Faktor-Zertifikat | 6,00 | Short | Boeing

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  • WKN: MC0P01
  • ISIN: DE000MC0P019
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+3,51 % 09.04.2020 22:26:10

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Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Faktor-Zertifikat Short auf Boeing hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Falls die zugrunde liegende Aktie die Reset Barriere überschreitet, liegt ein Reset Ereignis vor und es wird ein Hedging-Wert ermittelt. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der für die Aktie abgeschlossenen Hedgingvereinbarungen erzielten Preise, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben. Wenn dieser Hedging-Wert unter dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt, werden bestimmte Werte des Faktor-Zertifikats angepasst, wie in den Endgültigen Bedingungen näher beschrieben.

Wenn allerdings der Hedging-Wert über dem letzten unmittelbar vor dem Eintritt des Reset Ereignisses anwendbaren Basispreis liegt oder diesem entspricht, so steht es der Emittentin frei, vorbehaltlich einer wirksamen Ausübung des Ausübungsrechts des Gläubigers oder einer Mitteilung einer Kündigung durch die Emittentin, die Wertpapiere mit sofortiger Wirkung vollständig, jedoch nicht teilweise, durch Mitteilung an die Gläubiger zu kündigen (eine sogenannte Reset Ereignis Kündigung). Als Folge der Ausübung einer Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin wird das Produkt mit sofortiger Wirkung beendet und der Mindestbetrag ausgezahlt, wodurch es zum Totalverlust kommt.

Sowohl die Reset Barriere als auch der Basispreis sind nicht konstant. Nach anfänglicher Bestimmung dieser Werte werden, wie in den Endgültigen Bedingungen festgelegt, Anpassungen erfolgen. Der aktuelle Wert der Reset Barriere und des Basispreises sind der obigen Tabelle zu entnehmen.

Das Produkt hat keine feste Laufzeit. Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der Aktie am ersten planmäßigen Handelstag (der Aktie) eines jeden Monats, welcher dem Ablauf von 35 Tagen nach dem Ausübungstag folgt. Bei Ausübung der Reset Ereignis Kündigung durch die Emittentin werden die Wertpapiere zum Mindestbetrag zurückgezahlt.

Bei Faktor-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Faktor-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines steigenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Ereignisse

Datum Ereignis Anpassung Wert vor Ereignis Wert nach Ereignis
13.02.2020 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 401,82 USD
  • 385,74 USD
  • 0,14
  • 402,96 USD
  • 386,83 USD
  • 0,14
07.11.2019 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 418,00 USD
  • 401,28 USD
  • 0,17
  • 410,82 USD
  • 394,38 USD
  • 0,19
08.08.2019 Ordentliche Dividende
  • Basispreis
  • Barriere
  • Bezugsverhältnis
  • 387,86 USD
  • 372,35 USD
  • 0,46
  • 384,21 USD
  • 368,85 USD
  • 0,47

Wertentwicklung

Stammdaten

Kursdaten

Nachrichten und Analysen

08.04.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 3: Tui erhält Milliardenkredit vom Staat - Tourismusbranche bangt
(neu: Tui zur Sommersaison) HANNOVER (dpa-AFX) - Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den von der Corona-Krise schwer getroffenen Reisekonzern Tui ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwoch in Hannover mitteilte. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW. Der entsprechende Vertrag mit der KfW ist unterschrieben und hat zunächst eine Laufzeit bis Oktober 2021, die sich bis Juli 2022 verlängern kann. Weil damit eine schon bestehende Kreditlinie für Tui im Wert von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden soll, waren auch Vertragsanpassungen und ergänzende Beratungen mit einem Bankenkonsortium notwendig. Man wolle nun die "weltweite Ausnahmesituation überbrücken" und bereite sich "intensiv auf die Zeit nach der Corona-Krise vor", sagte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen. Touristikfirmen gehören neben Airlines und dem Gastgewerbe zu den Branchen, die die Krise am härtesten trifft. Viele Länder haben den Flugverkehr ausgesetzt, Urlaubsbuchungen sind eingebrochen. Tui selbst hatte Mitte März nahezu das gesamte Programm aus Pauschalreisen, Flügen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb gestoppt. Ein Ende der Einschränkungen ist noch nicht in Sicht. Nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt wird auch der Sommerurlaub in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein Tui-Sprecher betonte dagegen, dass das Unternehmen derzeit mit den Regierungen von Mittelmeerländern darüber spreche, wie eine Wiederaufnahme des Tourismus noch im Sommer aussehen könnte. Dennoch versucht Tui, die Kunden bereits heute auf die Hauptsaison 2021 einzustimmen. Der Flugplan für Mitte kommenden Jahres wurde für Buchungen freigeschaltet. Reisende könnten ihren Urlaub nun schon "langfristig umplanen". Auch beim Konkurrenten DER Touristik läuft die Aktualisierung der Reiseangebote für Sommer, Herbst und Winter auf Hochtouren. Und der Veranstalter Alltours betont, derzeit könne niemand absehen, wie sich die Lage entwickle. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen der Corona-Krise gilt vorerst bis Ende April. "Wir teilen den Wunsch vieler Urlauber, dass auch das Reisen im Rahmen der Lockerungen bald wieder möglich sein wird", hieß es am Mittwoch von Tui. Zur Überbrückung haben die Hannoveraner mit dem neuen Kredit jetzt rund 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Vor einigen Wochen lag die Liquidität noch bei 1,4 Milliarden Euro. Noch größer als bei Tui ist der Finanzbedarf aber bei der Lufthansa. Europas umsatzstärkster Luftverkehrskonzern verhandelt mit dem Bund über milliardenschwere Beihilfen, wie auch die ausländischen Konzerntöchter bei ihren Regierungen in Österreich, Belgien und der Schweiz angeklopft haben. Es geht dabei wohl um einen Mix selbst beschaffter Anleihen und direkter staatlicher Stützmaßnahmen. Eine komplette Verstaatlichung der Lufthansa haben Regierungsvertreter und Vorstandschef Carsten Spohr bislang ausgeschlossen. Haupthindernis einer Einigung ist weiter die mit der EU-Kommission umstrittene Frage, ob Lufthansa ihre Kunden zunächst mit Gutscheinen abspeisen darf, statt ihnen die stornierten Tickets sofort zu erstatten. Fließt dieses Geld schnell ab, würde eine noch größere Finanzlücke entstehen. Mitte März hatte Lufthansa die vorhandene Liquidität auf gut fünf Milliarden Euro beziffert. Seinen Sparwillen hat der Vorstand am Dienstag demonstriert, als rund ein Zehntel der Konzernflotte ausgemustert und zudem das Ende der Tochter Germanwings eingeleitet wurde. Weitere Einschnitte sollen folgen. Eine Unbekannte ist zudem die Zukunft des Ferienfliegers Condor, der eigentlich noch im April in den Besitz der polnischen Luftfahrt-Holding PGL wechseln sollte. Würde der Deal aus Vor-Corona-Zeiten platzen, könnte sich der Bund auch bei Condor zur Rettung gezwungen sehen. In mehreren Medien wurde für diesen Fall bereits über eine Integration in den Lufthansa-Konzern spekuliert. Der Tui-Konzern mit rund 70 000 Beschäftigten traut sich derweil eine Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung in diesem Jahr nicht mehr zu, nachdem der Januar noch der buchungsstärkste Monat der Unternehmensgeschichte war. Für zahlreiche Mitarbeiter wurde Kurzarbeit angezeigt - teils bis in den September hinein. Während der Laufzeit des neuen Kredits darf der Konzern zudem keine Dividende an die Aktionäre auszahlen. Schon im Geschäftsjahr 2019 war der Gewinn wegen des Flugverbots für die Boeing 737 Max deutlich geschrumpft. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß, betonte, dass viele Unternehmen der Reisebranche gleich doppelt von den Folgen der Pandemie betroffen seien. "Einerseits haben sie keine Einnahmen mehr, andererseits müssen sie noch zusätzlich Gelder für stornierten Reisen und Flüge zurück erstatten", sagte er. "Dafür muss die Liquidität überbrückt werden." Das gelte aber nicht nur für die großen Player, auch viele kleine und mittelständische Unternehmen seien betroffen. Wenn die Hilfe jetzt wirke, könne es für die Betriebe dennoch eine Zukunft geben. "Die Touristik wurde als erste Branche mit voller Wucht getroffen. Ich bin aber auch davon überzeugt: Sie wird auch als erste wieder anlaufen, sobald die Beschränkungen wieder enden", sagte Bareiß./cwe/jap/ceb/mar/DP/nas
08.04.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: Tui erhält Milliardenkredit vom Staat - Tourismusbranche bangt
(aktualisiert) HANNOVER (dpa-AFX) - Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den von der Corona-Krise schwer getroffenen Reisekonzern Tui ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwoch in Hannover mitteilte. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW. Der entsprechende Vertrag mit der KfW ist unterschrieben und hat zunächst eine Laufzeit bis Oktober 2021, die sich bis Juli 2022 verlängern kann. Weil damit eine schon bestehende Kreditlinie für Tui im Wert von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden soll, waren auch Vertragsanpassungen und ergänzende Beratungen mit einem Bankenkonsortium notwendig. Man wolle nun die "weltweite Ausnahmesituation überbrücken" und bereite sich "intensiv auf die Zeit nach der Corona-Krise vor", sagte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen. Touristikfirmen gehören neben Airlines und dem Gastgewerbe zu den Branchen, die die Krise am härtesten trifft. Viele Länder haben den Flugverkehr ausgesetzt, Urlaubsbuchungen sind eingebrochen. Tui selbst hatte Mitte März nahezu das gesamte Programm aus Pauschalreisen, Flügen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb gestoppt. Ein Ende der Einschränkungen ist noch nicht in Sicht. Nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt wird auch der Sommerurlaub in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Tui versucht deswegen, die Kunden bereits heute auf die Hauptsaison 2021 einzustimmen. Der Flugplan für Mitte kommenden Jahres wurde für Buchungen freigeschaltet. Reisende könnten ihren Urlaub nun schon "langfristig umplanen". Auch beim Konkurrenten DER Touristik läuft die Aktualisierung der Reiseangebote für Sommer, Herbst und Winter auf Hochtouren. Und der Veranstalter Alltours betont, derzeit könne niemand absehen, wie sich die Lage entwickle. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen der Corona-Krise gilt vorerst bis Ende April. "Wir teilen den Wunsch vieler Urlauber, dass auch das Reisen im Rahmen der Lockerungen bald wieder möglich sein wird", hieß es am Mittwoch von Tui. Zur Überbrückung haben die Hannoveraner mit dem neuen Kredit jetzt rund 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Vor einigen Wochen lag die Liquidität noch bei 1,4 Milliarden Euro. Noch größer als bei Tui ist der Finanzbedarf aber bei der Lufthansa. Europas umsatzstärkster Luftverkehrskonzern verhandelt mit dem Bund über milliardenschwere Beihilfen, wie auch die ausländischen Konzerntöchter bei ihren Regierungen in Österreich, Belgien und der Schweiz angeklopft haben. Es geht dabei wohl um einen Mix selbst beschaffter Anleihen und direkter staatlicher Stützmaßnahmen. Eine komplette Verstaatlichung der Lufthansa haben Regierungsvertreter und Vorstandschef Carsten Spohr bislang ausgeschlossen. Haupthindernis einer Einigung ist weiter die mit der EU-Kommission umstrittene Frage, ob Lufthansa ihre Kunden zunächst mit Gutscheinen