Faktor-Zertifikat | 5,00 | Short | Deutsche Börse

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  • Faktor-Zertifikat

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Wertentwicklung

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf Deutsche Börse hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf Deutsche Börse hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Ereignisse

Datum Ereignis Anpassung Wert vor Ereignis Wert nach Ereignis
20.05.2020 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 184,07 EUR
  • 176,71 EUR
  • 0,0472
  • 179,87 EUR
  • 172,67 EUR
  • 0,0492

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Nachrichten und Analysen

19.10.2020 Quelle: dpa
INDEX-MONITOR: Potenzielle Gewinner einer Dax-Aufstockung
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Spekulationen über die künftige Zusammensetzung des Dax haben begonnen. Wer sind die Gewinner der geplanten Aufstockung auf 40 Mitglieder? Welche Vor- und Nachteile bringen die Neuerungen? So lauten die häufigsten Fragen. Sie stellen sich, seit die Deutsche Börse Konsequenzen aus dem Debakel um den Zahlungsdienstleister Wirecard zieht. Daher hat sie jüngst eine Reihe von Ideen vorgestellt, um die Qualitätsanforderungen an Unternehmen zu verschärfen. Bis zum 4. November können Marktteilnehmer über die einzelnen Punkte der anstehenden Index-Reform abstimmen. Das Ergebnis soll am 23. November veröffentlicht werden. Frühestens zur Überprüfung der Indizes im März 2021 könnten die Neuerungen dann in Kraft treten. Für mehr Qualität in der ersten Börsenliga soll unter anderem sorgen, dass Dax-Kandidaten im operativen Geschäft über mindestens zwei Jahre hinweg schwarze Zahlen geschrieben haben müssen. Gemessen werden soll dies am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Von den 60 MDax-Konzernen verfehlen derzeit Hellofresh und Morphosys dieses Kriterium. Der Kochboxenlieferant Hellofresh, ein Gewinner der Corona-Krise, könnte die Hürde aber schon 2020 nehmen. Denn: Nachdem er 2019 erstmals einen operativen Gewinn von knapp 16 Millionen Euro erzielt hatte, soll es in diesem Jahr ein Vielfaches davon werden. Delivery Hero kann hingegen wohl aufatmen. Auf Unternehmen, die bereits im Dax sind, soll das Profitabilitätskriterium nicht angewendet werden. Dabei dürfte die geplante Regel auf den Online-Essenslieferanten gründen, denn dessen Dax-Aufstieg wird wegen seines anhaltend verlustreichen Geschäfts vielfach kritisiert. Delivery Hero war ausgerechnet für den insolventen Zahlungsabwickler Wirecard in den Leitindex aufgerückt. Auch ein ethisches Thema soll in Zukunft für eine Dax-Aufnahme eine Rolle spielen: Geschäfte mit "umstrittenen Waffen". Außerdem will die Börse die Aufnahmekriterien an internationale Standards anpassen und den Dax künftig regulär alle sechs Monate überprüfen. Index-Experten begrüßen einhellig die geplante Vergrößerung des Dax. Damit lasse sich der Wandel in der Wirtschaft besser darstellen, sagt Tobias Adler von Oddo Seydler. Zudem würden mehr Branchen berücksichtigt. Auch JPMorgan-Analyst Pankaj Gupta glaubt: "Investoren dürften den Vorschlag einer Aufstockung auf 40 Werte gutheißen." Denn die aktuelle Eintrittsschwelle für eine Dax-Aufnahme sei zu hoch. In anderen Indizes Europas sei sie deutlich niedriger. Uwe Streich von der LBBW geht die geplante Aufstockung indes nicht weit genug. Ein großer Wurf sei das nicht. 