Optionsschein | Put | Boeing | 300,00 | 11.12.20

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  • WKN: MC2J6S
  • ISIN: DE000MC2J6S3
  • Optionsschein

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Produktbeschreibung

Mit dem Optionsschein Put auf Boeing hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) Basispreis abzüglich Endgültigem Aktien-Kurs und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig).

Sollte der Endgültige Aktien-Kurs größer sein als der Basispreis oder diesem entsprechen, erhält der Anleger lediglich den Mindestbetrag und erleidet einen Totalverlust.

Der Basispreis wird anfänglich bestimmt und ist konstant.

Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der zugrunde liegenden Aktie am Ausübungstag.

Bei Optionsscheinen sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Optionsscheine gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Mit dem Optionsschein Put auf Boeing hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) Basispreis abzüglich Endgültigem Aktien-Kurs und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig).

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Nachrichten und Analysen

Heute 06.08.2020 15:20:25 Quelle: dpa
ROUNDUP 3/Nach Milliardenverlust: Lufthansa droht Mitarbeitern mit Entlassungen
(neu: Flottenpläne, aktualisierter Aktienkurs, Details) FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem erneut milliardenschweren Quartalsverlust droht die Lufthansa ihren Beschäftigten erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen. Bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte sich Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag enttäuscht über die weiterhin heftigen Corona-Einschränkungen im Luftverkehr sowie über die schleppenden Verhandlungen zu Sparbeiträgen der Mitarbeiter in Deutschland. Es sei daher nicht mehr realistisch, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sagte der Chef der mit neun Milliarden Euro Staatshilfe gestützten Lufthansa. Der Kurs der Lufthansa-Aktie legte nach den Neuigkeiten zeitweise um rund acht Prozent zu, drehte dann aber in die Verlustzone. Am Nachmittag lag er zuletzt mit 2,14 Prozent im Minus bei 8,022 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Analyst Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein schrieb von einem "ersten Schritt auf einem langen Weg zurück". Die Fluggesellschaft habe im zweiten Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet. Das Aufzehren der Liquidität decke sich mit früher getätigten Aussagen des Managements. Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Pandemie hat dem jüngst vom Dax in den MDax abgestiegenen Konzern im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden Euro eingebrockt - im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 226 Millionen Euro. Einzig das Rekordergebnis der Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte, linderte das tiefrote Zahlenwerk. Zur Jahreshälfte beträgt der Konzernverlust damit schon 3,62 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2019: -116 Mio), was auch für das Gesamtjahr einen deutlichen Milliardenverlust erwarten lässt. Die Liquidität bezifferte Lufthansa einschließlich Staatshilfe auf 11,8 Milliarden Euro. Dem stand zuletzt ein monatlicher Mittelverlust von 550 Millionen Euro gegenüber. Mit einer positiven Entwicklung des Geldflusses rechnet Lufthansa erst gegen Ende des kommenden Jahres. Das Unternehmen versuche mit allen Mitteln gegenzusteuern, wie Spohr betonte: Die Kosten sollen bis 2023 um 15 Prozent sinken und die Flotte mindestens 100 Flugzeuge kleiner werden, dabei aber das Gleiche leisten wie vergangenes Jahr. Auch von seinen Dienstleistern wie den Flughäfen verlangt der Lufthansa-Konzern Sparbeiträge, wozu bislang nur der Frankfurter Betreiber Fraport nicht bereit sei. Spohr drohte damit, Flüge bevorzugt an günstigeren Flughäfen zu planen. Beim Personalabbau sei man aber fast nur im Ausland vorangekommen, sodass die Zahl der Konzernbeschäftigten seit einem Jahr um knapp 8300 auf 129 400 gesunken sei. In Deutschland, wo 11 000 der 