abspeisen darf, statt ihnen die stornierten Tickets sofort zu erstatten. Fließt dieses Geld schnell ab, würde eine noch größere Finanzlücke entstehen. Mitte März hatte Lufthansa die vorhandene Liquidität auf gut fünf Milliarden Euro beziffert. Seinen Sparwillen hat der Vorstand am Dienstag demonstriert, als rund ein Zehntel der Konzernflotte ausgemustert und zudem das Ende der Tochter Germanwings eingeleitet wurde. Weitere Einschnitte sollen folgen. Eine Unbekannte ist zudem die Zukunft des Ferienfliegers Condor, der eigentlich noch im April in den Besitz der polnischen Luftfahrt-Holding PGL wechseln sollte. Würde der Deal aus Vor-Corona-Zeiten platzen, könnte sich der Bund auch bei Condor zur Rettung gezwungen sehen. In mehreren Medien wurde für diesen Fall bereits über eine Integration in den Lufthansa-Konzern spekuliert. Der Tui-Konzern mit rund 70 000 Beschäftigten traut sich derweil eine Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung in diesem Jahr nicht mehr zu, nachdem der Januar noch der buchungsstärkste Monat der Unternehmensgeschichte war. Für zahlreiche Mitarbeiter wurde Kurzarbeit angezeigt - teils bis in den September hinein. Während der Laufzeit des neuen Kredits darf der Konzern zudem keine Dividende an die Aktionäre auszahlen. Schon im Geschäftsjahr 2019 war der Gewinn wegen des Flugverbots für die Boeing 737 Max deutlich geschrumpft. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß, betonte, dass viele Unternehmen der Reisebranche gleich doppelt von den Folgen der Pandemie betroffen seien. "Einerseits haben sie keine Einnahmen mehr, andererseits müssen sie noch zusätzlich Gelder für stornierten Reisen und Flüge zurück erstatten", sagte er. "Dafür muss die Liquidität überbrückt werden." Das gelte aber nicht nur für die großen Player, auch viele kleine und mittelständische Unternehmen seien betroffen. Wenn die Hilfe jetzt wirke, könne es für die Betriebe dennoch eine Zukunft geben. "Die Touristik wurde als erste Branche mit voller Wucht getroffen. Ich bin aber auch davon überzeugt: Sie wird auch als erste wieder anlaufen, sobald die Beschränkungen wieder enden", sagte Bareiß./cwe/jap/ceb/mar/DP/nas
08.04.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP/Tui: Weg für staatlichen Milliardenkredit frei
HANNOVER (dpa-AFX) - Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Tui-Konzern in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwochmorgen in Hannover mit. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW - wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben. Die Aktie legte kurz vor Börsenstart zu. Die Tui AG hatte nach eigenen Angaben bereits eine Zusage der Bundesregierung bekommen. Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es, der erste großvolumige Antrag aus dem entsprechenden KfW-Sonderprogramm sei bewilligt worden. Weil mit den frischen Mitteln eine schon bestehende Kreditlinie für Tui im Wert von 1,75 Milliarden aufgestockt werden soll, waren jedoch Vertragsanpassungen und ergänzende Beratungen mit einem Bankenkonsortium notwendig. Man wolle nun "weltweite Ausnahmesituation überbrücken", sagte der Tui-Vorstandsvorsitzende Fritz Joussen. Man bereite sich "jetzt intensiv auf die Zeit nach der Corona-Krise vor". Touristikfirmen gehören neben Airlines und dem Gastgewerbe zu den Branchen, die die Viruskrise am härtesten trifft. Viele Länder haben den Flugverkehr ausgesetzt, Urlaubsbuchungen sind eingebrochen. Tui hat - auch zur akuten Überbrückung - jetzt rund 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Vor einigen Wochen hatte Joussen die Liquidität noch auf 1,4 Milliarden Euro beziffert. Die Hannoveraner hatten Mitte März nahezu ihr gesamtes Programm aus Pauschalreisen, Flügen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb unterbrochen. Das Rückholprogramm für eigene Kunden und