unter ihren Mitgliedsfirmen. Fast 90 Prozent berichteten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Wegen der Krise erwarte fast jedes zweite Unternehmen einen zweistelligen prozentualen Einbruch der Einnahmen in der ersten Hälfte des Jahres - ein Viertel rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang. Ein gutes Drittel hat demnach schon Probleme mit seinen Finanzströmen. AUTOINDUSTRIE: Das neuartige Coronavirus macht sich für die Autobauer in China bemerkbar. "Wir sehen erste negative Auswirkungen im Markt aufgrund von Covid-19", sagte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Donnerstag. In China sei der Markt im Januar verglichen mit dem Vorjahresmonat um 20 Prozent geschrumpft. Das liege aber auch daran, dass es wegen des Neujahrsfestes weniger Verkaufstage gab. Für dieses Jahr war der Verband von einem Minus von zwei Prozent ausgegangen. Nun werde wegen des Virus ein Szenario mit Minus sieben Prozent durchgerechnet. KONJUNKTURSORGEN: Die deutsche Industrie sieht das Coronavirus als "Stresstest" für die Wirtschaft und fürchtet Folgen für die Konjunktur. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte die Bundesregierung zu einem koordinierten wirtschaftspolitischen Vorgehen auf. "Neben dem Gesundheitsschutz muss die Politik ab sofort auch das wirtschaftliche Krisenmanagement in den Fokus nehmen", sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Einige Lieferketten mit starkem China-Fokus würden den Stresstest derzeit nicht bestehen. Die mehr als 5000 deutschen Firmen in China seien in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnte, in einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland drohe die Ausbreitung des Coronavirus zu einem "wahren Konjunkturhemmer" zu werden. Schon jetzt spüre die international stark vernetzte deutsche Exportwirtschaft, dass das Coronavirus den weltweiten Handel belaste und zahlreiche Unternehmen ihre Investitionen an vielen Standorten zurückhielten. TOURISMUS: Die deutsche Reisebranche stellt sich angesichts des Coronavirus auf ein schwieriges Jahr ein. Zwar seien die Bundesbürger in Urlaubslaune. "Aber wir stellen eine zunehmende Verunsicherung bei Kunden fest", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Branchenverbandes DRV. Gerade bei Trips nach Asien gebe es eine Buchungszurückhaltung. Die Branche hofft, dass die Reservierungen später mit einem starken Last-Minute-Geschäft nachgeholt werden. "Je länger die Krise anhält, desto stärker wird die Reisebranche aber betroffen sein", sagte Fiebig. Bislang lief das Geschäft nur zögerlich an. LUFTVERKEHR: Die Lufthansa will angesichts der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus ihre Kurzstreckenflüge in den kommenden Wochen deutlich eindampfen. Das Angebot könne auf der Kurz- und Mittelstrecke um bis zu 25 Prozent sinken, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Frankfurt mit. Zudem prüft die Fluggesellschaft die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen Kurzarbeit zu beantragen. Auch auf der Langstrecke dürfte die verschärfte Situation zu spüren sein, die Zahl der am Boden bleibenden Langstreckenflugzeuge soll in der Gruppe von 13 auf 23 steigen. REISEMESSE ITB: Die weltgrößte Schau der Tourismusbranche (4. bis 8. März) findet nicht statt. Die Absage wurde von der Berliner Messegesellschaft mit Auflagen des zuständigen Gesundheitsamtes begründet, die von der Messe Berlin nicht umsetzbar seien. Von den insgesamt 10 000 erwarteten Ausstellern aus aller Welt wären 22 aus China gekommen, 25 weitere aus Hongkong und Taiwan. Die Organisatoren rechneten ursprünglich mit etwa 160 000 Besuchern, hatten aber in den Tagen zuvor aufgrund des Virus die Erwartungen etwas zurückgeschraubt. GENFER UHRENMESSE: Die Schweizer Stiftung für Uhrmacherkunst hat die Genfer Uhrenmesse "Watches and Wonders" (geplant 25. bis 29. April) wegen der Coronaviruskrise abgesagt. Der nächste geplante Termin ist somit erst im Frühjahr 2021. Im vergangenen Jahr waren mehr als 23 000 Besucher die Messe nach Genf gekommen. Der Branchentreff ist nicht die einzige gecancelte Schau: Weltweit wurden nach Angaben des Fachdienstes "m+a Messemedien" bereits 230 Messen wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben, davon 50 in Europa. HANDEL: Das Coronavirus führt zu einer verstärkten Nachfrage nach haltbaren Lebensmittel und Hygieneprodukten, beobachten Aldi-Süd und Lidl. "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände", erklärte Aldi-Süd. Auch Lidl hat nach eigenen Angaben die Vorräte aufgestockt und arbeitet "intensiv" an der sicheren Warenversorgung. Die Rewe Gruppe, zu der auch Penny-Märkte gehören, hat bisher keine auffällig starke Nachfrage verzeichnet. Laut dem Handelsverband Deutschland kam es bislang nicht zu Engpässen. Continental: Der Autozulieferer Continental erhöht seine Vorsichtsmaßnahmen und schränkt Geschäftsreisen von und nach China sowie Südkorea und in Teile Italiens ein. Außerdem verstärkt der Dax-Konzern den Gesundheitsschutz für die Belegschaft: Man unterstütze die einzelnen Standorte "mit der Lieferung von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung". Ein weiterer Schwerpunkt sei es, die Lieferfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Conti hat Fabriken und Niederlassungen auf allen Kontinenten. L'Oreal: Der Kosmetikriese L'Oréal setzt zum Schutz seiner Mitarbeiter bis Ende März seine internationalen Geschäftsreisen aus. Das betreffe auch Reisen ins innereuropäische Ausland. Zu dem Kosmetikunternehmen, das seinen deutschen Sitz in Düsseldorf hat, gehören Luxusmarken wie Lancôme oder Giorgio Armani, aber auch L'Oréal Paris, Maybelline New York und Garnier. FLUGHAFEN FRANKFURT: Nach der Lufthansa geht auch der Frankfurter Flughafen wegen der Corona-Krise auf Sparkurs. Das Fracht- und Passagieraufkommen im China-Verkehr ist eingebrochen, so dass der Betreiber Fraport zu viel Personal an Bord hat. Konkret sollen Neueinstellungen nur noch in Ausnahmen möglich sein. Dem Personal werden unbezahlter Urlaub und reduzierte Arbeitszeiten nahe gebracht. Dauer und der Umfang der Flugstreichungen wegen des Coronavirus ließen sich derzeit nicht verlässlich prognostizieren, so Fraport. Microsoft: Der Computer-Riese hat wegen des neuartigen Coronavirus das Umsatzziel für seine PC-Sparte gestrichen. Wegen Belastungen der Lieferkette dürfte die Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte Microsoft. Die PC-Sparte von Microsoft umfasst etwa Windows-Betriebssysteme und Hardware-Produkte wie Surface-Laptops und -Tablets sowie die Spielekonsole Xbox. Das Unternehmen betonte, die Windows-Nachfrage sei weiter hoch. Standard Chartered: Die britische Bank muss wegen des Coronavirus ihr Renditeziel verschieben. Zusammen mit anderen Problemen wie den niedrigen Zinsen, den Protesten in Hongkong und einer weltweiten Konjunkturschwäche werden die Virusfolgen dazu führen, dass die Gewinne mittelfristig weniger stark wachsen, so die Bank, die den Großteil ihres Geschäfts in Asien macht. Standard Chartered geht aber davon aus, dass die Effekte des Virus vorübergehend sind. AB Inbev: Der weltgrößte Bierbrauer rechnet wegen des Coronavirus mit einem Gewinneinbruch. Der operative Gewinn (Ebitda) in den ersten drei Monaten werde um rund zehn Prozent sinken, so der Brauer von Marken wie Beck's, Budweiser, Corona und Stella Artois. Allein in den ersten beiden Monaten drückten die Folgen des neuartigen Virus demnach das Ergebnis um 170 Millionen Dollar. Qiagen: Die rasche Ausbreitung der Lungenkrankheit lässt die Börsen abstürzen. Die Biotech-Firma Qiagen gehört aber zu den wenigen Profiteuren. Der Diagnostikspezialist beginnt mit der Auslieferung von Testkits für das Coronavirus. Qiagen-Aktien stiegen kräftig. EBM-PAST: Die Hersteller vom Ventilatoren und Motoren mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen hat seine China-Taskforce um Italien und Südkorea erweitert. Sie analysiert die Lage etwa bei den Lieferketten. Aktuell sei die Belieferung mit kritischen Teilen für die Produktionen der nächsten vier Wochen gesichert. Dienstreisen in die vom Coronavirus betroffenen Regionen wurden untersagt. EBM-PAST bezieht aus Südkorea vor allem Elektronikbauteile, aus Italien mechanische Teile und aus China etwa Magnete./als/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 2: Folgen für die Wirtschaft werden deutlicher
(neu: ITB-Absage, 1. und 7. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Börsenkurse sacken ab, Messen fallen aus, Flüge werden gestrichen: Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus belastet zunehmend die Wirtschaft. Der Genfer Autosalon in der kommenden Woche fällt aus, ebenso die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin. Am Ende einer historisch schlechten Handelswoche stießen Investoren auf breiter Front Aktien ab, die Indizes Dax und Dow Jones gaben mehrere Prozent ab. Mehrere Fluggesellschaften strichen Flüge, vor allem nach Norditalien. Die British-Airways-Mutter IAG wagt wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus keine Gewinnprognose für 2020. Easyjet legt ein Sparprogramm an und stellt