22 000 einzusparenden Stellen verortet sind, sei bisher kaum etwas passiert. "Es gibt keine Airline auf dieser Welt, die ohne Entlassungen auskommt. Ich wäre gerne die einzige gewesen", sagte Spohr. Verantwortlich für die schleppenden Verhandlungen machte er die Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC), mit denen seit Monaten über alternative Sparmöglichkeiten wie Teilzeit und Ruhestandsregelungen gesprochen wird. Auch die Mitglieder der Kabinengewerkschaft Ufo haben dem erreichten Eckpunkte-Papier, mit dem 2600 Entlassungen verhindert werden sollen, noch nicht zugestimmt. "Es geht mir viel zu langsam", kritisierte Spohr. "Selbst mit der Bundesregierung waren wir schneller als mit den Gewerkschaften am Boden und im Cockpit." Die Gewerkschaften wiesen Spohrs Kritik zurück. Ein Krisenpaket müsse auch die mittelfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern und Schutz vor Ausgründungen bieten, forderte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Sie vertritt viele Mitglieder bei der Wartungstochter Lufthansa Technik, für die der Konzern verschiedene Optionen wie einen Teilbörsengang oder die Einbringung in ein Gemeinschaftsunternehmen prüft. Die Ufo mahnte von der Lufthansa erneut konkrete Umsetzungspläne für Arbeitszeitverkürzungen, Abfindungen sowie Kurzarbeitergeld an. "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig", sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies. Ein Sprecher der VC verwies auf die laufenden Verhandlungen. Erst nach Abschluss könne man sagen, ob es vereinzelte Personalüberhänge gebe. Spohr hatte gesagt, dass allein die Lufthansa-Kerngesellschaft 800 Piloten zu viel an Bord hat. "Auf diese Situation können wir nicht mit den Methoden, Prozessen und Zeithorizonten der Vergangenheit reagieren", betonte der Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter. In den kommenden Wochen solle über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entschieden werden. Bereits bekannt sind die Schließungspläne für Germanwings und die deutsche Tochter des Joint Ventures mit Turkish Airlines, SunExpress. Bei den Flugzeugtypen stehen besonders die vierstrahligen Großflugzeuge Airbus A380, A340 sowie die Boeing 747 auf dem Prüfstand. Der Konzern hat seine Flugzeugbestellungen bis 2023 auf 80 Kontrakte halbiert. Im laufenden Jahr kommen 23 Jets hinzu und 2021 nur noch 12. Die Flieger werden zunehmend auf Kredit gekauft beziehungsweise als Sicherheiten verwendet. "Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs", sagte Spohr. "Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das wäre ein Jahr später als bisher geschätzt. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es wegen fehlender Einreiseregelungen keine schnelle Erholung geben. Spohr forderte, dass Passagiere mit negativem Corona-Test ungehindert fliegen können. Mit den Erstattungen für in der Krise stornierte Tickets ist Lufthansa vorangekommen. Im Juli sei fast eine Milliarde Euro an Kunden ausgezahlt worden. Laut Konzern stehen noch Rückzahlungen von etwas weniger als einer Milliarde Euro an 1,8 Millionen Kunden aus. Dies betreffe fast ausnahmslos jüngere Fälle, die aus der umfassenden Änderung des Sommerflugplans vor einigen Wochen resultieren./ceb/stw/DP/stw
30.07.2020 Quelle: dpa
Lufthansa reaktiviert geparkte Flugzeuge fortlaufend
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa reaktiviert ihre in der Coronakrise kurzfristig geparkten Flugzeuge in regelmäßigen Wellen. Da nach Herstellervorgaben die Flugzeuge mindestens alle 30 Tage fliegen müssen, werden die Jets dann wieder in den Linienbetrieb genommen, schilderte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt. Sonst stünden nur sogenannte Werkstattflüge ohne Passagiere zur Wahl. "Flüge rund um den Henninger Turm machen wir nicht", erklärte aber der Chef der Langstreckenwartung Frankfurt, Dirk Ranft. Ein größerer Teil der Flotte wird allerdings auch für längere Standfristen aus dem Verkehr gezogen, so unter anderem die gesamte Flotte des Groß-Airbus A380. Während geparkte Jets innerhalb eines Arbeitstages wieder flott gemacht