Optionsschein | Call | Telefonica | 7,00 | 19.03.21

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  • WKN: MA0GQ5
  • ISIN: DE000MA0GQ53
  • Optionsschein

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Produktbeschreibung

Mit dem Optionsschein Call auf Telefonica hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) Endgültigem Aktien-Kurs abzüglich des Basispreises und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig).

Sollte der Endgültige Aktien-Kurs kleiner sein als der Basispreis oder diesem entsprechen, erhält der Anleger lediglich den Mindestbetrag und erleidet einen Totalverlust.

Der Basispreis wird anfänglich bestimmt und ist konstant.

Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der zugrunde liegenden Aktie am Ausübungstag.

Bei Optionsscheinen sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Optionsscheine gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

Stammdaten

Kennzahlen

Kursdaten

Produktbeschreibung

Mit dem Optionsschein Call auf Telefonica hat der Anleger die Möglichkeit überproportional an steigenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie zu partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch überproportional an fallenden Kursen der zugrunde liegenden Aktie teil.

Bei Endfälligkeit erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der dem Produkt aus (i) Endgültigem Aktien-Kurs abzüglich des Basispreises und (ii) dem Bezugsverhältnis entspricht, umgerechnet in die Währung, in der Zahlungen unter den Wertpapieren geleistet werden (falls einschlägig).

Sollte der Endgültige Aktien-Kurs kleiner sein als der Basispreis oder diesem entsprechen, erhält der Anleger lediglich den Mindestbetrag und erleidet einen Totalverlust.

Der Basispreis wird anfänglich bestimmt und ist konstant.

Bei Ausübung des ordentlichen Kündigungsrechts erfolgt die Bewertung der zugrunde liegenden Aktie am Ausübungstag.

Bei Optionsscheinen sind keine periodischen Zinszahlungen vorgesehen.

Optionsscheine gewährleisten keinen Kapitalschutz. Im Falle eines fallenden Aktien-Kurses können die Wertpapiere wertlos verfallen wodurch der Anleger einen Totalverlust erleidet.

Zertifikate, Optionsscheine und Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger trägt grundsätzlich bei Kursverlusten der Aktie sowie bei Insolvenz der Emittentin ein erhebliches Kapitalverlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Ausführliche Darstellung möglicher Risiken sowie Einzelheiten zu den Produktkonditionen sind den Angebotsunterlagen (d.h. den Endgültigen Bedingungen, dem relevanten Basisprospekt einschließlich etwaiger Nachträge dazu sowie dem Registrierungsdokument) zu entnehmen.

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Nachrichten und Analysen

23.09.2020 Quelle: dpa
WDH/UNITED INTERNET IM FOKUS: Probleme bei 1&1 - Preisschock für die Aktie
(Im 15. Absatz wurde ein Wort ergänzt.) MONTABAUR (dpa-AFX Broker) - Der Internetdienstleister und Telekomanbieter United Internet hat große Pläne. Mit dem Kauf von Mobilfunklizenzen im vergangenen Jahr machte Konzernchef und Großaktionär Ralph Dommermuth den ersten Schritt zum vierten Mobilfunknetzbetreiber im Land. Doch nun gerät die Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch (1&1, Yourfone, Smartmobil) mehr und mehr in die Zwickmühle. Was beim MDax-Konzern los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief. DAS TREIBT UNITED INTERNET UM: Knapp 1,1 Milliarden Euro hat Dommermuth im vergangenen Jahr auf den Tisch gelegt, um für das geplante eigene Netz Frequenzblöcke im Umfang von 70 MHz zu erwerben. Mit dem Aufbau eines eigenen Netzes geht die Unsicherheit darüber einher, ob sich die teuren Investitionen in eigene Sendeanlagen und Lizenzen auch auszahlen. Bisher hat United Internet kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die von Telefonica Deutschland und Vodafone. Bei Telefonica darf 1&1 Drillisch deren deutsches Netz mittlerweile zu 30 Prozent mitnutzen - das hatte die EU-Kommission den Spaniern im Zuge der E-Plus-Übernahme aufgegeben. Doch da fangen die Probleme schon an. Mit dem Sonderdeal über den sogenannten MBA-MVNO-Vertrag hatte sich die damals noch weitgehend eigenständige Drillisch zunächst günstig die Möglichkeit für starkes Wachstum verschafft - prompt schlug Dommermuth zu und übernahm die Maintaler Beteiligung mehrheitlich. Mittlerweile zieht Telefonica aber beim "Partner" die Zügel an. Im vergangenen Jahr bereits entschied ein Gutachter im Rahmen von Preisverhandlungen zur Netzmiete im Sinne der Münchener - da musste United Internet schon einmal die Prognose senken. Nun kam eine laut United Internet unerwartete Preiserhöhung hinzu, die die Preise auf dem Niveau zwischen Juli 2019 und Juni 2020 zementieren würde - für mehrere Jahre. Die darauf folgende neue Prognosesenkung schockierte die Aktionäre. United Internet und 1&1 Drillisch werfen Telefonica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes vor Abschluss laufender Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefonica weist den Vorwurf zurück und sieht die Preise durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt. Problem Nummer Eins: Haben die erhöhten Preise Bestand, dann dürfte es auch in den kommenden Jahren deutliche Gewinnrückgänge bei United Internet hageln. Problem Nummer Zwei: Die erhöhten Preise würden auch die Pläne zum Aufbau eines eigenen 5G-Netzes deutlich beeinträchtigen. Im Rahmen der Frequenzversteigerung 2019 war in den Vergabebedingungen nämlich festgelegt worden, dass die Netzbetreiber mit einem Neuling über ein sogenanntes "National Roaming" verhandeln müssen, über welches dieser deren Netz mitnutzen könnte. Ansonsten würden die Kunden des Newcomers während des eigenen Netzausbaus im Großteil der Republik ohne Empfang dastehen, sein Markteintritt wäre kaum möglich. Doch die laufenden Preise des aktuellen Vertrags mit Telefonica wären auch die Grundlage für das "National Roaming". Da die Verhandlungen mit der Deutschen Telekom und Vodafone für eine solche Vereinbarung eher schlecht laufen und 1&1 deswegen die Bundesnetzagentur mit ins Boot holen will, droht der Netzaufbau ein noch teureres Unterfangen zu werden als ohnehin schon. Die Frage unter Anlegern: Hat Dommermuth zu hoch gepokert und sich unnötigerweise in eine Zwangslage begeben, in der er von den Netzbetreibern aufgerieben zu werden droht? Grundidee der E-Plus-Übernahme durch Telefonica vor einigen Jahren war eben auch, die Zahl der Netzbetreiber von vier auf drei zu senken - Telekom und Vodafone begrüßten den neuen starken Konkurrenten folgerichtig sogar. Nun droht ein neuer Wettbewerber die Konkurrenz wieder anzustacheln. Auf der anderen Seite wird in der Branche seit längerem spekuliert, Dommermuth könne die Pläne zum Aufbau eines 5G-Netzes kurzerhand auch wieder begraben - und die ersteigerten Frequenzen einfach an die anderen Konzerne weiterverkaufen. United Internet hielt bislang in der Öffentlichkeit jedoch immer an den Netzplänen fest. DAS SAGEN ANALYSTEN: Immerhin: Der Kurssturz infolge der jüngsten schlechten Nachrichten sei enorm übertrieben, schrieb Analyst Holger Schmidt vom Bankhaus Metzler in einer Studie. Allerdings brauche die Klärung über die künftigen Vorleistungspreise bei Telefonica wohl einige Zeit. Er glaubt jedoch fest daran, dass die künftigen Preise für Sprache und Daten weiter sinken anstatt für mehrere Jahre stabil zu bleiben. Bei einem beibehaltenen Kursziel von 37 Euro votiert Schmidt nun mit "Kaufen". Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob die Aktie nun wieder auf "Kaufen", wenn auch mit leicht reduziertem Kursziel von 45 Euro. Die Preisverhandlungen bräuchten noch Zeit und auch der seit mehreren Jahren ins Auge gefasste Börsengang der Sparte mit Geschäftsanwendungen 2021 sei aktuell kein direkter Kurstreiber. Angesichts des scharfen Kursabsturzes bestehe aber die Chance für eine starke Neubewertung. Ulrich Rathe von Jefferies rechnete vor, die von Telefonica Deutschland präsentierten Vorleistungsrechnungen für Juli und August bedeuteten bei 1&1 Drillisch und United Internet jeweils einen Rückgang des operativen Ergebnisses von 25 beziehungsweise 13 Prozent. Das Geschäft von 1&1 Drillisch sei nicht bezifferbaren Risiken im juristischen Streit ausgesetzt - auch wenn der Schritt von Telefonica taktischer Natur sein könnte. Die seit der Prognosesenkung im dpa-AFX-Analyser erfassten Einschätzungen von Analystinnen und Analysten lassen nun Kurschancen bei United Internet erkennen: Vier der acht Experten raten zum "Kaufen" und vier zum "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 41 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von fast 33 Euro. SO LIEFEN DIE AKTIEN: Für Aktionäre von United Internet ist der jüngste Kursrutsch sehr schmerzhaft, waren die Titel doch auf dem Sprung, sich nach und nach vom angekündigten Schwenk im Geschäftsmodell und vom Covid-Schock zu erholen. Am ersten Handelstag nach der Prognosesenkung am Wochenende verloren die Aktien von United Internet fast 24 Prozent, diejenigen von 1&1 Drillisch fast 28 Prozent. Am Dienstag konnten sich beide Titel etwas erholen, liegen aber immer noch rund ein Fünftel beziehungsweise ein Viertel unter dem Niveau vom Freitag. Mitgründer Dommermuth gehören 42,3 Prozent der United-Internet-Aktien - der Wert seines Anteils ist damit binnen zwei Tagen um etwas mehr als 600 Millionen Euro geschrumpft. Sein Konzern ist an der Börse insgesamt aktuell mit rund 6,3 Milliarden Euro bewertet. 1&1 Drillisch ist zu gut 75 Prozent im Besitz von United Internet und bringt rund 3,2 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Im Zuge der Ankündigung, mit 1&1 Drillisch ein eigenes 5G-Netz aufbauen zu wollen, waren die Papiere von United Internet Mitte 2018 jäh vom Niveau bei fast 60 Euro abgestürzt, Mitte 2019 waren es im Anschluss an die Versteigerung der Lizenzen nur noch um die 25 Euro. Erholen konnte sich die Aktie nur zwischenzeitlich, bis die gutachterliche Entscheidung im Herbst 2019 für den nächsten Dämpfer sorgte. Im Zuge des Corona-Crashs ging es dann bis auf fast 20 Euro herunter, bevor United Internet mit dem Boom an den Tech-Börsen zügig an Höhe gewann und bald wieder Kurs über 40 Euro erreichte. Diesen Post-Corona-Aufschwung konnte die Telekom-Aktie von 1&1 Drillisch nicht in gleicher Stärke mitmachen. United Internet vereint unter dem Konzerndach neben dem Privatkundengeschäft von 1&1 Drillisch noch die Glasfasertochter 1&1 Versatel für Gewerbekunden, die Internetservices rund um die Marken Ionos und Strato sowie unter anderem auch die Privatkundenportale Web.de und GMX. Gerade infolge der Corona-Pandemie hatten Investoren weltweit beherzt bei Technologie-Aktien zugegriffen. Auch wenn das Telekomgeschäft sich in der Krise nicht nur bei 1&1 Drillisch als robust erwies, hatten die defensiv ausgerichteten Branchentitel Nachteile gegenüber ihren Cousins mit mehr Wachstumsfantasie./men/ssc/zb ----------------------- dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX -----------------------
23.09.2020 Quelle: dpa
UNITED INTERNET IM FOKUS: Probleme bei 1&1 Drillisch - Preisschock für die Aktie
MONTABAUR (dpa-AFX) - Der Internetdienstleister und Telekomanbieter United Internet hat große Pläne. Mit dem Kauf von Mobilfunklizenzen im vergangenen Jahr machte Konzernchef und Großaktionär Ralph Dommermuth den ersten Schritt zum vierten Mobilfunknetzbetreiber im Land. Doch nun gerät die Telekommunikationstochter 1&1 Drillisch (1&1, Yourfone, Smartmobil) mehr und mehr in die Zwickmühle. Was beim MDax-Konzern los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief. DAS TREIBT UNITED INTERNET UM: Knapp 1,1 Milliarden Euro hat Dommermuth im vergangenen Jahr auf den Tisch gelegt, um für das geplante eigene Netz Frequenzblöcke im Umfang von 70 MHz zu erwerben. Mit dem Aufbau eines eigenen Netzes geht die Unsicherheit darüber einher, ob sich die teuren Investitionen in eigene Sendeanlagen und Lizenzen auch auszahlen. Bisher hat United Internet kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die von Telefonica Deutschland und Vodafone. Bei Telefonica darf 1&1 Drillisch deren deutsches Netz mittlerweile zu 30 Prozent mitnutzen - das hatte die EU-Kommission den Spaniern im Zuge der E-Plus-Übernahme aufgegeben. Doch da fangen die Probleme schon an. Mit dem Sonderdeal über den sogenannten MBA-MVNO-Vertrag hatte sich die damals noch weitgehend eigenständige Drillisch zunächst günstig die Möglichkeit für starkes Wachstum verschafft - prompt schlug Dommermuth zu und übernahm die Maintaler Beteiligung mehrheitlich. Mittlerweile zieht Telefonica aber beim "Partner" die Zügel an. Im vergangenen Jahr bereits entschied ein Gutachter im Rahmen von Preisverhandlungen zur Netzmiete im Sinne der Münchener - da musste United Internet schon einmal die Prognose senken. Nun kam eine laut United Internet unerwartete Preiserhöhung hinzu, die die Preise auf dem Niveau zwischen Juli 2019 und Juni 2020 zementieren würde - für mehrere Jahre. Die darauf folgende neue Prognosesenkung schockierte die Aktionäre. United Internet und 1&1 Drillisch werfen Telefonica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes vor Abschluss laufender Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefonica weist den Vorwurf zurück und sieht die Preise durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt. Problem Nummer Eins: Haben die erhöhten Preise Bestand, dann dürfte es auch in den kommenden Jahren deutliche Gewinnrückgänge bei United Internet hageln. Problem Nummer Zwei: Die erhöhten Preise würden auch die Pläne zum Aufbau eines eigenen 5G-Netzes deutlich beeinträchtigen. Im Rahmen der Frequenzversteigerung 2019 war in den Vergabebedingungen nämlich festgelegt worden, dass die Netzbetreiber mit einem Neuling über ein sogenanntes "National Roaming" verhandeln müssen, über welches dieser deren Netz mitnutzen könnte. Ansonsten würden die Kunden des Newcomers während des eigenen Netzausbaus im Großteil der Republik ohne Empfang dastehen, sein Markteintritt wäre kaum möglich. Doch die laufenden Preise des aktuellen Vertrags mit Telefonica wären auch die Grundlage für das "National Roaming". Da die Verhandlungen mit der Deutschen Telekom und Vodafone für eine solche Vereinbarung eher schlecht laufen und 1&1 deswegen die Bundesnetzagentur mit ins Boot holen will, droht der Netzaufbau ein noch teureres Unterfangen zu werden als ohnehin schon. Die Frage unter Anlegern: Hat Dommermuth zu hoch gepokert und sich unnötigerweise in eine Zwangslage begeben, in der er von den Netzbetreibern aufgerieben zu werden droht? Grundidee der E-Plus-Übernahme durch Telefonica vor einigen Jahren war eben auch, die Zahl der Netzbetreiber von vier auf drei zu senken - Telekom und Vodafone begrüßten den neuen starken Konkurrenten folgerichtig sogar. Nun droht ein neuer Wettbewerber die Konkurrenz wieder anzustacheln. Auf der anderen Seite wird in der Branche seit längerem spekuliert, Dommermuth könne die Pläne zum Aufbau eines 5G-Netzes kurzerhand auch wieder begraben - und die ersteigerten Frequenzen einfach an die anderen Konzerne weiterverkaufen. United Internet hielt bislang in der Öffentlichkeit jedoch immer an den Netzplänen fest. DAS SAGEN ANALYSTEN: Immerhin: Der Kurssturz infolge der jüngsten schlechten Nachrichten sei enorm übertrieben, schrieb Analyst Holger Schmidt vom Bankhaus Metzler in einer Studie. Allerdings brauche die Klärung über die künftigen Vorleistungspreise bei Telefonica wohl einige Zeit. Er glaubt jedoch fest daran, dass die künftigen Preise für Sprache und Daten weiter sinken anstatt für mehrere Jahre stabil zu bleiben. Bei einem beibehaltenen Kursziel von 37 Euro votiert Schmidt nun mit "Kaufen". Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob die Aktie nun wieder auf "Kaufen", wenn auch mit leicht reduziertem Kursziel von 45 Euro. Die Preisverhandlungen bräuchten noch Zeit und auch der seit mehreren Jahren ins Auge gefasste Börsengang der Sparte mit Geschäftsanwendungen 2021 sei aktuell kein direkter Kurstreiber. Angesichts des scharfen Kursabsturzes bestehe aber die Chance für eine starke Neubewertung. Ulrich Rathe von Jefferies rechnete vor, die von Telefonica Deutschland präsentierten Vorleistungsrechnungen für Juli und August bedeuteten bei 1&1 Drillisch und United Internet jeweils einen Rückgang des operativen Ergebnisses von 25 beziehungsweise 13 Prozent. Das Geschäft von 1&1 Drillisch sei nicht bezifferbaren Risiken im juristischen Streit ausgesetzt - auch wenn der Schritt von Telefonica taktischer Natur sein könnte. Die seit der Prognosesenkung im dpa-AFX-Analyser erfassten Einschätzungen von Analystinnen und Analysten lassen nun Kurschancen bei United Internet erkennen: Vier der acht Experten raten zum "Kaufen" und vier zum "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 41 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von fast 33 Euro. SO LIEFEN DIE AKTIEN: Für Aktionäre von United Internet ist der jüngste Kursrutsch sehr schmerzhaft, waren die Titel doch auf dem Sprung, sich nach und nach vom angekündigten Schwenk im Geschäftsmodell und vom Covid-Schock zu erholen. Am ersten Handelstag nach der Prognosesenkung am Wochenende verloren die Aktien von United Internet fast 24 Prozent, diejenigen von 1&1 Drillisch fast 28 Prozent. Am Dienstag konnten sich beide Titel etwas erholen, liegen aber immer noch rund ein Fünftel beziehungsweise ein Viertel unter dem Niveau vom Freitag. Mitgründer Dommermuth gehören 42,3 Prozent der United-Internet-Aktien - der Wert seines Anteils ist damit binnen zwei Tagen um etwas mehr als 600 Millionen Euro. Sein Konzern ist an der Börse insgesamt aktuell mit rund 6,3 Milliarden Euro bewertet. 1&1 Drillisch ist zu gut 75 Prozent im Besitz von United Internet und bringt rund 3,2 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Im Zuge der Ankündigung, mit 1&1 Drillisch ein eigenes 5G-Netz aufbauen zu wollen, waren die Papiere von United Internet Mitte 2018 jäh vom Niveau bei fast 60 Euro abgestürzt, Mitte 2019 waren es im Anschluss an die Versteigerung der Lizenzen nur noch um die 25 Euro. Erholen konnte sich die Aktie nur zwischenzeitlich, bis die gutachterliche Entscheidung im Herbst 2019 für den nächsten Dämpfer sorgte. Im Zuge des Corona-Crashs ging es dann bis auf fast 20 Euro herunter, bevor United Internet mit dem Boom an den Tech-Börsen zügig an Höhe gewann und bald wieder Kurs über 40 Euro erreichte. Diesen Post-Corona-Aufschwung konnte die Telekom-Aktie von 1&1 Drillisch nicht in gleicher Stärke mitmachen. United Internet vereint unter dem Konzerndach neben dem Privatkundengeschäft von 1&1 Drillisch noch die Glasfasertochter 1&1 Versatel für Gewerbekunden, die Internetservices rund um die Marken Ionos und Strato sowie unter anderem auch die Privatkundenportale Web.de und GMX. Gerade infolge der Corona-Pandemie hatten Investoren weltweit beherzt bei Technologie-Aktien zugegriffen. Auch wenn das Telekomgeschäft sich in der Krise nicht nur bei 1&1 Drillisch als robust erwies, hatten die defensiv ausgerichteten Branchentitel Nachteile gegenüber ihren Cousins mit mehr Wachstumsfantasie./men/ssc/zb
21.09.2020 Quelle: dpa
AKTIEN IM FOKUS 2: Streit mit Telefonica - United Internet und 1&1 brechen ein
(Kurse, Analysten und mehr Details) FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der eskalierende Preisstreit mit dem spanischen Telefonica-Konzern hat den Aktionären von United Internet und 1&1 Drillisch am Montag einen mächtigen Schlag versetzt. Beide Aktien brachen ein, im Falle von United um fast ein Viertel und im Falle von 1&1 sogar um 27 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass beide ihre Ziele für dieses Jahr wegen steigender Zugangskosten im O2-Netz kürzen müssen. United Internet erwartet beim operativen Gewinn (Ebitda) im laufenden Jahr einen Rückgang statt des bislang in Aussicht gestellten Ergebnisses auf Vorjahresniveau. Ähnliches gilt für die dafür verantwortliche Mobilfunktochter 1&1 Drillisch, deren Ebitda mit etwa 600 Millionen Euro jetzt ebenfalls unter Vorjahresniveau sinken soll. United fürchtet nun auch erhebliche Belastungen in den Folgejahren, sollte Telefonica die nun geforderten Preise dauerhaft anwenden. Beide Seiten streiten schon länger über die Preise für die Bereitstellung von Mobilfunkkapazitäten im O2-Netz von Telefonica. Für die Aktionäre droht dies ein Schrecken ohne Ende zu werden, eine Lösung ist nicht in Sicht. 1&1 und United werfen den Spaniern vor, die Kosten vor Abschluss der laufenden Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefonica Deutschland weist den Vorwurf zurück und sieht die Preiserhöhung durch Verträge und Vereinbarungen gedeckt. Händler zeigten sich in ersten Reaktionen verwundert, weil es als Ursache für die Zielsenkungen um Preiserhöhungen seit Juli geht, beide Konzerne aber erst im August ihre Jahresziele konkretisiert hatten. Ein Börsianer wertete das Geschehen als Beweis für die Anspannung, unter der beide Seiten in einem "offensichtlich eskalierenden Preiskrieg" stünden. Analysten reagierten teils erschrocken, zeigen sich in anderen Fällen aber auch nicht überrascht vom Geschehen. Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies etwa sah sich in einem ersten Kommentar in seiner skeptischen Einschätzung der Lage bestätigt, die ihn Ende 2019 zur Abstufung der Papiere bewog. Der Preisdisput bedeute ein unkalkulierbares Risiko für das Geschäftsmodell von 1&1 Drillisch, so Rathe. Das Bankhaus Metzler gab unter den Umständen nun aber seine bisherige Kaufempfehlung für die United-Papiere auf. Hier fürchtet Holger Schmidt, dass eine Einigung ausbleibt und die Preise zukünftig die Profitabilität beeinträchtigen werden - und die Markterwartung für 2021 um etwa 10 Prozent sinken muss. Er sprach von einer weiteren negativen und nicht willkommenen Überraschung. Statt nach mehr Kooperation sehe es nach verschärfter Rivalität aus. Kursmäßig waren sich die Analysten im Grunde alle einig, dass die derzeitige Lage bei United und 1&1 vorerst die Aktien belasten dürfte. Auf der anderen Seite empfanden sie das Geschehen als eher positiv für die Papiere von Telefonica Deutschland, die am Montag aber mit dem abgerutschten Gesamtmarkt im MDax um 3,5 Prozent fielen. