Discount-Zertifikat | RWE | 23,00 | 19.06.20

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Produktbeschreibung

Mit dem Discount-Zertifikat auf RWE, hat der Anleger die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Höchstpreis (Cap), an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) dem Endgültigen Aktien-Kurs, der nicht höher sein kann als ein bestimmter Höchstpreis, und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig). Der Höchstpreis wird anfänglich bestimmt und ist konstant.

Discount Zertifikate haben eine festgelegte Fälligkeit und werden am Fälligkeitstag zurückgezahlt. Die Berechnung des Rückzahlungsbetrags basiert auf einer in den Endgültigen Bedingungen angegebenen Formel. Discount Zertifikate setzen auf die Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie und basieren auf einem steigenden Aktien-Kurs.

Bei Discount-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Discount-Zertifikate gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Mit dem Discount-Zertifikat auf RWE, hat der Anleger die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Höchstpreis (Cap), an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) dem Endgültigen Aktien-Kurs, der nicht höher sein kann als ein bestimmter Höchstpreis, und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig). Der Höchstpreis wird anfänglich bestimmt und ist konstant.

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Bei Discount-Zertifikaten sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

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Nachrichten und Analysen

03.07.2020 Quelle: dpa
GESAMT-ROUNDUP: Kohle-Ausstieg ist besiegelt
BERLIN (dpa-AFX) - Der deutsche Kohle-Ausstieg ist besiegelt. Am Freitag stimmten Bundestag und Bundesrat einem Paket an Gesetzen zu, das den Fahrplan für die schrittweise Stilllegung von Kohlekraftwerken bis spätestens 2038 vorsieht und den betroffenen Regionen im Gegenzug Milliardenhilfen sichert. Die Ministerpräsidenten der Kohle-Länder Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zeigten sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zufrieden und verteidigten das Ausstiegsdatum, das gerade Umweltschützern zu spät ist. Es gehe darum, eine Volkswirtschaft am Leben zu halten "und sich nicht einen eigenen K.-o.-Schlag zu liefern", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit Blick darauf, dass die Energieversorgung gesichert werden muss. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) betonte, die Kohleregionen hätten nun die Chance, neue Strukturen aufzubauen. Doch was passiert jetzt - und wie wird das Kohle-Paket in den ostdeutschen Revierregionen gesehen? DAS PAKET: Beim Verbrennen von Kohle zur Stromgewinnung entsteht vergleichsweise viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Deswegen soll der Anteil des Kohlestroms zugunsten von Erneuerbaren Energien in Deutschland schrittweise gesenkt und die Kohlekraftwerke bis 2038 nach und nach abgeschaltet werden. Das soll ein Baustein sein, damit Deutschland seine Klimaziele erreichen könnte. Noch in diesem Jahr geht die erste Anlage in Nordrhein-Westfalen vom Netz, die acht dreckigsten Kraftwerke in den nächsten zwei Jahren. Die neueren Kraftwerke im Osten gehören zu den letzten, die abgeschaltet werden. DIE REVIERHILFEN: Gerade in den strukturschwächeren Regionen im Lausitzer Revier in Sachsen und Brandenburg sowie im Mitteldeutschen Revier im Süden Sachsen-Anhalts ist das Abbaggern und Verwerten von Kohle ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sachsen-Anhalts Regierungschef Haseloff verwies am Freitag erneut darauf, dass der Energieträger Kohle von Strom über Prozessgas bis hin zur Wärme auch eine wichtige Grundlage für die wichtigen Chemieparks in der Region sei. Um den Wegfall der Kohleförderung vor Ort zu kompensieren, sollen die betroffenen Länder vom Bund in den nächsten Jahrzehnten bis zu 40 Milliarden Euro Strukturhilfen bekommen. 26 Milliarden Euro will der Bund über eigene Projekte in der Region ausgeben. 