werden können, dauert die Wiederbelebung eines Flugzeugs aus dem Tiefschlaf bis zu vier Wochen mit einem erheblich erhöhten Kostenaufwand. Zwischenzeitlich angefallene Wartungsintervalle können diese Spanne noch verlängern. Geparkt wird unter anderem in Frankfurt, München und Berlin. Langfristige Lagerplätze hat der Konzern unter anderem im spanischen Teruel und im französischen Lourdes gemietet. Auf dem Höhepunkt des Corona-Lockdowns standen rund 700 der 763 Konzernjets am Boden, im Herbst soll mit 380 Fliegern rund die Hälfte der Flotte wieder in der Luft sein. Wegen zahlreicher Ungewissheiten über die weitere Entwicklung der Pandemie und auch der Luftfahrtnachfrage gibt es für die kommenden Jahre nur sehr grobe Planzahlen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht bislang davon aus, dass im Jahr 2023 ein neues Normalmaß erreicht sein wird mit 100 Fliegern weniger als noch 2019. Da der Konzern in dieser Zeit trotz der Krise auch noch 80 fabrikneue Maschinen erhält, wird von der aktuellen Flotte fast jedes vierte Flugzeug künftig nicht mehr gebraucht. Ganz oben auf der Streichliste stehen die vierstrahligen Interkontinentaljets, die pro Passagier wesentlich mehr Kerosin verbrennen als ihre Nachfolger mit zwei Triebwerken. Fünf Boeing-Jumbos vom älteren Typ 747-400 und sechs noch größere Airbus A380 werden definitiv nicht mehr für die Lufthansa abheben, zudem sind elf ältere Mittelstreckenjets vom Typ A320 bereits ausgemustert. Im Flugplan der Lufthansa hat die Corona-Krise bestehende Trends verschärft. So soll das derzeit noch stillgelegte Flaggschiff A380 mit 519 Plätzen künftig nur noch vom Drehkreuz München abheben./ceb/DP/he
30.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP/Nach Milliardenverlust: Airbus will Geldabfluss in Corona-Krise stoppen
TOULOUSE (dpa-AFX) - Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus tief in die roten Zahlen gerissen. Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand im zweiten Quartal unterm Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie Airbus am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Der Flugzeugbauer drosselt zudem die Produktion seines erfolgreichen Langstreckenjets A350 weiter. "Diese Ergebnisse spiegeln die Auswirkungen von Corona wider, die durch unsere Anpassungsmaßnahmen abgemildert worden", sagte Chef Guillaume Faury und gab sich trotz Krise betont positiv. An der Börse wurden die Nachrichten mit Erleichterung aufgenommen. Die Airbus-Aktie legte am Vormittag um mehr als vier Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im deutschen MDax und im französischen Leitindex Cac-40. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier allerdings immer noch rund die Hälfte an Wert eingebüßt. Derzeit wird der Airbus-Konzern an der Börse daher nur noch mit rund 50 Milliarden Euro bewertet. Im ersten Halbjahr fiel der Nettoverlust zwar noch deutlich höher aus als von Branchenexperten erwartet. Aktienhändler wie Analysten werteten jedoch positiv, dass der Flugzeugbauer inzwischen weniger Barmittel verbrennt und den Mittelabfluss im zweiten Halbjahr weitgehend stoppen will. Es handle sich um eine schwierige Situation mit viel Ungewissheit, so der 52-Jährige Franzose Faury, der seit knapp anderthalb Jahren an der Spitze von Airbus steht. "Mit den Entscheidungen, die wir getroffen und nun umgesetzt haben, glauben wir, dass wir uns in unserer Branche in einer angemessenen Position befinden, um diese herausfordernden Zeiten zu meistern", sagte er in einer Telefonkonferenz. Airbus hatte bereits angekündigt, weltweit rund 15 000 Stellen in der Verkehrsflugzeugsparte zu streichen. Eine Überraschung war das nicht. Der Konzern hatte zuvor erklärt, seine Produktion und die Auslieferungen für zwei Jahre um 40 Prozent zu drosseln. Die Produktion des jüngsten Langstreckenjets A350 soll nun noch stärker zurückfahren werden als geplant. Statt sechs sollen nur noch fünf Maschinen des Typs pro Monat die Werkshallen verlassen. Das entspricht rund der Hälfte des Vorkrisenniveaus. Bei der meistgefragten Airbus-Modellfamilie A320neo soll es keine weiteren