Faktor-Zertifikat | 8,00 | Short | DAX ®

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Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf DAX ® hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen des zugrunde liegenden Index zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen des zugrunde liegenden Index teil.

Falls der zugrunde liegende Index die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für den Index abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung des Index am ersten planmäßigen Handelstag (des Index) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Index-Standes können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten des Index sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Nachrichten und Analysen

28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 2: Gestörte Lieferketten, gesenkte Prognosen: Corona trifft Firmen
(neu: Lufthansa, 6. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwingt Unternehmen weltweit zum Handeln. Teils wirkt sich die Epidemie schon jetzt auf Geschäfte aus. Eine Übersicht aktueller Branchennachrichten rund um die Ansteckungswelle - Stand 27. Februar: LAGE IN CHINA: Deutsche und andere europäische Unternehmen in der Volksrepublik bekommen die Folgen der Coronavirus-Epidemie zu spüren. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", erklärten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer Umfrage unter ihren Mitgliedsfirmen. Fast 90 Prozent berichteten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Wegen der Krise erwarte fast jedes zweite Unternehmen einen zweistelligen prozentualen Einbruch der Einnahmen in der ersten Hälfte des Jahres - ein Viertel rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang. Ein gutes Drittel hat demnach schon Probleme mit seinen Finanzströmen. AUTOINDUSTRIE: Das neuartige Coronavirus macht sich für die Autobauer in China bemerkbar. "Wir sehen erste negative Auswirkungen im Markt aufgrund von Covid-19", sagte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Donnerstag. In China sei der Markt im Januar verglichen mit dem Vorjahresmonat um 20 Prozent geschrumpft. Das liege aber auch daran, dass es wegen des Neujahrsfestes weniger Verkaufstage gab. Für dieses Jahr war der Verband von einem Minus von zwei Prozent ausgegangen. Nun werde wegen des Virus ein Szenario mit Minus sieben Prozent durchgerechnet. KONJUNKTURSORGEN: Die deutsche Industrie sieht das Coronavirus als "Stresstest" für die Wirtschaft und fürchtet Folgen für die Konjunktur. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte die Bundesregierung zu einem koordinierten wirtschaftspolitischen Vorgehen auf. "Neben dem Gesundheitsschutz muss die Politik ab sofort auch das wirtschaftliche Krisenmanagement in den Fokus nehmen", sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Einige Lieferketten mit starkem China-Fokus würden den Stresstest derzeit nicht bestehen. Die mehr als 5000 deutschen Firmen in China seien in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnte, in einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland drohe die Ausbreitung des Coronavirus zu einem "wahren Konjunkturhemmer" zu werden. Schon jetzt spüre die international stark vernetzte deutsche Exportwirtschaft, dass das Coronavirus den weltweiten Handel belaste und zahlreiche Unternehmen ihre Investitionen an vielen Standorten zurückhielten. TOURISMUS: Die deutsche Reisebranche stellt sich angesichts des Coronavirus auf ein schwieriges Jahr ein. Zwar seien die Bundesbürger in Urlaubslaune. "Aber wir stellen eine zunehmende Verunsicherung bei Kunden fest", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Branchenverbandes DRV. Gerade bei Trips nach Asien gebe es eine Buchungszurückhaltung. Die Branche hofft, dass die Reservierungen später mit einem starken Last-Minute-Geschäft nachgeholt werden. "Je länger die Krise anhält, desto stärker wird die Reisebranche aber betroffen