ähnlich wie die Lufthansa Einstellungen und Beförderungen zurück. Zahlreiche Handelsketten sprachen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen. Der Handelsverband Deutschland betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. "Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wird durch die Unterbrechung von internationalen Lieferketten besonders schlimm getroffen", sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt der Deutschen Bank für Deutschland. Die Folgen des Coronavirus könnten in Deutschland zu einer Rezession führen. Das heißt, dass die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Vierteljahreszeiträumen nachlässt. Das Virus trifft die Wirtschaft ohnehin in der Flaute. Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft bremsen, auch der bisherige Motor hat nachgelassen, der Konsum in Deutschland. Die Deutsche Bundesbank sieht im Coronavirus kurzfristig ein zusätzliches Risiko. "Nach den derzeitigen Informationen erwarte ich, dass dieses Risiko sich zum Teil auch materialisieren dürfte", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in Frankfurt. Wie groß dieser Effekt sein könnte, lasse sich derzeit aber kaum seriös abschätzen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau forderte nun vor allem die Möglichkeit, die Kurzarbeit rasch und unbürokratisch zu nutzen. Die Messe Berlin gab am Freitagabend bekannt, dass die Reisemesse ITB in der nächsten Woche angesichts des neuartigen Corona-Virus abgesagt wird. Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf Auflagen stark erhöht. "Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben", teilte die Messe Berlin mit. "Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar." Die fünftägige Internationale Tourismusbörse (ITB) mit rund 10 000 Ausstellern sollte eigentlich am Mittwoch beginnen. Wegen des Virus hatten die Veranstalter schon die Erwartungen heruntergeschraubt und rechneten mit weniger Besuchern als im Vorjahr mit 160 000. Mehrere Aussteller haben abgesagt. Die für Mai geplante ITB China in Shanghai war schon vergangene Woche abgesagt worden. Sollte es zu Absagen größerer Veranstaltungen kommen, träfe das auch Hotels, Restaurants und Caterer. Der Branchenverband Dehoga bekräftigte am Freitag, dass sich für die Branche bislang nur "eine punktuelle Betroffenheit" feststellen lasse. "Vereinzelt berichten Hotels von Stornierungen chinesischer Reisender", hieß es in einer Stellungnahme. Die Schweiz verbot Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Diesem Verbot fällt auch der Genfer Autosalon zum Opfer, der am Montag beginnen sollte und zu dem 600 000 Besucher erwartet wurden. Zuvor war schon die erst für April geplante Genfer Uhrenmesse abgesagt worden. Für die Autobranche ist die Absage des Autosalons ein weiterer Schlag nach der Verschiebung der eigentlich für April geplanten großen chinesischen Automesse in Peking. An den Börsen waren am Freitag Aktien vermeintlicher Profiteure der Viruserkrankung gefragt, darunter der Atemschutzmaskenhersteller Drägerwerk und der Anbieter von Videokonferenz-Software Teamviewer. Unterdessen sinkt der Ölpreis weiter. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 51,13 US-Dollar. Das waren 1,05 Dollar weniger als am Vortag. Auf Wochensicht steuert der Markt auf die stärksten Verluste seit 2011 zu./bf/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/GESAMT-ROUNDUP: Reisemesse ITB abgesagt - Infektionszahlen steigen
BERLIN (dpa-AFX) - Wegen des neuartigen Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. In den Tagen und Wochen zuvor hatten sich immer mehr Aussteller abgemeldet, nicht nur aus China. Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf Auflagen stark erhöht. Diese seien insgesamt von der Messe Berlin nicht umsetzbar. Unterdessen steigen in Deutschland die Zahlen der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten an. Bis Freitagvormittag zählte das Robert Koch-Institut 53 nachgewiesenen Infektionen, hauptsächlich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Im Laufe des Tages wurden mehr als ein Dutzend weitere Fälle gemeldet. Betroffen sind auch die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg beziehungsweise Schleswig-Holstein. Nach Ansicht eines Experten werden sich noch etliche weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. "Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit", sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Freitag. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger." Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. "Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen." Deutschland sei hervorragend auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. Drosten mahnte dennoch: Die benötigte Zahl der Therapiebetten auf den Intensivstationen könne man schwer vorhersagen, aber, "wenn wir jetzt nichts tun, dann werden die vielleicht nicht ausreichen". Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte angesichts der wachsenden Zahl von Sars-CoV-2-Infektionen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von "hoch" auf "sehr hoch". Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres hat die Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2 einen kritischen Punkt erreicht. "Wir wissen, dass eine Eindämmung möglich ist, aber das Zeitfenster schließt sich", sagte Guterres am Freitag in New York. Es sei für alle Regierungen die Zeit gekommen, den Erreger mit allen Mitteln zu bekämpfen - "und dies ohne Stigmatisierung und unter Achtung der Menschenrechte". In Deutschland ist derzeit der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen besonders stark betroffen. Dort stieg die Zahl der Infizierten bis Freitagnachmittag auf 35. Ein Ehepaar wird im Krankenhaus behandelt. Alle anderen seien nicht stationär aufgenommen worden, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU). Der Krankheitsverlauf sei bei ihnen vergleichsweise mild. Am Freitagabend wurden noch Testergebnisse von Kindern eines Kindergartens erwartet, in dem die 46-jährige Ehefrau als Erzieherin tätig ist. Etwa 1000 Menschen befinden sich im Kreis Heinsberg nach Schätzungen der Behörden in häuslicher Quarantäne. Nachdem bei einem Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen 1500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zuhause bleiben. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus Konsequenzen gezogen. Betroffen sind rund 1400 Mitarbeiter von Ernst & Young in Düsseldorf und weitere 110 Beschäftigte der Niederlassung in Essen, wo der Mann ebenfalls gelegentlich gearbeitet habe. In Deutschlands zweitgrößter Stadt Hamburg hat sich ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) aus Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) infiziert. Nach Erkenntnissen der Behörden hatte er im privaten und beruflichen Umfeld Kontakt zu etwa 100 Personen. Die Kontaktpersonen des Kinderarztes am Klinikum seien bereits alle auf Sars-CoV-2 getestet worden, mit negativem Ergebnis, sagte eine Sprecherin. Unter den Betroffenen seien 16 Kinder, die mit je einem Elternteil auf Station isoliert worden seien, und 12 ärztliche Mitarbeiter, die zu Hause isoliert seien. Die Schweiz griff am Freitag zu einer drastischen Maßnahme und verbot alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Das Verbot soll bis mindestens 15. März gelten. Das betrifft unter anderem den Genfer Autosalon, der am 5. März starten sollte und zu dem jedes Jahr mehr als 600 000 Besucher kommen. Ebenso trifft es die Basler Fasnacht, die an diesem Montag beginnen sollte. Laut RKI hat sich die Zahl der Fälle weltweit auf mehr als 83 000 Infizierte in 52 Ländern erhöht. Ein Teil dieser Menschen ist längst wieder geheilt oder hatte von vornherein keine oder kaum Symptome, überstandene Infektionen bleiben in der Statistik aber weiter erfasst. In Europa sind mehr als 20 Länder betroffen, wie aus der Statistik des europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom RKI. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe. Auch die Wirtschaft bekommt die Furcht vor der Virus-Ausbreitung zunehmend zu spüren: Der wichtigste deutsche Aktienindex Dax fiel am Freitag um mehr als fünf Prozent. Die Sorge um die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung belasten seit Tagen die Finanzmärkte weltweit und drückten am Morgen bereits die Börsen in Asien tiefer ins Minus. Und auch im Sport werden erste Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie spürbar. In Abu Dhabi und Berlin sitzen Radprofis in Quarantäne, bei Weltcup-Skirennen in Norditalien wurde Körperkontakt praktisch untersagt und die Schweiz hat aus Sorge vor Covid-19 gleich alle größeren Sportveranstaltungen inklusive Toppartien im Fußball und Eishockey verboten./ags/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP: Reisebranche zwischen Hoffen und Bangen