die Beteiligung an der Aktion des Auswärtigen Amtes für weitere deutsche Urlauber, die im Ausland gestrandet waren, ist inzwischen so gut wie abgeschlossen. Wegen der erwarteten finanziellen Belastungen traute sich Tui eine Prognose der weiteren Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr nicht mehr zu. Für zahlreiche Beschäftigte wurde Kurzarbeit ab April angezeigt - in einigen Bereichen bis in den September hinein. Die Zahlungen der Kunden sind nach Angaben des Unternehmens derzeit ausreichend abgesichert. Tui kündigte zudem an, dass Urlauber für den Mai gebuchte Reisen gebührenfrei verschieben können. Der Anbieter folgt damit anderen Großveranstaltern wie DER Touristik und FTI. Tui Deutschland hat zunächst bis zum 30. April alle Reisen abgesagt. Wie mögliche Storno-Regelungen aussehen könnten, war zuletzt noch unklar. Während der Laufzeit des neuen Kredits darf der Konzern keine Dividende an die Aktionäre auszahlen. Im Geschäftsjahr 2019 hatte die Tui AG mit rund 70 000 Beschäftigten und knapp 19 Milliarden Euro Umsatz deutlich weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Belastet vom Flugverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max sackte das Nettoergebnis von 727,2 auf 416,2 Millionen Euro ab. Tui musste den Typ durch angemietete Ersatzmaschinen mit höherem Verbrauch ersetzen./jap/DP/fba
07.04.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 3: Lufthansa startet Schrumpfprozess - Germanwings am Boden
(neu: neue Stellungnahme Cockpit) FRANKFURT/KÖLN (dpa-AFX) - In der Corona-Krise streicht die Lufthansa ihre Flotte zusammen. Mindestens 42 Jets der Kerngesellschaft Lufthansa und der Eurowings sollen dauerhaft stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zudem werden Leasingverträge für alle angemieteten Flieger gekündigt, was zusammen eine Reduzierung der Flotte mit bislang 763 Flugzeugen um rund 10 Prozent ergibt. Zudem soll der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden, wie Lufthansa mitteilte. Dies bedeute aber keineswegs, dass die rund 1400 Beschäftigten ihre Jobs verlieren, stellten Unternehmenssprecher klar. Vielmehr solle nun mit den Sozialpartnern über die Optionen verhandelt werden. Zu möglichen Staatsbeihilfen der Regierungen in Berlin, Brüssel, Wien und Bern machte Lufthansa keine Angaben. Bislang gibt es für die 500 Piloten und 900 Flugbegleiter der Germanwings noch keine Vereinbarung zur Kurzarbeit, so dass sie vorerst die vollen Bezüge erhalten, ohne zu fliegen. Hier sind schnelle Verhandlungen zu erwarten. Die Gewerkschaften hatten befürchtet, dass das Unternehmen und die Jobs schnell abgewickelt werden sollten. Das sei nun keineswegs so, erklärte der Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Aus seiner Sicht müsse kein einziger Flugbegleiter gehen, wenn klug über kollektive Lösungen nachgedacht und die natürliche Fluktuation genutzt werde. Für Verhandlungen stehe man zeitnah zur Verfügung. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verurteilte die Einstellung des Germanwings-Flugbetriebs. Lufthansa habe eine fertig ausverhandelte Vereinbarung zur Kurzarbeit ausgeschlagen und offenbar die Lage genutzt, um die Umstrukturierung des Konzerns auf dem Rücken der Mitarbeiter voranzutreiben. Gelebte Sozialpartnerschaft sehe gerade in Krisenzeiten anders aus, erklärte VC-Präsident Markus Wahl. Man erwarte Lösungen für alle Mitarbeiter im Lufthansa-Konzern. Bereits vor der Corona-Krise hatte Lufthansa für die Touristiktochter Eurowings das Ziel formuliert, ihre bislang wesentlich auf drei Flugbetriebe verteilte Flotte auf einen zu konzentrieren. Dazu gehört auch die einstmals selbstständige Marke Germanwings mit noch rund 30 Flugzeugen. "Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet", hieß es in der Erklärung. Klar ist bereits, dass die Marke Eurowings mit 13 Flugzeugen weniger an den Neustart gehen wird. Bei der Kerngesellschaft Lufthansa sollen dauerhaft 18 Langstreckenflugzeuge und elf Mittelstreckenjets am Boden bleiben. Darunter sind sechs Maschinen des Superjumbos Airbus A380, die ohnehin ab 2022 an den Hersteller Airbus zurückgehen sollten. Zudem werden verbrauchsungünstige Jets wie die Boeing 747 und die Airbus A340 ausgemustert. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelte weiterhin das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten, erklärte der Konzern. Dazu solle über neue Beschäftigungsmodelle verhandelt werden. Auch für die übrigen Töchter Brussels, Austrian und Swiss kündigte der Konzern Flugzeugstilllegungen beziehungsweise verzögerte Auslieferungen an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Zugleich wurden sämtliche Mietverträge mit anderen Fluggesellschaften gekündigt. Diese hatten im so genannten Wet-Lease auch die Besatzungen gestellt. Mit der Verkleinerung der Flotte und dem eingeleiteten Ende der Germanwings rammt die Lufthansa-Führung erste Pflöcke für die nächsten Jahre ein, die für Unternehmen und Beschäftigte äußerst hart werden könnten. Nach Einschätzung des Vorstands wird es Monate dauern, bis die weltweiten Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind, und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder das Niveau aus der Vorkrisen-Zeit erreicht. Schon bei der Bilanzvorlage am 19. März hatte Vorstandschef Carsten Spohr einschneidende Veränderungen für Branche und Konzern vorausgesagt: "Wir haben eine kleinere Lufthansa-Gruppe vor uns." Auch der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, zeigte sich am Dienstag überzeugt, dass die Airline-Branche nach der Krise nicht mehr dieselbe sein wird wie zuvor. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen sieht er 25 Millionen Arbeitsplätze in aller Welt in Gefahr - bei den Airlines selbst und in den von ihnen abhängigen Branchen wie der Touristik. In Europa wären der IATA zufolge etwa 5,6 Millionen Jobs rund um das Fluggeschäft bedroht, falls die weltweiten Reisebeschränkungen drei Monate lang anhielten. Für die rund 12 000 Beschäftigten der Lufthansa Technik AG wurde in Hamburg Kurzarbeit bis Ende August vereinbart. Um die Auswirkungen auf die Mitarbeiter möglichst gering zu halten, werde das Kurzarbeitergeld vom Unternehmen auf 90 Prozent des Nettogehalts aufgestockt, bei leitenden Mitarbeitern auf 80 Prozent. Ähnliche Regelungen würden bei den mehr als 30 internationalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften angestrebt./ceb/stw/egi/DP/nas
07.04.2020 Quelle: dpa
VIRUS/ROUNDUP 2: Lufthansa startet Schrumpfprozess - Germanwings am Boden
(mehr Details) FRANKFURT/KÖLN (dpa-AFX) - In der Corona-Krise streicht die Lufthansa ihre Flotte zusammen. Mindestens 42 Jets der Kerngesellschaft Lufthansa und der Eurowings sollen dauerhaft stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zudem werden Leasingverträge für alle angemieteten Flieger gekündigt, was zusammen eine Reduzierung der Flotte mit bislang 763 Flugzeugen um rund 10 Prozent ergibt. Zudem soll der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden, wie Lufthansa mitteilte. Dies bedeute aber keineswegs, dass die rund 1400 Beschäftigten ihre Jobs verlieren, stellten Unternehmenssprecher klar. Vielmehr solle nun mit den Sozialpartnern über die Optionen verhandelt werden. Zu möglichen Staatsbeihilfen der Regierungen in Berlin, Brüssel, Wien und Bern machte Lufthansa keine Angaben. Bislang gibt es für die 500 Piloten und 900 Flugbegleiter der Germanwings noch keine Vereinbarung zur Kurzarbeit, so dass sie vorerst die vollen Bezüge erhalten, ohne zu fliegen. Hier sind schnelle Verhandlungen zu erwarten. Die Gewerkschaften hatten befürchtet, dass das Unternehmen und die Jobs schnell abgewickelt werden