Kürzungen geben. Faury hatte bereits im April angekündigt, dass der Konzern monatlich vorerst nur noch 40 statt 60 Exemplare der Reihe bauen wird. Möglicherweise könne man die Produktion in dem Segment im Jahr 2022 wieder ein Stück hochfahren, sagte er nun. Bei den Langstreckenjets A350 und A330neo werde es voraussichtlich länger dauern, bis sich die Nachfrage erhole. Faury will nun vor allem den Geldabfluss im Konzern stoppen. Übernahmen und Finanzierungen für Kunden herausgerechnet, solle im zweiten Halbjahr unter dem Strich kein Geld mehr aus dem Konzern abfließen. Eine neue Prognose für Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr wagte der Manager aber weiterhin nicht. Der Flugverkehr war wegen der Corona-Pandemie zusammengebrochen, Faury hatte immer wieder von der schwersten Krise seit dem Bestehen der Luftfahrtindustrie gesprochen. Derzeit parkt Airbus massenhaft fabrikneue Maschinen auf Flughäfen, weil die Kunden sie nicht abnehmen. Ziel sei es nun, die Auslieferungs- und Produktionsraten auf ein ähnliches Niveau zu bringen, sagte Finanzchef Dominik Asam. Noch im vergangenen Jahr hatte es für Airbus rosig ausgesehen. Im ersten Halbjahr Halbjahr 2019 hatte der Konzern noch einen Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro eingefahren. Schließlich konnte der europäische Hersteller seinem US-Konkurrenten Boeing sogar den Titel als weltgrößter Flugzeugbauer abjagen. Davon ist nun nicht mehr viel übrig - die Bestellflaute setzt dem Konzern zu. Faury versuchte nun aber, trotz Krise optimistisch in die Zukunft zu schauen. "Wir bereiten weiterhin die Zukunft vor", sagte er. Man schütze Schlüsselprojekte wie etwa den neuen kleinen Langstreckenjet A321XLR, den der Konzern auf Basis des Mittelstreckenjets A321neo entwickelt. "Wir glauben an eine lange und langsame Genesung", sagte er mit Blick auf die gesamte Branche. Auch der Handelsstreit mit den USA belastet den Flugzeugbauer. Dieser dauert seit mehr als 15 Jahren, die USA und die EU beschuldigen sich gegenseitig illegaler Beihilfen für die Luftfahrtkonzerne Airbus und Boeing. Die Welthandelsorganisation WTO hatte den USA Strafzölle auf europäische Exporte im Wert von bis zu 7,5 Milliarden Dollar pro Jahr genehmigt. Die USA machen davon kräftig Gebrauch - so gilt etwa auf Flugzeugimporte eine Sonderabgabe in Höhe von 15 Prozent. Überraschend war Airbus in der vergangenen Woche einen Schritt auf die USA zugegangen. Der Konzern einigte sich mit den Regierungen Frankreichs und Spaniens darauf, Änderungen an den Verträgen über die rückzahlbare Startinvestition für den Langstreckenflieger A350 vorzunehmen. So will Airbus die USA dazu bewegen, einzulenken und die belastenden Strafzölle aufzuheben. Es gebe nun "absolut keinen Zweifel" daran, dass man im Einklang mit den WTO-Regeln stehe, sagte Faury. Man habe die Bedingungen sogar noch mehr erfüllt, als man es zuvor für nötig gehalten habe. "Das liegt daran, dass wir wirklich alles tun wollen, um diesen Konflikt zu beenden, den wir in der gegenwärtigen Umgebung für völlig unangebracht halten." Auch für den ewigen Konkurrenten Boeing sind es schwere Zeiten. Dieser hatte am Mittwoch angekündigt, den Bau des Jumbo 747 in zwei Jahren komplett einzustellen. Anfang 2019 hatte Airbus angekündigt, die Produktion seines Riesenjets A380 mangels Nachfrage zu beenden. Boeing ist tief gezeichnet von der Corona-Pandemie und dem Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max. Im zweiten Quartal stand bei dem US-Konzern unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden Dollar (gut 2 Mrd Euro)./nau/stw/DP/mis
30.07.2020 Quelle: dpa
Airbus legt Halbjahresbilanz vor - Konzern steckt tief in der Krise