14 Milliarden Euro bekommen die Länder, um in Eigenregie Konzepte umzusetzen. Dabei geht es sowohl um eine bessere Infrastruktur, um die Regionen für Wirtschaftsansiedlungen attraktiver zu machen, als auch um die Ansiedlung von Forschungszentren und Behörden, um neue Jobs zu schaffen. DIE PROJEKTE: Die Ost-Bundesländer haben jeweils eigene Schwerpunkte, wie der Strukturwandel gestaltet werden soll. Sachsens Regierungschef Kretschmer setzt unter anderem große Hoffnungen in neue Forschungseinrichtungen, wie die beiden geplanten Helmholtz-Zentren im Mitteldeutschen sowie im Lausitzer Revier. Wissenschaftler sollten mit den neuesten Themen kommen, die sich dort umsetzen ließen, sagte er am Freitag. Es sei bekannt, dass sich nach fünf bis zehn Jahren Effekte zeigten, etwa weil es Ausgründungen gebe oder sich im Umfeld Start-ups ansiedelten. Zudem setze er für die Lausitz auf die geplante bessere und engere Bahnanbindung an die "Bundeshauptstadt mit ihrem unglaublichen Wachstum". Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verwies unter anderem auf den anvisierten Ausbau des Bahn-Instandsetzungswerk in Cottbus, in dem 1200 weitere Industriearbeitsplätze entstehen sollen. Davon könnten auch die Kohle-Beschäftigten im nahen Tagebau Jänschwalde profitieren. Auch Cottbus soll zudem besser an Berlin angeschlossen werden. Sachsen-Anhalt will unter anderem ein neues Bio-Ökonomiezentrum für nachhaltige Chemie aufbauen sowie die Internetanbindung seiner Kohle-Region verbessern. Dabei setzt es auch auf den für die Industrie besonders interessanten und reaktionsschnellen neuen Mobilfunkstandard 5G. DIE WIRTSCHAFT: Das Echo aus der Wirtschaft in den betroffenen Revierregionen ist unterschiedlich. Die Wirtschaft in der Lausitz forderte eine schnelle Umsetzung. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative Lausitz, Klaus Aha, nannte die Verabschiedung überfällig. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg betonte, Betriebe und Bürger hätten jetzt Sicherheit. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau sind die geplanten Strukturhilfen hingegen unzureichend. Zwar werde die Infrastruktur bei Verkehr, Forschung und Digitalisierung verbessert, kommentierte IHK-Präsident Steffen Keitel. Allerdings fehle es völlig an Anreizen für Unternehmen, vorrangig in den Revierregionen zu investieren und innovativ zu sein. Auch Wirtschaftswissenschaftler stießen in diese Kerbe. Aus Sicht des Vize-Chefs des Dresdner Ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, kommen Unternehmensbeihilfen zu kurz, die durch attraktive Bedingungen Ansiedlungen und Unternehmensinvestitionen fördern könnten. "Es ist wahrscheinlich, dass die vorgesehenen Strukturhilfen die Wachstumsperspektiven insbesondere der ostdeutschen Reviere insgesamt nicht nachhaltig stärken", sagte der Vize-Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), Oliver Holtemöller. DIE REGIONEN: Sachsens Minister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt (CDU), kündigte an, bei der Auswahl künftiger Projekte eng mit den betroffenen Regionen zusammenarbeiten zu wollen. Jährlich stünden im Freistaat 176 Millionen Euro zur Verfügung. Auf sachsen-anhaltischer Seite kritisierte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), hingegen, dass die Kommunen im Revier bisher kein Mitspracherecht hatten. Er bedauerte zudem, dass es vor allem der Lausitz gelungen sei, Leuchtturmprojekte wie große Forschungseinrichtungen für sich zu gewinnen. Positiv sei dagegen die geplante deutlich bessere Bahnanbindung. DIE BETREIBER: Die Betreiber müssen nach den Beschlüssen jetzt nach und nach ihre Kraftwerke vom Netz nehmen, werden im Gegenzug aber mit mehr als vier Milliarden Euro vom Staat entschädigt. Das Lausitzer Energieunternehmen Leag stellt sich derzeit auf die Umsetzung des Kohle-Ausstiegs ein. Voraussichtlich im September solle ein Konzept vorliegen, sagte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Für die nächsten Jahre wolle man sich breiter aufstellen. Als Beispiel nannte er Projekte für Batteriespeicher und Wasserstoff-Kraftwerke. Der Kohleförderer Mibrag mit Sitz in Zeitz im Süden Sachsen-Anhalts beklagt hingegen, dass für ihn anders als für die Leag oder den Energieriesen RWE bisher keine Entschädigung für die Verkürzung der Laufzeit vorgesehen ist. Hintergrund ist, dass das Unternehmen als reines