sollten. Das sei nun keineswegs so, erklärte der Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Aus seiner Sicht müsse kein einziger Flugbegleiter gehen, wenn klug über kollektive Lösungen nachgedacht und die natürliche Fluktuation genutzt werde. Für Verhandlungen stehe man zeitnah zur Verfügung. "Wir wollen Lösungen für alle Mitarbeiter der Lufthansa", erklärte Sprecher Janis Schmitt von der Vereinigung Cockpit (VC). Gemeinsam mit Verdi und weiteren Berufsvereinigungen hatten VC und Ufo am Montag dem Lufthansa-Management gedroht: "Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie einzelne Gruppen opfern und ernsthaft noch mit konstruktiver Unterstützung Ihrer Mitarbeiter anderer Gruppen rechnen." Konsultationen mit dem Vorstand soll es vor der Entscheidung am Dienstag aber nicht mehr gegeben haben. Bereits vor der Corona-Krise hatte Lufthansa für die Touristiktochter Eurowings das Ziel formuliert, ihre bislang wesentlich auf drei Flugbetriebe verteilte Flotte auf einen zu konzentrieren. Dazu gehört auch die einstmals selbstständige Marke Germanwings mit noch rund 30 Flugzeugen. "Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet", hieß es in der Erklärung. Klar ist bereits, dass die Marke Eurowings mit 13 Flugzeugen weniger an den Neustart gehen wird. Bei der Kerngesellschaft Lufthansa sollen dauerhaft 18 Langstreckenflugzeuge und elf Mittelstreckenjets am Boden bleiben. Darunter sind sechs Maschinen des Superjumbos Airbus A380, die ohnehin ab 2022 an den Hersteller Airbus zurückgehen sollten. Zudem werden verbrauchsungünstige Jets wie die Boeing 747 und die Airbus A340 ausgemustert. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelte weiterhin das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten, erklärte der Konzern. Dazu solle über neue Beschäftigungsmodelle verhandelt werden. Auch für die übrigen Töchter Brussels, Austrian und Swiss kündigte der Konzern Flugzeugstilllegungen beziehungsweise verzögerte Auslieferungen an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Zugleich wurden sämtliche Mietverträge mit anderen Fluggesellschaften gekündigt. Diese hatten im so genannten Wet-Lease auch die Besatzungen gestellt. Mit der Verkleinerung der Flotte und dem eingeleiteten Ende der Germanwings rammt die Lufthansa-Führung erste Pflöcke für die nächsten Jahre ein, die für Unternehmen und Beschäftigte äußerst hart werden könnten. Nach Einschätzung des Vorstands wird es Monate dauern, bis die weltweiten Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind, und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder das Niveau aus der Vorkrisen-Zeit erreicht. Schon bei der Bilanzvorlage am 19. März hatte Vorstandschef Carsten Spohr einschneidende Veränderungen für Branche und Konzern vorausgesagt: "Wir haben eine kleinere Lufthansa-Gruppe vor uns." Auch der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, zeigte sich am Dienstag überzeugt, dass die Airline-Branche nach der Krise nicht mehr dieselbe sein wird wie zuvor. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen sieht er 25 Millionen Arbeitsplätze in aller Welt in Gefahr - bei den Airlines selbst und in den von ihnen abhängigen Branchen wie der Touristik. In Europa wären der IATA zufolge etwa 5,6 Millionen Jobs rund um das Fluggeschäft bedroht, falls die weltweiten Reisebeschränkungen drei Monate lang anhielten. Für die rund 12 000 Beschäftigten der Lufthansa Technik AG wurde in Hamburg Kurzarbeit bis Ende August vereinbart. Um die Auswirkungen auf die Mitarbeiter möglichst gering zu halten, werde das Kurzarbeitergeld vom Unternehmen auf 90 Prozent des Nettogehalts aufgestockt, bei leitenden Mitarbeitern auf 80 Prozent. Ähnliche Regelungen würden bei den mehr als 30 internationalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften angestrebt./ceb/stw/egi/DP/nas