TOULOUSE (dpa-AFX) - Mitten in der Luftfahrtkrise legt der Flugzeugbauer Airbus seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vor. Die coronabedingte Bestellflaute setzt dem Konzern mit Schaltzentrale im französischen Toulouse zu. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte immer wieder betont, dass die Corona-Pandemie die Luftfahrtbranche in ihre schlimmste Krise überhaupt gestürzt habe. Airbus hatte vor rund einem Monat angekündigt, rund 15 000 Stellen weltweit streichen zu wollen. Eine Überraschung war das nicht. Der Konzern hatte zuvor erklärt, für zwei Jahre die Produktion und Auslieferungen um 40 Prozent zu drosseln. Im Juni und Mai hatte der Flugzeugbauer keine neuen Flugzeug-Bestellungen eingesammelt. Noch im vergangenen Jahr sah das alles ganz anders aus. Der Konzern befand sich im Höhenflug. Besonders erfolgreich war Airbus damals im Zivilflugzeugbau und setzte vor allem auf seine Mittelstreckenjets. Beflügelt wurde der Erfolg damals auch von dem Debakel beim US-Rivalen Boeing. Dieser war wegen seiner Unglücksjets 737 Max in eine schwere Krise geschlittert. Schließlich konnte Airbus 2019 Boeing sogar den Titel als weltgrößter Flugzeugbauer abjagen. Zwar konnte Airbus 2019 ein Erfolgsjahr feiern, Milliardenstrafen wegen eines Korruptionsskandals verhagelten dem Konzern damals dann trotzdem die Endjahresbilanz - er rutschte tief in die roten Zahlen. Derzeit sieht es für Airbus nun überhaupt nicht mehr rosig aus. Auch der Handelsstreit mit den USA belastet den Flugzeugbauer. Dieser dauert seit mehr als 15 Jahren an, die USA und die EU beschuldigen sich gegenseitig illegaler Beihilfen für die Luftfahrtkonzerne Airbus und Boeing. Die Welthandelsorganisation WTO hatte den USA Strafzölle auf europäische Exporte im Wert von bis zu 7,5 Milliarden Dollar pro Jahr genehmigt. Die USA machen davon bereits kräftig Gebrauch - so gilt etwa auf Flugzeugimporte eine Sonderabgabe in Höhe von 15 Prozent. Überraschend hatte Airbus in der vergangenen Woche einen Schritt auf die USA zu gemacht. Der Konzern hatte sich mit den Regierungen Frankreichs und Spaniens darauf geeinigt, Änderungen an den Verträgen über die rückzahlbare Startinvestition für den Langstreckenflieger A350 vorzunehmen. So wollte Airbus die USA dazu bewegen, einzulenken und die belastenden Strafzölle aufzuheben./nau/DP/zb
29.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 3: Boeing stellt Produktion des Jumbo-Jets 747 ein - Milliardenverlust
(neu: Warnung vor weiteren Stellenstreichungen) CHICAGO (dpa-AFX) - Nach dem Aus für den Riesenflieger Airbus A380 steht auch Boeings Jumbo-Jet 747 das Ende bevor. Der Flugzeugbauer aus den USA stellt die Produktion des einst als "Königin der Lüfte" gefeierten Flugzeugs nach mehr als 50 Jahren ein. Die letzte 747 werde im Jahr 2022 gebaut, kündigte Boeing am Mittwoch in Chicago an. Überraschend kommt das Aus nicht: Boeing erwog schon seit Jahren, den Jumbo mangels Nachfrage einzustampfen. Konzernchef Dave Calhoun begründete die Entscheidung mit der derzeitigen Marktentwicklung. Zuletzt lag die Produktionsrate nur noch bei mageren 6 Maschinen pro Jahr. Außerdem wurde das Modell praktisch nur noch als Frachtflugzeug gebaut - und in einer Sonderversion als US-Regierungsjet Air Force One. Von der jüngsten Passagierversion 747-8, mit der Boeing nach der Jahrtausendwende gegen den noch größeren Airbus A380 punkten wollte, wurden lediglich 47 Exemplare bestellt. Davon gehören allein 19 der Lufthansa - und die hat wegen der Corona-Krise derzeit nur acht davon im Einsatz. Der Rest steht am Boden, ebenso wie 13 ältere Exemplare vom Typ 747-400. Die IAG-Tochter British Airways beschloss Mitte Juli sogar, ihre 747-Flotte mit sofortiger Wirkung stillzulegen. Das Management fürchtet, dass es die großen Maschinen nach dem weitgehenden Zusammenbruch des weltweiten Luftverkehrs absehbar nicht mehr voll bekommt. Die Maschinen mit ihren vier Triebwerken gelten vielen Airlines inzwischen als zu teuer im Betrieb. Zudem lassen sie sich nur auf vielgefragten Strecken auslasten. Das gleiche Problem gibt es auch mit dem doppelstöckigen Airbus A380, der Boeings Jumbo nach der Jahrtausendwende mit Platz für bis zu 853 Passagiere als größtes Passagierflugzeug der Welt ablöste. Anfang 2019 beschloss die Airbus-Führung, die Produktion des Jets mangels Nachfrage im Jahr 2021 auslaufen zu lassen - nur rund 14 Jahre nach seinem ersten Linienflug. Boeings Jumbo hielt deutlich länger durch. Der einst größte Passagierjet der Welt mit Platz für bis zu 550 Passagiere