Bergbauunternehmen keine Großkraftwerke hat. "Werden die Laufzeiten wie im Gesetz vorgesehen verkürzt, führt das bei Mibrag unmittelbar zu Umsatzverlusten bei gleichzeitig höheren und früher anfallenden Kosten für die Rekultivierung", sagte der Vorsitzende der Mibrag-Geschäftsführung, Armin Eichholz, laut Mitteilung. DER FAHRPLAN: Die Grünen in den Landtagen sowie im Bundestag kritisieren den geplanten Kohle-Ausstieg bis 2038 als zu spät. Umweltverbände sehen das ähnlich. "Greenpeace wird weiter gemeinsam mit der gesamten Klimabewegung bei dieser und der nächsten Regierung für das Ende der Kohleverbrennung bis spätestens 2030 kämpfen", versprach Geschäftsführer Martin Kaiser. Ein früherer Ausstieg aus der Kohleverstromung im Jahr 2030, 2032 oder 2034 sei immer noch denkbar, wenn die Versorgungssicherheit garantiert sei, ergänzte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das komme vor allem dann in Betracht, wenn der Bau neuer Stromtrassen schneller vorangehe oder Speichermöglichkeiten Strom aus erneuerbaren Energien wettbewerbsfähiger machen. Aus Sicht anderer Kritiker, etwa Sachsen-Anhalts FDP-Chef Frank Sitta, hat die Bundesregierung mit dem politisch verordneten Kohle-Ausstieg den falschen Weg gewählt. Aus seiner Sicht wäre es klüger gewesen, auf steigende Preise für CO2-Zertifikate beim Emissionshandel zu vertrauen, der Kohlestrom mit der Zeit unattraktiver gemacht hätte. "Die Marktmechanismen sind wie sie sind", kommentierte Sachsens Regierungschef Kretschmer die Frage danach, ob genau diese steigenden CO2-Preise einen Kohle-Ausstieg vor 2038 wahrscheinlich machen. Laschet sprach von einer spekulativen Annahme. Es sei darum gegangen, für den Kohle-Ausstieg einen Prozess zu haben, der sich lenken und steuern lasse./hnl/tam/hoe/raz/jos/vr/na/DP/nas
03.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 3: Deutschland steigt bis spätestens 2038 aus der Kohle aus
(Neu: Kritik aus Kohlekommission im 7. Absatz, Reaktion Ministerpräsidenten im 8. Absatz) BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland steigt bis spätestens 2038 schrittweise aus der Kohle aus. Bundestag und Bundesrat stimmten am Freitag zwei zentralen Gesetzen zu. Sie sehen einen konkreten Fahrplan zur Stilllegung von Kohlekraftwerken und Strukturhilfen von 40 Milliarden Euro vor. Das Geld soll den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg beim Umbau ihrer Wirtschaft sowie beim Ausbau der Infrastruktur helfen. Betreiber von Kohlekraftwerken sollen Milliardenentschädigungen für die vorzeitige Stilllegung ihrer Anlagen bekommen. Vor anderthalb Jahren hatte eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission den Kohleausstieg bis spätestens 2038 vorgeschlagen. Kohlekraftwerke werden zwar ohnehin nach und nach vom Netz genommen, aber Klimaziele machen einen schnelleren Ausstieg notwendig. Eigentlich wäre erst in den späten 40er Jahren Schluss gewesen für die Kohleverstromung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete den Kohleausstieg als historisches "Generationenprojekt". Altmaier sagte im Bundestag, die Kohleverstromung werde bis spätestens 2038 rechtssicher, wirtschaftlich vernünftig und sozial verträglich beendet. "Das fossile Zeitalter in Deutschland geht mit dieser Entscheidung unwiderruflich zu Ende." Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) betonte: "Wir sind jetzt das erste Industrieland, das gleichzeitig aus Kohle und Atom aussteigt - und das auch nicht erst 2038, sondern jetzt." Der erste Block werde noch in diesem Jahr abgeschaltet, die acht dreckigsten Kraftwerke in den nächsten zwei Jahren. "Das ist wirklich etwas besonderes, das ist vor allen Dingen ein guter Tag für den Klimaschutz." Scharfe Kritik kam dagegen von Grünen und Linken. Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte, der Ausstieg komme viel zu spät. Die Bundesregierung sei an entscheidenden Stellen vom Konzept der Kohlekommission abgewichen. Ein Ausstieg sei aus Gründen des Klimaschutzes bis 2030 möglich und nötig. Das Projekt der Koalition sei "zukunftsvergessen". Der Linke-Energiepolitiker Lorenz Gösta Beutin sprach von einem "schwarzen Tag" für das Klima. Auch Mitglieder der Kohlekommission distanzierten sich von dem Gesetz. Es sei "ein Verrat an den Menschen, deren Zuhause vom Braunkohle-Abbau und der Klimakrise bedroht ist", sagte die Vertreterin der Bewohner des rheinischen Braunkohlerevieres dem SWR. Weiterhin würden Dörfern für den Kohleabbau zerstört. Die Ministerpräsidenten der Kohleländer verteidigten den Ausstiegs-Zeitplan. Er bilde das Machbare ab, sagte Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU). Es gehe darum, eine Volkswirtschaft am Leben zu erhalten und sich nicht einen "eigenen K.O.-Schlag" zuzufügen. Die Länder hoffen, dass sie mit dem Geld vom Bund neue Strukturen in den Kohleregionen schaffen können. Unter anderem sollen Behörden und Forschungseinrichtungen etwa zur Wasserstofftechnologie angesiedelt werden, um neue Jobs zu schaffen. Ein früherer Ausstieg aus der Kohleverstromung im Jahr 2030, 2032 oder 2034 sei immer noch denkbar, wenn die Versorgungssicherheit garantiert sei, ergänzte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das komme vor allem dann in Betracht, wenn der Bau neuer Stromtrassen schneller vorangehe oder Speichermöglichkeiten Strom aus erneuerbaren Energien wettbewerbsfähiger machten. Greenpeace-Aktivisten kletterten aus Protest gegen den aus ihrer Sicht zu laschen Zeitplan auf das Dach des Reichstagsgebäudes. Unter dem Schriftzug "Dem deutschen Volke" brachten sie ein großes Transparent mit der Aufschrift "Eine Zukunft ohne Kohlekraft" an. Der Kohleausstieg könne und müsse schneller gehen. In 50 Städten protestierten Gegner des Gesetzes, denen der Kohleausstieg ebenfalls nicht schnell genug geht, wie das Bündnis "Alle Dörfer bleiben" mitteilte. Die Bundesregierung hat einen schnelleren Ausstieg bereits bis 2035 nicht ausgeschlossen. Regelmäßig soll untersucht werden, ob die Reduzierung der Kohleverstromung vorgezogen werden kann. In den Jahren 2026, 2029 und 2032 will sie aber auch die Folgen des Kohleausstiegs auf die Versorgungssicherheit und die Entwicklung der Strompreise überprüfen. Der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach von einer "historische Wegmarke" - mahnte aber, die Arbeit fange nun erst richtig an./hoe/DP/nas
03.07.2020 Quelle: dpa
ROUNDUP 2: Deutschland steigt bis spätestens 2038 aus der Kohle aus
BERLIN (dpa-AFX) - Das war's mit der Kohle. Nach dem Aus für die Atomkraft legt Deutschland bis 2038 auch die Kohlekraftwerke still. Ein Wort fiel am Freitag bei den Beschlüssen in Bundestag und Bundesrat dazu immer wieder: "historisch". "Das fossile Zeitalter in Deutschland geht mit dieser Entscheidung unwiderruflich zu Ende", betonte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Doch nach Feiern war lange nicht allen zumute. Zwar sieht sich die Bundesregierung international als Vorreiter, weil Deutschland bis 2022 zugleich auf Atomstrom verzichtet. Die Kohle-Länder bekommen eine lange Übergangsphase und Milliardenhilfen für den Strukturwandel, Kraftwerksbetreiber hohe Entschädigungen. Doch Umweltverbände nutzen das Wort "historisch" anders: Der Kohleausstieg komme zu spät und bringe dem Klima zu wenig, ein "historischer Fehler". WARUM EIN SCHNELLERER KOHLEAUSSTIEG ÜBERHAUPT KOMMEN SOLL Kohlekraftwerke werden zwar ohnehin nach und nach vom Netz genommen. Eigentlich aber wäre erst in den späten 40er Jahren Schluss gewesen für die Kohleverstromung. Das wird fürs Klima nun vorgezogen. Denn wenn Braunkohle zu Strom wird, entsteht besonders viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Immer noch kommt in Deutschland viel Strom aus Kohlekraftwerken - obwohl der Ökostrom-Anteil stetig steigt. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hatte sich Anfang 2019 deshalb darauf geeinigt, dass der Ausstieg spätestens bis 2038 abgeschlossen sein soll - schon damals ging das den Umweltverbänden zu langsam. WIE DER AUSSTIEGSPFAD AUSSIEHT Die Verstromung von Kohle wird bis spätestens Ende 2038, wenn möglich schon früher schrittweise und möglichst stetig auf null reduziert. Dadurch sollen Emissionen verringert und Klimaziele erreicht werden. Das Gesetz schreibt genau vor, bis wann wie viel Gigawatt Braun- und Steinkohleverstromung reduziert werden, zu Beginn ab 2020 passiert dies vor allem im Rheinischen Revier. Im Laufe der Jahre soll immer wieder überprüft werden, ob die Stromversorgung gesichert ist und welche Folgen der Ausstieg auf die Strompreise hat - steigen sie, sind Entlastungen vorgesehen, darauf hatte die Wirtschaft gepocht. Aber reicht das fürs Klima? Umweltverbände und auch die Grünen im Bundestag sagen: Bei weitem nicht. "Greenpeace wird weiter gemeinsam mit der gesamten Klimabewegung bei dieser und der nächsten Regierung für das Ende der Kohleverbrennung bis spätestens 2030 kämpfen", versprach Geschäftsführer Martin Kaiser. Er spricht von einem "Pseudo-Kohleausstieg". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) räumte zwar mit Blick auf den Ausstiegspfad ein: "Ich weiß, dass wir Hänger haben in der Mitte der 20er Jahre." Insgesamt aber sei der Kohleausstieg ein "ganz, ganz wichtiger Schritt". Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) betonte, der erste Kraftwerksblock werde bereits in diesem Jahr abgeschaltet, die acht dreckigsten Kraftwerke in den nächsten zwei Jahren. WARUM DIE KRAFTWERKSBETREIBER DAS MITMACHEN Braunkohle-Konzerne wie RWE bekommen für das vorzeitige Abschalten von Kraftwerken Milliarden-Entschädigungen, dazu soll es einen Vertrag zwischen Bundesregierung und Unternehmen geben. Hilfen sollen auch Betreiber von Steinkohlekraftwerken bekommen. Die Koalition hatte sich auf den letzten Drücker noch auf neue milliardenschwere Förderprogramme geeinigt, um Kraftwerke umzurüsten, etwa auf Gas oder zum Einsatz von Biomasse oder Wasserstoff. Zudem sind höhere Entschädigungen für Stilllegungen vorgesehen. WELCHE HILFEN ES FÜR DIE KOHLEREGIONEN GIBT Noch immer hängen Tausende Jobs im Rheinland und in Ostdeutschland - in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier - an der Kohle. Damit Strukturbrüche vermieden werden, öffnet der Bund die Kasse: Vorgesehen sind Hilfen von insgesamt 40 Milliarden Euro, die den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg beim Umbau ihrer Wirtschaft sowie beim Ausbau der Infrastruktur helfen sollen. Die große Angst: Ganze Regionen könnten sonst wirtschaftlich abgehängt werden. Die betroffenen Länder lobten am Freitag den Ausstiegsplan. Es gehe darum, eine Volkswirtschaft am Leben zu halten "und sich nicht einen eigenen K.-o.-Schlag zu liefern", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Sein NRW-Kollege Armin Laschet (CDU) erklärte, ein früherer Ausstieg 2030, 2032 oder 2034 sei immer noch denkbar, wenn die Versorgungssicherheit garantiert sei. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) betonte, die Kohleregionen hätten nun die Chance, neue Strukturen aufzubauen. Bei den Hilfen geht es zum einen um direkte Finanzspritzen des Bundes für wichtige Investitionen der Kohle-Länder und ihrer Gemeinden von bis zu 14 Milliarden Euro. Der zweite Batzen von 26 Milliarden Euro sind zum Beispiel neue Bahnstrecken oder Straßen. Dies soll die Regionen als Standorte attraktiver machen. Außerdem sind neue Bundesbehörden oder Forschungsinstitute geplant, damit sich drum herum neue Firmen ansiedeln. Die Vision ist, dass die alten Kohleregionen "Modellregionen" für Zukunftstechnologien werden. WAS FÜR DIE ARBEITNEHMER GEPLANT IST Keiner der Kohlekumpel soll ins "Bergfreie" fallen, wie der Chef der Bergbaugewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sagt. Deswegen soll es ein eng geknüpftes Sicherheitsnetz geben, zum Beispiel mit einem milliardenschweren Anpassungsgeld für Beschäftigte ab 58 Jahren, die die Zeit bis zum Renteneintritt überbrücken müssen, sowie einem Ausgleich von Renten-Einbußen. Die große Frage aber ist: Klappt es, dass gut bezahlte Ersatz-Arbeitsplätze entstehen? WORAUF ES NOCH ANKOMMT Neben dem Gelingen des Strukturwandels kommt es aus Sicht vieler Experten nun vor allem darauf an, einen "Einstiegsplan" zu formulieren - für den derzeit stockenden Ausbau der erneuerbaren Energien aus Sonne oder Windkraft und für den Ausbau der Stromnetze, die den vor allem im Norden produzierten Windstrom in den Süden transportieren. Doch oft gibt es Widerstand gegen neue Windparks an Land oder Strommasten, deswegen will die Bundesregierung nun die Akzeptanz erhöhen. Außerdem sollen Zukunftstechnologien wie der "grüne" Wasserstoff vorangetrieben werden./hoe/DP/nas