sein", sagte Fiebig. Bislang lief das Geschäft nur zögerlich an. LUFTVERKEHR: Die Lufthansa will angesichts der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus ihre Kurzstreckenflüge in den kommenden Wochen deutlich eindampfen. Das Angebot könne auf der Kurz- und Mittelstrecke um bis zu 25 Prozent sinken, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Frankfurt mit. Zudem prüft die Fluggesellschaft die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen Kurzarbeit zu beantragen. Auch auf der Langstrecke dürfte die verschärfte Situation zu spüren sein, die Zahl der am Boden bleibenden Langstreckenflugzeuge soll in der Gruppe von 13 auf 23 steigen. REISEMESSE ITB: Die weltgrößte Schau der Tourismusbranche (4. bis 8. März) findet nicht statt. Die Absage wurde von der Berliner Messegesellschaft mit Auflagen des zuständigen Gesundheitsamtes begründet, die von der Messe Berlin nicht umsetzbar seien. Von den insgesamt 10 000 erwarteten Ausstellern aus aller Welt wären 22 aus China gekommen, 25 weitere aus Hongkong und Taiwan. Die Organisatoren rechneten ursprünglich mit etwa 160 000 Besuchern, hatten aber in den Tagen zuvor aufgrund des Virus die Erwartungen etwas zurückgeschraubt. GENFER UHRENMESSE: Die Schweizer Stiftung für Uhrmacherkunst hat die Genfer Uhrenmesse "Watches and Wonders" (geplant 25. bis 29. April) wegen der Coronaviruskrise abgesagt. Der nächste geplante Termin ist somit erst im Frühjahr 2021. Im vergangenen Jahr waren mehr als 23 000 Besucher die Messe nach Genf gekommen. Der Branchentreff ist nicht die einzige gecancelte Schau: Weltweit wurden nach Angaben des Fachdienstes "m+a Messemedien" bereits 230 Messen wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben, davon 50 in Europa. HANDEL: Das Coronavirus führt zu einer verstärkten Nachfrage nach haltbaren Lebensmittel und Hygieneprodukten, beobachten Aldi-Süd und Lidl. "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände", erklärte Aldi-Süd. Auch Lidl hat nach eigenen Angaben die Vorräte aufgestockt und arbeitet "intensiv" an der sicheren Warenversorgung. Die Rewe Gruppe, zu der auch Penny-Märkte gehören, hat bisher keine auffällig starke Nachfrage verzeichnet. Laut dem Handelsverband Deutschland kam es bislang nicht zu Engpässen. Continental: Der Autozulieferer Continental erhöht seine Vorsichtsmaßnahmen und schränkt Geschäftsreisen von und nach China sowie Südkorea und in Teile Italiens ein. Außerdem verstärkt der Dax-Konzern den Gesundheitsschutz für die Belegschaft: Man unterstütze die einzelnen Standorte "mit der Lieferung von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung". Ein weiterer Schwerpunkt sei es, die Lieferfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Conti hat Fabriken und Niederlassungen auf allen Kontinenten. L'Oreal: Der Kosmetikriese L'Oréal setzt zum Schutz seiner Mitarbeiter bis Ende März seine internationalen Geschäftsreisen aus. Das betreffe auch Reisen ins innereuropäische Ausland. Zu dem Kosmetikunternehmen, das seinen deutschen Sitz in Düsseldorf hat, gehören Luxusmarken wie Lancôme oder Giorgio Armani, aber auch L'Oréal Paris, Maybelline New York und Garnier. FLUGHAFEN FRANKFURT: Nach der Lufthansa geht auch der Frankfurter Flughafen wegen der Corona-Krise auf Sparkurs. Das Fracht- und Passagieraufkommen im China-Verkehr ist eingebrochen, so dass der Betreiber Fraport zu viel Personal an Bord hat. Konkret sollen Neueinstellungen nur noch in Ausnahmen möglich sein. Dem Personal werden unbezahlter Urlaub und reduzierte Arbeitszeiten nahe gebracht. Dauer und der Umfang der Flugstreichungen wegen des Coronavirus ließen sich derzeit nicht verlässlich prognostizieren, so Fraport. Microsoft: Der Computer-Riese hat wegen des neuartigen Coronavirus das Umsatzziel für seine PC-Sparte gestrichen. Wegen Belastungen der Lieferkette dürfte die Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte Microsoft. Die PC-Sparte von Microsoft umfasst etwa