hatte seinen Jungfernflug 1969 absolviert, rund ein Jahr später ging das erste Exemplar bei der damaligen US-Fluggesellschaft PanAm in den Liniendienst. Mit der jüngsten Variante 747-8, die über ein längeres Oberdeck, neue Tragflächen sowie sparsamere Triebwerke verfügte und Platz für mehr als 600 Passagiere bietet, konnte Boeing allerdings nur noch bei wenigen Airlines punkten. Inzwischen setzen die meisten Fluggesellschaften auf der Langstrecke auf nicht ganz so große Modelle wie die Boeing-Typen 787 "Dreamliner" und 777 sowie den Airbus A350. Sie sind weniger spritdurstig, günstiger in der Wartung und eignen sich auch für nicht ganz so stark gefragte Verbindungen. Zudem ist Boeing schwer angeschlagen und muss sparen. Die Corona-Pandemie und das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max haben Boeing tief in die roten Zahlen gebracht. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden Dollar (gut 2 Mrd Euro), wie der US-Luftfahrtriese mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Sonderkosten wegen des Unglücksfliegers 737 Max dem Konzern ein Rekordminus von 2,9 Milliarden Dollar eingebrockt. Der Umsatz fiel verglichen mit dem Vorjahreswert um ein Viertel auf 11,8 Milliarden Dollar. Boeing-Chef Dave Calhoun bezeichnete die vergangenen Monate in einem Memo an die Mitarbeiter als beispiellos und warnte, dass die Belastungen durch die Corona-Krise noch nicht vorbei seien. "Die Herausforderungen, denen wir als Unternehmen gegenüber stehen, sind nicht ausgestanden". Calhoun kündigte angesichts tiefroter Zahlen an, "dass wir die Anzahl unserer Mitarbeiter überdenken müssen". Der Konzern hatte im April mitgeteilt, die Mitarbeiterzahl um rund zehn Prozent zu reduzieren, was ungefähr 16 000 Stellen entsprechen würde. Nun sagte Finanzchef Greg Smith in einer Konferenzschalte, dass rund 19 000 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, von denen etwa 6000 Ende Juni bereits weg gewesen seien. Allerdings stellt Boeing auch in einigen Bereichen Mitarbeiter ein, zum Beispiel in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte. Calhoun warnte die Angestellten vor weiteren Einschnitten, versprach aber zu versuchen, "die Auswirkungen für unsere Leute soweit wie möglich zu begrenzen". Der Quartalsverlust des Airbus-Erzrivalen fiel etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet. Immerhin: Mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Vierteljahr im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet. Jetzt will Boeing die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren. So sollen im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" fertiggestellt werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing nun erst im Jahr 2022, damit wird die Premiere erneut verschoben. Die Corona-Krise dürfte den Luftverkehr noch länger stark belasten. Im ersten Halbjahr stornierten Airlines zahlreiche Aufträge. Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in einigen US-Bundesstaaten und anderen Teilen der Welt ist keine rasche Erholung in Sicht. Hoffnung gibt es zumindest beim wichtigsten Modell 737 Max, das wegen zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten seit über einem Jahr nicht starten darf und nicht ausgeliefert werden kann. Hier rechnet das Boeing-Management mit einer baldigen Wiederinbetriebnahme, die US-Luftfahrtbehörde hatte zuletzt die Schlussphase des Verfahrens zur Wiederzulassung eingeleitet. Der Zeitpunkt ist dennoch unglücklich, denn ausgerechnet jetzt lässt die Corona-Pandemie die Nachfrage nach neuen Jets wegbrechen, so dass viele Bestellungen ungewiss sind. Die 737-Max-Abstürze haben zudem das Vertrauen in Boeing erschüttert und enorm am Image des Unternehmens gekratzt, das bis dahin als erfolgsverwöhnter Vorzeigekonzern und Triebkraft der US-Wirtschaft galt. Als Unfallursache wurde in den bisherigen Untersuchungsberichten eine defekte Steuerungssoftware ausgemacht. Boeing steht im Verdacht, die 737 Max überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Ruf dürfte sich auch bei einer Wiederzulassung so schnell nicht erholen./stw/hbr/he