50 Dax-Werte, 50 MDax-Werte und 50 SDax-Werte hält er für die beste Mischung. Fondsmanager hätten so mehr Handlungsspielraum bei der Zusammenstellung ihres Portfolios. Dass das Kriterium Börsenumsatz wegfallen soll, bedauert der LBBW-Experte indes nicht. "Viel Börsenumsatz kann bedeuten, dass etwas im Busch ist, die Nachrichtenlage erratisch ist, oder, oder." Ein mit ruhiger Hand und zugleich unspektakulär geführtes Unternehmen habe tendenziell wenig Börsenumsatz, was bisher aber "bestraft" wird. Oddo-Seydler-Experte Adler wünscht sich über die vorgeschlagenen Änderungen hinaus auch eine Anpassung beim Mindeststreubesitz. Dieser wird vor allem im Zuge von Übernahmen relevant und liegt ihm zufolge im internationalen Umfeld bei 25 Prozent. Hierzulande wird ein Unternehmen jedoch erst aus der Dax-Familie entfernt, wenn der Streubesitz unter 10 Prozent gefallen ist. Damit halten sich solche Werte - zuletzt etwa Rhön-Klinikum - oft noch lange Zeit im Index, obwohl sie von den meisten Anlegern kaum noch beachtet werden. Michael Bissinger von der DZ Bank merkt an, dass die Auswirkung für den MDax, der im Zuge der Dax-Aufstockung von 60 auf 50 Werte gekürzt werden soll, stärker sind als die für den Leitindex selbst: "Effektiv würde sich aufgrund des hohen Gewichts von wenigen Großkonzernen im Dax, vor allem von SAP, Linde, Siemens und Allianz nur wenig ändern." Sie würden den Index weiter dominieren. Auch bekämen Technologieaktien im Dax kein stärkeres Gewicht verglichen mit anderen Branchen, so Bissinger. Dafür sei der Anteil von Chemie-, Auto- und Industriekonzernen unter den großen Aktiengesellschaften hierzulande zu hoch. Der MDax dagegen verlöre im selben Atemzug zwar nur 10 seiner bislang 60 Mitglieder, dafür aber die wichtigsten Dickschiffe. Für Kritik sorgen auch andere Ideen. So der geplante Ausschluss eines Dax-Aufstiegs, wenn ein potenzieller Kandidat wie Airbus mehr als zehn Prozent seines Umsatzes mit der Herstellung umstrittener Waffen machen würde. "Wir sehen Abgrenzungsprobleme, da die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der subjektiven Kriterien und Grenzwerte eine hohe Unsicherheit mit sich bringen dürfte", wirft der DZ-Bank-Analyst ein. Auch der Vorschlag, dass der Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat künftig existieren und personell besetzt sein soll, schreckt auf. Denn die Merck KGaA müsste aus diesem Grund womöglich über kurz oder lang aus dem Dax ausscheiden, gibt SocGen-Experte Yohan Ke Jallé zu bedenken. Der Chemie- und Pharmakonzern hätte allerdings Gelegenheit, sich anzupassen. Die Deutsche Börse will bisherigen Dax-Mitgliedern eine Kulanzzeit von mindestens 12 Monaten einräumen, um diese Anforderung zu erfüllen. Und wer käme nun wahrscheinlich neu in den Dax? Schlicht auf den aktuellen Börsenwert der MDax-Werte geschaut, gehören Symrise, Zalando, Sartorius, Qiagen und LEG zu den Aufsteigern. Airbus zwar ebenso, doch hier könnte der Stolperstein das Thema "Beteiligung an umstrittenen Waffen" sein. Entsprechend ihres Börsenwertes sollten dem Experten Tobias Adler zufolge auch Brenntag, Siemens Healthineers und auch die erst seit September an der Börse notierte Siemens-Abspaltung Siemens Energy dazu zählen. Letztere ist zurzeit noch in keinem Index der Dax-Familie vertreten. Stand Montag (19. Oktober) wäre laut DZ-Bank-Experte Bissinger auch Hellofresh im Dax, sofern das Unternehmen 2020 tatsächlich einen operativen Gewinn erzielt. Hannover Rück, Scout24 oder auch Knorr-Bremse und Puma zählen ihm zufolge ebenfalls zu den möglichen Aufsteigern. Denn: "Bis März 2021 ist es noch eine Weile hin", betont er, "und die Unternehmen auf den hinteren Rängen liegen im Börsenwert nach Streubesitz sehr dicht beieinander". Dort befindet sich auch das aktuelle Dax-Mitglied Covestro. Nach Bissingers aktueller Liste auf dem 40. Platz, muss der Kunststoffhersteller daher wohl erneut um den Verbleib im der ersten deutschen Börsenliga bangen./ck/mis/stw/men/zb --- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
09.10.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP: Euronext bekommt wie erwartet Zuschlag für italienische Börse