Windows-Betriebssysteme und Hardware-Produkte wie Surface-Laptops und -Tablets sowie die Spielekonsole Xbox. Das Unternehmen betonte, die Windows-Nachfrage sei weiter hoch. Standard Chartered: Die britische Bank muss wegen des Coronavirus ihr Renditeziel verschieben. Zusammen mit anderen Problemen wie den niedrigen Zinsen, den Protesten in Hongkong und einer weltweiten Konjunkturschwäche werden die Virusfolgen dazu führen, dass die Gewinne mittelfristig weniger stark wachsen, so die Bank, die den Großteil ihres Geschäfts in Asien macht. Standard Chartered geht aber davon aus, dass die Effekte des Virus vorübergehend sind. AB Inbev: Der weltgrößte Bierbrauer rechnet wegen des Coronavirus mit einem Gewinneinbruch. Der operative Gewinn (Ebitda) in den ersten drei Monaten werde um rund zehn Prozent sinken, so der Brauer von Marken wie Beck's, Budweiser, Corona und Stella Artois. Allein in den ersten beiden Monaten drückten die Folgen des neuartigen Virus demnach das Ergebnis um 170 Millionen Dollar. Qiagen: Die rasche Ausbreitung der Lungenkrankheit lässt die Börsen abstürzen. Die Biotech-Firma Qiagen gehört aber zu den wenigen Profiteuren. Der Diagnostikspezialist beginnt mit der Auslieferung von Testkits für das Coronavirus. Qiagen-Aktien stiegen kräftig. EBM-PAST: Die Hersteller vom Ventilatoren und Motoren mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen hat seine China-Taskforce um Italien und Südkorea erweitert. Sie analysiert die Lage etwa bei den Lieferketten. Aktuell sei die Belieferung mit kritischen Teilen für die Produktionen der nächsten vier Wochen gesichert. Dienstreisen in die vom Coronavirus betroffenen Regionen wurden untersagt. EBM-PAST bezieht aus Südkorea vor allem Elektronikbauteile, aus Italien mechanische Teile und aus China etwa Magnete./als/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 2: Folgen für die Wirtschaft werden deutlicher
(neu: ITB-Absage, 1. und 7. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Börsenkurse sacken ab, Messen fallen aus, Flüge werden gestrichen: Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus belastet zunehmend die Wirtschaft. Der Genfer Autosalon in der kommenden Woche fällt aus, ebenso die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin. Am Ende einer historisch schlechten Handelswoche stießen Investoren auf breiter Front Aktien ab, die Indizes Dax und Dow Jones gaben mehrere Prozent ab. Mehrere Fluggesellschaften strichen Flüge, vor allem nach Norditalien. Die British-Airways-Mutter IAG wagt wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus keine Gewinnprognose für 2020. Easyjet legt ein Sparprogramm an und stellt ähnlich wie die Lufthansa Einstellungen und Beförderungen zurück. Zahlreiche Handelsketten sprachen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen. Der Handelsverband Deutschland betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. "Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wird durch die Unterbrechung von internationalen Lieferketten besonders schlimm getroffen", sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt der Deutschen Bank für Deutschland. Die Folgen des Coronavirus könnten in Deutschland zu einer Rezession führen. Das heißt, dass die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Vierteljahreszeiträumen nachlässt. Das Virus trifft die Wirtschaft ohnehin in der Flaute. Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft bremsen, auch der bisherige Motor hat nachgelassen, der Konsum in Deutschland. Die Deutsche Bundesbank sieht im Coronavirus kurzfristig ein zusätzliches Risiko. "Nach den derzeitigen Informationen erwarte ich, dass dieses Risiko sich zum Teil auch materialisieren dürfte", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in Frankfurt. Wie groß dieser Effekt sein könnte, lasse sich derzeit aber kaum seriös abschätzen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau forderte nun vor allem die Möglichkeit, die Kurzarbeit rasch und unbürokratisch zu nutzen. Die Messe Berlin gab am Freitagabend bekannt, dass die Reisemesse ITB in der nächsten Woche angesichts des neuartigen Corona-Virus abgesagt wird. Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf Auflagen stark erhöht. "Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben", teilte die Messe Berlin mit. "Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar." Die fünftägige Internationale Tourismusbörse (ITB) mit rund 10 000 Ausstellern sollte eigentlich am Mittwoch beginnen. Wegen des Virus hatten die Veranstalter schon die Erwartungen heruntergeschraubt und rechneten mit weniger Besuchern als im Vorjahr mit 160 000. Mehrere Aussteller haben abgesagt. Die für Mai geplante ITB China in Shanghai war schon vergangene Woche abgesagt worden. Sollte es zu Absagen größerer Veranstaltungen kommen, träfe das auch Hotels, Restaurants und Caterer. Der Branchenverband Dehoga bekräftigte am Freitag, dass sich für die Branche bislang nur "eine punktuelle Betroffenheit" feststellen lasse. "Vereinzelt berichten Hotels von Stornierungen chinesischer Reisender", hieß es in einer Stellungnahme. Die Schweiz verbot Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Diesem Verbot fällt auch der Genfer Autosalon zum Opfer, der am Montag beginnen sollte und zu dem 600 000 Besucher erwartet wurden. Zuvor war schon die erst für April geplante Genfer Uhrenmesse abgesagt worden. Für die Autobranche ist die Absage des Autosalons ein weiterer Schlag nach der Verschiebung der eigentlich für April geplanten großen chinesischen Automesse in Peking. An den Börsen waren am Freitag Aktien vermeintlicher Profiteure der Viruserkrankung gefragt, darunter der Atemschutzmaskenhersteller Drägerwerk und der Anbieter von Videokonferenz-Software Teamviewer. Unterdessen sinkt der Ölpreis weiter. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 51,13 US-Dollar. Das waren 1,05 Dollar weniger als am Vortag. Auf Wochensicht steuert der Markt auf die stärksten Verluste seit 2011 zu./bf/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP/Gestörte Lieferketten, gesenkte Prognosen: Corona trifft Firmen
Aktualisierung: ITB-Absage im 7. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwingt Unternehmen weltweit zum Handeln. Teils wirkt sich die Epidemie schon jetzt auf Geschäfte aus. Eine Übersicht aktueller Branchennachrichten rund um die Ansteckungswelle - Stand 27. Februar: LAGE IN CHINA: Deutsche und andere europäische Unternehmen in der Volksrepublik bekommen die Folgen der Coronavirus-Epidemie zu spüren. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", erklärten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer Umfrage unter ihren Mitgliedsfirmen. Fast 90 Prozent berichteten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Wegen der Krise erwarte fast jedes zweite Unternehmen einen zweistelligen prozentualen Einbruch der Einnahmen in der ersten Hälfte des Jahres - ein Viertel rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang. Ein gutes Drittel hat demnach schon Probleme mit seinen Finanzströmen. AUTOINDUSTRIE: Das neuartige Coronavirus macht sich für die Autobauer in China bemerkbar. "Wir sehen erste negative Auswirkungen im Markt aufgrund von Covid-19", sagte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Donnerstag. In China sei der Markt im Januar verglichen mit dem Vorjahresmonat um 20 Prozent geschrumpft. Das liege aber auch daran, dass es wegen des Neujahrsfestes weniger Verkaufstage gab. Für dieses Jahr war der Verband von einem Minus von zwei Prozent ausgegangen. Nun werde wegen des Virus ein Szenario mit Minus sieben Prozent durchgerechnet. KONJUNKTURSORGEN: Die deutsche Industrie sieht das Coronavirus als "Stresstest" für die Wirtschaft und fürchtet Folgen für die Konjunktur. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte die Bundesregierung zu einem koordinierten wirtschaftspolitischen Vorgehen auf. "Neben dem Gesundheitsschutz muss die Politik ab sofort auch das wirtschaftliche Krisenmanagement in den Fokus nehmen", sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Einige Lieferketten mit starkem China-Fokus würden den Stresstest derzeit nicht bestehen. Die mehr als 5000 deutschen Firmen in China seien in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnte, in einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland drohe die Ausbreitung des Coronavirus zu einem "wahren Konjunkturhemmer" zu werden. Schon jetzt spüre die international stark vernetzte deutsche Exportwirtschaft, dass das Coronavirus den weltweiten Handel belaste und zahlreiche Unternehmen ihre Investitionen an vielen Standorten zurückhielten. TOURISMUS: Die deutsche Reisebranche stellt sich angesichts des Coronavirus auf ein schwieriges Jahr ein. Zwar seien die Bundesbürger in Urlaubslaune. "Aber wir stellen eine zunehmende Verunsicherung bei Kunden fest", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Branchenverbandes DRV. Gerade bei Trips nach Asien gebe es eine Buchungszurückhaltung. Die Branche hofft, dass die Reservierungen später mit einem starken Last-Minute-Geschäft nachgeholt werden. "Je länger die Krise anhält, desto stärker wird die Reisebranche aber betroffen sein", sagte Fiebig. Bislang lief das Geschäft nur zögerlich an. REISEMESSE ITB: Die weltgrößte Schau der Tourismusbranche (4. bis 8. März) findet nicht statt. Die Absage wurde von der Berliner Messegesellschaft mit Auflagen des zuständigen Gesundheitsamtes begründet, die von der Messe Berlin nicht umsetzbar seien. Von den insgesamt 10 000 erwarteten Ausstellern aus aller Welt wären 22 aus China gekommen, 25 weitere aus Hongkong und Taiwan. Die Organisatoren rechneten ursprünglich mit etwa 160 000 Besuchern, hatten aber in den Tagen zuvor aufgrund des Virus die Erwartungen etwas zurückgeschraubt. GENFER UHRENMESSE: Die Schweizer Stiftung für Uhrmacherkunst hat die Genfer Uhrenmesse "Watches and Wonders" (geplant 25. bis 29. April) wegen der Coronaviruskrise abgesagt. Der nächste geplante Termin ist somit erst im Frühjahr 2021. Im vergangenen Jahr waren mehr als 23 000 Besucher die Messe nach Genf gekommen. Der Branchentreff ist nicht die einzige gecancelte Schau: Weltweit wurden nach Angaben des Fachdienstes "m+a Messemedien" bereits 230 Messen wegen des Coronavirus abgesagt oder verschoben, davon 50 in Europa. HANDEL: Das Coronavirus führt zu einer verstärkten Nachfrage nach haltbaren Lebensmittel und Hygieneprodukten, beobachten Aldi-Süd und Lidl. "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände", erklärte Aldi-Süd. Auch Lidl hat nach eigenen Angaben die Vorräte aufgestockt und arbeitet "intensiv" an der sicheren Warenversorgung. Die Rewe Gruppe, zu der auch Penny-Märkte gehören, hat bisher keine auffällig starke Nachfrage verzeichnet. Laut dem Handelsverband Deutschland kam es bislang nicht zu Engpässen. Continental: Der Autozulieferer Continental erhöht seine Vorsichtsmaßnahmen und schränkt Geschäftsreisen von und nach China sowie Südkorea und in Teile Italiens ein. Außerdem verstärkt der Dax-Konzern den Gesundheitsschutz für die Belegschaft: Man unterstütze die einzelnen Standorte "mit der Lieferung von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung". Ein weiterer Schwerpunkt sei es, die Lieferfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Conti hat Fabriken und Niederlassungen auf allen Kontinenten. L'Oreal: Der Kosmetikriese L'Oréal setzt zum Schutz seiner Mitarbeiter bis Ende März seine internationalen Geschäftsreisen aus. Das betreffe auch Reisen ins innereuropäische Ausland. Zu dem Kosmetikunternehmen, das seinen deutschen Sitz in Düsseldorf hat, gehören Luxusmarken wie Lancôme oder Giorgio Armani, aber auch L'Oréal Paris, Maybelline New York und Garnier. FLUGHAFEN FRANKFURT: Nach der Lufthansa geht auch der Frankfurter Flughafen wegen der Corona-Krise auf Sparkurs. Das Fracht- und Passagieraufkommen im China-Verkehr ist eingebrochen, so dass der Betreiber Fraport zu viel Personal an Bord hat. Konkret sollen Neueinstellungen nur noch in Ausnahmen möglich sein. Dem Personal werden unbezahlter Urlaub und reduzierte Arbeitszeiten nahe gebracht. Dauer und der Umfang der Flugstreichungen wegen des Coronavirus ließen sich derzeit nicht verlässlich prognostizieren, so Fraport. Microsoft: Der Computer-Riese hat wegen des neuartigen Coronavirus das Umsatzziel für seine PC-Sparte gestrichen. Wegen Belastungen der Lieferkette dürfte die Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte Microsoft. Die PC-Sparte von Microsoft umfasst etwa Windows-Betriebssysteme und Hardware-Produkte wie Surface-Laptops und -Tablets sowie die Spielekonsole Xbox. Das Unternehmen betonte, die Windows-Nachfrage sei weiter hoch. Standard Chartered: Die britische Bank muss wegen des Coronavirus ihr Renditeziel verschieben. Zusammen mit anderen Problemen wie den niedrigen Zinsen, den Protesten in Hongkong und einer weltweiten Konjunkturschwäche werden die Virusfolgen dazu führen, dass die Gewinne mittelfristig weniger stark wachsen, so die Bank, die den Großteil ihres Geschäfts in Asien macht. Standard Chartered geht aber davon aus, dass die Effekte des Virus vorübergehend sind. AB Inbev: Der weltgrößte Bierbrauer rechnet wegen des Coronavirus mit einem Gewinneinbruch. Der operative Gewinn (Ebitda) in den ersten drei Monaten werde um rund zehn Prozent sinken, so der Brauer von Marken wie Beck's, Budweiser, Corona und Stella Artois. Allein in den ersten beiden Monaten drückten die Folgen des neuartigen Virus demnach das Ergebnis um 170 Millionen Dollar. Qiagen: Die rasche Ausbreitung der Lungenkrankheit lässt die Börsen abstürzen. Die Biotech-Firma Qiagen gehört aber zu den wenigen Profiteuren. Der Diagnostikspezialist beginnt mit der Auslieferung von Testkits für das Coronavirus. Qiagen-Aktien stiegen kräftig. EBM-PAST: Die Hersteller vom Ventilatoren und Motoren mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen hat seine China-Taskforce um Italien und Südkorea erweitert. Sie analysiert die Lage etwa bei den Lieferketten. Aktuell sei die Belieferung mit kritischen Teilen für die Produktionen der nächsten vier Wochen gesichert. Dienstreisen in die vom Coronavirus betroffenen Regionen wurden untersagt. EBM-PAST bezieht aus Südkorea vor allem Elektronikbauteile, aus Italien mechanische Teile und aus China etwa Magnete./als/DP/jha
28.02.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit schwärzester Woche seit August 2011
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kursrutsch aus Sorge vor einer Coronavirus-Pandemie hat am Freitag mit einem Dax-Verlust von zeitweise mehr als 5 Prozent einen vorläufigen Höhepunkt erlebt. Der deutsche Leitindex erholte sich aber im späten Handel etwas und schloss mit 3,86 Prozent im Minus bei 11 890,35 Punkten. Mit einem Rutsch um letztlich 12,44 Prozent seit dem vergangenen Freitag erlebten die Anleger gleichwohl die schwärzeste Woche seit dem Börsencrash im August 2011, der im Zusammenhang mit der Weltschuldenkrise stand. Auf Monatssicht ergibt sich beim Dax ein Verlust von mehr als 8 Prozent. Das Rekordhoch aus der Vorwoche bei 13 795 Punkten scheint in der aktuellen Panik am Markt so schnell nicht wieder erreichbar. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitag um 3,17 Prozent auf 25 366,62 Punkte. Das neuartige Coronavirus breitet sich nicht nur in Deutschland immer stärker aus. Die Weltgesundheitsorganisation warnte, der neue Erreger habe "pandemisches Potenzial" und könnte ohne die richtigen Maßnahmen "außer Kontrolle geraten". Auch wenn medizinische Fachleute wie der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, daran erinnern, dass bei der weit überwiegenden Anzahl der Infizierten nur erkältungsähnliche Symptome auftreten - die Folgen für die Wirtschaft sind schon jetzt