(neu: ITB-Absage, 1. und 8. Absatz) FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Tourismusbranche bekommt die Folgen der Coronakrise zunehmend zu spüren. Abschreiben wollen die Reiseprofis das Jahr aber noch nicht. Der Präsident des Branchenverbandes DRV berichtete am Donnerstag in Frankfurt von zunehmender Verunsicherung von Kunden und einem erhöhten Beratungsbedarf. Insbesondere bei Trips nach Asien gebe es eine "gewisse Buchungszurückhaltung", sagte Norbert Fiebig wenige Tagen vor dem eigentlich geplanten Start der Reisemesse ITB in Berlin (4.- 8. März), die am Freitagabend abgesagt wurde. Die Branche hofft, dass Buchungen später mit einem starken Last-Minute-Geschäft nachgeholt werden. Fiebig zufolge sind die Menschen in Deutschland grundsätzlich in Urlaubslaune. "Je länger die Krise anhält, desto stärker wird die Reisebranche aber betroffen sein", sagte er. Prognosen zur Entwicklung von Umsatz und Buchungen seien derzeit nicht möglich. "Ich persönlich rechne nicht mit einer katastrophalen Entwicklung, so dass keiner mehr in den Urlaub fährt", sagte Fiebig. Er sei grundsätzlich zuversichtlich, "dass wir ein ordentliches Jahr hinlegen". Bislang ist das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres allerdings eher zögerlich angelaufen. Die Buchungen für die traditionell umsatzstarke Sommersaison lagen den Angaben zufolge bis Ende Januar zusammengerechnet um drei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. "Die Zahlen zeigen: Die Lücke, die Thomas Cook im Markt gerissen hat, ist noch nicht vollständig ausgefüllt", sagte Fiebig. Die deutsche Thomas Cook hatte nach der britischen Mutter Ende September 2019 Insolvenz angemeldet. Zehntausende Urlauber waren betroffen. Winter 2019/2020 und Sommer 2020 zusammengenommen zeigen die Buchungen aktuell ebenfalls ein Minus von drei Prozent. Hoffnungen machen der Branche die im Januar gestiegenen Buchungen für den Sommer - trotz Bekanntwerden des Virus Sars-CoV-2 in China Mitte Januar. In einigen Fällen ziehen allerdings die Reiseveranstalter selbst wegen des Coronavirus die Reißleine: Angesichts der Epidemie im Iran teilte etwa der Reiseanbieter Studiosus auf seiner Internetseite mit, dass alle bis Ende April bestehenden Iran-Reisen abgesagt wurden. Hier kommen jedoch auch die jüngsten militärischen Spannungen als Hindernis hinzu. Auch dem Tourismus in Deutschland könnte die Coronavirus-Krise einen Dämpfer verpassen. Die Epidemie könnte zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen ausländischer Reisender um bis zu einem Prozentpunkt in diesem Jahr führen, hatte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) jüngst erklärt. Welche Folgen die aktuelle Ausbreitung in Europa hat, lässt sich der DZT zufolge derzeit noch nicht absehen. Im vergangenen Jahr hatten Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen den zehnten Übernachtungsrekord in Folge verbucht. Unter dem Eindruck der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus wird die weltgrößte Tourismusmesse in Berlin ausfallen. Die Absage wurde von der Berliner Messegesellschaft am Freitagabend mit Auflagen des zuständigen Gesundheitsamtes begründet, die von der Messe Berlin nicht umsetzbar seien. Das meistgebuchte Sommerziel bei Veranstalterreisen, auf die Sonnenhungrige traditionell bei Urlauben im Ausland setzen, ist in diesem Jahr dem DRV zufolge bislang wieder Griechenland, gefolgt von der Türkei. Auf den Rängen drei und vier folgen die Balearen und die Kanaren, auf fünf Ägypten. Spanien insgesamt betrachtet bleibe aber wie seit Jahren die unangefochtene Nummer eins - trotz aktueller Rückgänge für die bevorstehende Sommersaison. Im vergangenen Reisejahr verlor die Branche, die auch mit der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania zu kämpfen hatte, an Tempo. Die Ausgaben für Urlaubs- und Privattrips stiegen den Angaben zufolge um 3,6 Prozent auf 98,1 Milliarden Euro. Vorab gebucht wurden dabei Leistungen im Wert von 69,5 Milliarden Euro (plus 3,6 Prozent). Der Umsatz mit organisierten Reisen - also Pauschal- und Bausteinangeboten - stieg nach dem starken Vorjahr aber nur leicht um ein Prozent auf 35,4 Milliarden Euro. Das Wachstum kam vor allem von Kreuzfahrten, die um 7 Prozent zulegten. Die Umsätze in den Reisebüros sanken um rund drei Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. Die Bedeutung von selbstorganisierten Reisen wuchs dagegen. Urlauber buchen dabei keine Komplett-Pakete bei Veranstaltern, sondern einzelne Bestandteile bei Fluggesellschaften, Bahn-, Hotels und Mietwagenanbietern sowie auf Produktportalen. Insgesamt lagen diese Ausgaben im vergangenen Jahr bei 34 Milliarden Euro. "Auch wenn die selbstorganisierte Reise weiter wächst, ist die Pauschalreise im vergangenen Jahr wieder die beliebteste Reiseform der Deutschen", sagte Fiebig./mar/DP/jha