AMSTERDAM/LONDON/MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Börse soll wie erwartet an die Euronext gehen. Der bisherige Eigentümer, die Londoner Börse, verkauft die Borsa Italiana an die Mehrländerbörse Euronext - zumindest dann, wenn die EU den Verkauf zur Auflage für die geplante Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv macht. Der Kaufpreis für die italienische Börse liege bei etwas mehr als 4,3 Milliarden Euro in bar, teilte die London Stock Exchange (LSE) am Freitag in London mit. Der Schritt kommt nicht überraschend, da die LSE bereits seit einiger Zeit exklusiv mit der Euronext verhandelt. An dem Borsa-Italiana-Deal sind auch die staatliche italienischen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und die Bank Intesa Sanpaolo beteiligt. Diese sollen rund 700 Millionen Euro beisteuern. CDP soll dafür einen Anteil von rund sieben Prozent der Euronext erhalten, Intesa wird mit etwas mehr als einem Prozent beteiligt sein. Die Euronext will zur Finanzierung der Übernahme neue Aktien für 2,4 Milliarden Euro platzieren - wobei ein Teil durch die CDP und Intesa gezeichnet wird. Auch wenn es nicht überraschend ist, dass die Übernahme durch eine Kapitalerhöhung gestemmt werden muss, gab der Kurs der Euronext-Aktie fast vier Prozent auf 98,70 Euro nach. Das Papier des Amsterdamer Börsenbetreibers war allerdings in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen und war Anfang Oktober mit 109,70 Euro so teuer wie noch nie. Die LSE-Aktie legte zuletzt ein halbes Prozent auf 8888 Pence zu - auch die Anteile der Londoner Börse befinden sich seit einiger Zeit auf einem Höhenflug. Noch ist allerdings nicht ganz raus, ob sich die LSE ganz von der im Jahr 2007 für 1,6 Milliarden Euro übernommenen Mailänder Börse trennen muss. Die Europäische Kommission will dies in den kommenden Wochen entscheiden und Mitte Dezember mitteilen, ob und unter welchen Auflagen die Londoner Börse Refinitiv übernehmen darf. Sollte die EU die Londoner nicht zum Verkauf der kompletten Borsa Italiana zwingen, könnte sie auch nur Teile etwa die Anleiheplattform MTS losschlagen. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die EU-Kommission einen Verkauf der Borsa Italiana und dabei auch als Ganzes verlangt. Die LSE selbst hofft mit dem angekündigten Verkauf die größten Wettbewerbsbedenken bei der EU-Kommission ausräumen zu können. Der für die Londoner wichtige Refinitv-Deal soll bis spätestens Anfang 2021 unter Dach und Fach sein. Die Borsa Italiana soll innerhalb der ersten sechs Monate des kommenden Jahres an die Euronext gehen. Mit im Rennen war neben der Euronext vor allem die schweizerische Börse Six, aber auch die Deutsche Börse hatte ihren Hut in den Ring geworfen. Analysten hatten allerdings ohnehin nicht damit gerechnet, dass der deutsche Börsenbetreiber zum Zug kommt beziehungsweise überhaupt ernsthaft zuschlagen will. Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer setzt bekanntermaßen vor allem auf kleinere Zukäufe und das am besten außerhalb des Aktiengeschäfts. Hier hätte die Borsa Italiana zwar auch einige Segmente gehabt - allerdings gemessen am Gesamtpaket nur vergleichsweise kleine. Da Italien nach der geplanten möglichen Übernahme der wichtigste Einzelmarkt der Euronext werden würde, sollen die italienischen Partner viel Macht bei der Mehrländerbörse bekommen. Neben der Kapitalbeteiligung soll ein CDP-Vertreter einen Platz im Verwaltungsrat erhalten. Zudem soll der Vorstandschef der Borsa Italiana einen Platz im Euronext-Verwaltungsrat erhalten, der künftig auch von einem Italiener geleitet werden soll. Die London Stock Exchange hatte Ende Juli angekündigt, dass im Zusammenhang mit der Prüfung der 27 Milliarden Euro schweren Refinitiv-Übernahme durch die Europäische Kommission Gespräche über den Verkauf der Plattform MTS oder des italienischen Börsenbetreibers im Ganzen begonnen wurden. Dies müsse aber nicht heißen, dass es auch zu einer Transaktion komme, hatte es damals geheißen. Im September teilte die LSE mit, dass sie exklusiv mit der Euronext und ihren Partnern verhandelt. Die Borsa Italiana mit der zu ihr gehörenden Plattform für den Handel von Staatsanleihen MTS wird in Italien als strategisch wichtiges Unternehmen angesehen. Die italienische Regierung arbeitet Industriekreisen zufolge deshalb seit Monaten daran, den Besitz der Borsa Italiana wieder - zumindest teilweise - in staatliche Hände zu bringen. Die Regierung trieb daher den Deal mit dem staatlichen italienischen Kreditinstitut CDP, der Bank Intesa Sanpaolo und der Euronext voran. Die Euronext, an deren Übernahme Mitte vergangenen Jahrzehnts auch mal die Deutsche Börse interessiert war, würde durch den Zukauf der dominante Anbieter im europäischen Aktienhandel. Rund ein Viertel des europäischen Aktienhandels würde dann in Händen des in Amsterdam beheimateten Unternehmens liegen. Das Unternehmen war vor 20 Jahren durch die Fusion der Börsen in Amsterdam, Brüssel und Paris entstanden, danach kamen noch die Aktienmärkte in Dublin und Lissabon dazu. Vergleichsweise wenig Geschäft machen die Niederländer allerdings außerhalb der Aktienmärkte. So ist der Bereich nach wie vor der größte Umsatzbringer der Euronext - anders als zum Beispiel bei der Deutschen Börse, die ihre Geschäfte in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt hat. Das meiste Geld verdient sie mit Derivaten, also der Absicherung von Risiken, beziehungsweise der Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren. Da die Margen im Aktiengeschäft in den vergangenen Jahren immer stärker gesunken sind, spiegelt sich das auch in der Bewertung der Börsenbetreiber selbst wider. Während die Marktkapitalisierung der Deutschen Börse derzeit bei rund 28 Milliarden Euro liegt, ist die Euronext an der Börse gerade mal bei knapp sieben Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: 2006 hatte die Deutsche Börse knapp neun Milliarden Euro für die Euronext geboten und kam selbst gerade auf einen Börsenwert von rund zwölf Milliarden Euro./zb/ngu/mis
08.10.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP/'BöZ': Italienische Börse geht wie erwartet an Euronext
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Börsenbetreiber Euronext hat einem Bericht zufolge erwartungsgemäß zusammen mit seinen italienischen Partnern den Kampf um die Borsa Italiana gewonnen. Der bisherige Eigentümer London Stock Exchange (LSE) verkaufe die Mailänder Börse an eine aus Euronext, der staatlichen italienischen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und der Bank Intesa Sanpaolo bestehende Gruppe, berichtete die "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Mailänder Finanzkreise. Der Kaufpreis solle bei 3,75 Milliarden Euro liegen. Die offizielle Mitteilung dürfte wohl am Freitag erfolgen. Am Donnerstag berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Transaktion kurz vor dem Abschluss steht. Das Volumen wurde in dem Bericht auf 4,5 Milliarden Euro - allerdings inklusive Schulden - beziffert. Der Verkauf an die Euronext und die italienischen Banken wäre keine Überraschung. Schließlich hatte die LSE vor einigen Wochen mitgeteilt, exklusiv mit der Euronext und ihren Partnern zu verhandeln. Die Londoner müssen das Geschäft in Italien wohl wegen der geplanten Übernahme des Finanzdatenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Dollar ganz oder teilweise verkaufen. Noch ist allerdings nicht ganz raus, ob sich die LSE ganz von der im Jahr 2007 für 1,6 Milliarden Euro übernommenen Mailänder Börse trennen muss. Die Europäische Kommission will dies in den kommenden Wochen entscheiden und Mitte Dezember mitteilen, ob und unter welchen Auflagen die Londoner Börse Refinitiv übernehmen darf. Nach Informationen der "BöZ" stehe der Verkauf der Borsa Italiana vermutlich unter Vorbehalt der Entscheidung der europäischen Wettbewerbshüter. "Sollten deren Auflagen geringer sein, verkauft die LSE die Borsa Italiana womöglich nicht oder nur Teile davon, etwa die Anleihenplattform MTS." Mit im Rennen war neben der Euronext vor allem die schweizerische Börse Six, aber auch die Deutsche Börse hatte ihren Hut in den Ring geworfen. Die meisten Analysten hatten allerdings ohnehin nicht damit gerechnet, dass der deutsche Börsenbetreiber zum Zug kommt beziehungsweise überhaupt ernsthaft zuschlagen will. Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer setzt schließlich vor allem auf kleinere Zukäufe und das am besten außerhalb des klassischen Aktiengeschäfts. Hier hätte die Borsa Italiana zwar auch einige Segmente gehabt - allerdings gemessen am Gesamtpaket nur vergleichsweise kleine. Die Euronext wollte die Informationen der "BöZ" und von Bloomberg über einen baldigen Abschluss nicht kommentieren. Früheren Angaben zufolge will sie den Zukauf durch einen Mix aus Bargeld, neuen Schulden und über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Da Italien nach einer möglichen Übernahme der wichtigste Einzelmarkt der Euronext werden würde, sollen die italienischen Partner viel Macht bei der Mehrländerbörse bekommen. So soll neben der CDP auch die Intesa Sanpaolo künftig dauerhaft Anteilseigner bei der Euronext werden und ein CDP-Vertreter einen Platz im Verwaltungsrat bekommen. Zudem soll der Vorstandschef der Borsa Italiana einen Platz im Euronext-Verwaltungsrat erhalten. Außerdem soll das Gremium künftig von einem Italiener geleitet werden. Die London Stock Exchange hatte Ende Juli angekündigt, dass im Zusammenhang mit der Prüfung der milliardenschweren Refinitiv-Übernahme durch die Europäische Kommission Gespräche über den Verkauf der Plattform MTS oder des italienischen Börsenbetreibers im Ganzen begonnen wurden. Dies müsse aber nicht heißen, dass es auch zu einer Transaktion komme, hatte es damals geheißen. Die Borsa Italiana mit der zu ihr gehörenden Plattform für den Handel von Staatsanleihen MTS wird in Italien als strategisch wichtiges Unternehmen angesehen. Die italienische Regierung arbeitet Industriekreisen zufolge deshalb seit Monaten daran, den Besitz der Borsa Italiana wieder - zumindest teilweise - in staatliche Hände zu bringen. Die Regierung trieb daher den Deal mit dem mehrheitlich staatlichen italienischen Kreditinstitut Cassa Depositi e Prestiti, der Bank Intesa Sanpaolo und der Euronext voran. Die Euronext, an deren Übernahme Mitte vergangenen Jahrzehnts auch mal die Deutsche Börse interessiert war, würde durch den Zukauf der dominante Anbieter im europäischen Aktienhandel. Rund ein Viertel des europäischen Aktienhandels würde dann in Händen des in Amsterdam beheimateten Unternehmens liegen. Das Unternehmen war vor 20 Jahren durch die Fusion der Börsen in Amsterdam, Brüssel und Paris entstanden, danach kamen noch die Aktienmärkte in Dublin und Lissabon dazu. Vergleichsweise wenig Geschäft machen die Niederländer allerdings außerhalb der Aktienmärkte. So ist der Bereich nach wie vor der größte Umsatzbringer der Euronext - anders als zum Beispiel bei der Deutschen Börse, die ihre Geschäfte in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt hat. Das meiste Geld verdient sie mit Derivaten, also der Absicherung von Risiken, beziehungsweise der Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren. Da die Margen im Aktiengeschäft in den vergangenen Jahren immer stärker gesunken sind, spiegelt sich das auch in der Bewertung der Börsenbetreiber selbst wider. Während die Marktkapitalisierung der Deutschen Börse derzeit bei rund 28 Milliarden Euro liegt, ist die Euronext an der Börse gerade mal rund sieben Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: 2006 hatte die Deutsche Börse knapp neun Milliarden Euro für die Euronext geboten und kam selbst gerade auf einen Börsenwert von rund zwölf Milliarden Euro./zb/ag/mis