unabsehbar. "Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wird durch die Unterbrechung von internationalen Lieferketten besonders schlimm getroffen", sagte etwa Stefan Schneider, Chefvolkswirt für Deutschland bei der Deutsche Bank. Es sei daher wahrscheinlich, dass die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen des Jahres schrumpft. Die Folgen des Coronavirus könnten in Deutschland also zu einer Rezession führen. Chefstratege Michael Hartnett von der Bank of America sieht sogar für die ganze Weltwirtschaft zunehmende Risiken für einen Konjunkturabschwung. Zweitschwächster Dax-Wert hinter Linde, die mehr als 6 Prozent verloren, waren die Papiere der Munich Re, die 5,7 Prozent einbüßten. Die Munich-Re-Anteilsscheine waren zeitweise um mehr als 9 Prozent absackt und notieren nun wieder unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, der den langfristigen Trend beschreibt. Der Rückversicherer hatte zwar seinen Gewinn 2019 trotz deutlich gestiegener Großschäden kräftig gesteigert und sein ursprüngliches Gewinnziel übertroffen. Die noch optimistischeren Erwartungen von Analysten wurden jedoch verfehlt. Auch die BASF-Aktien mussten weiter kräftig Federn lassen und rutschten mit einem Abschlag von fast 5 Prozent auf das tiefste Niveau seit 2012 ab. Der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns, Martin Brudermüller, hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen wegen des Virus ein recht düsteres Bild gezeichnet. Die Deutsche Post stellt derweil den Bau ihres Elektrotransporters Streetscooter ein und streicht ihre Gewinnpläne für 2020 zusammen. Die Anteilsscheine sackten um mehr als 5 Prozent ab. Der Volkswagen-Konzern fuhr derweil im abgelaufenen Jahr trotz der Branchenkrise mehr Umsatz und deutlich mehr Gewinn ein als gedacht. Die Dividende für Vorzugsaktionäre soll von 4,86 Euro auf überraschend hohe 6,56 Euro je Aktie steigen. Mit einem lediglich leichten Minus waren die Vorzugsaktien des Autobauers der Favorit im Dax. Der in Finanznöten steckende Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp will seine Aufzugsparte komplett an ein Konsortium rund um die Finanzinvestoren Advent und Cinven verkaufen. Mit im Boot ist auch der Ruhrkonzern RAG, der an dem Chemiekonzern Evonik beteiligt ist. Die Thyssenkrupp-Papiere konnten sich dem Sog des Gesamtmarktes nicht entziehen und rutschten mit einem Minus von rund 5 Prozent auf das tiefste Niveau seit 2003. Gefragt sind hingegen vermeintliche Profiteure der Viruserkrankung wie Drägerwerk und Teamviewer. Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk stellt Atemschutzmasken her, die derzeit sehr stark nachgefragt werden. Die Papiere schossen um gut 13 Prozent in die Höhe. Teamviewer ist ein Software-Hersteller für Computer-Fernwartung und Videokonferenzen, die immer mehr Unternehmen nutzen, um Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten zu lassen. Die Aktie gewann an der MDax-Spitze fast acht Prozent. Spitzenreiter im Nebenwerteindex SDax waren die Anteilscheine von Rhön Klinikum, die um mehr als 22 Prozent in die Höhe schnellten. Die beiden Klinikkonzerne Asklepios und Rhön wollen sich zusammentun. Auch weltweit verbuchten die Börsen hohe Abschläge. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone sackte um 3,66 Prozent ab auf 3329,49 Zähler. Die Börsen in Paris und London sackten um mehr als 3 Prozent ab. In den USA stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss knapp 3 Prozent tiefer. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,50 auf minus 0,59 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,36 Prozent auf 146,02 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,53 Prozent auf 177,48 Punkte. Der Euro legte zu und notierte zuletzt bei 1,1004 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0977 (Donnerstag: 1,0964) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9110 (0,9121) Euro./la/jha/ --- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---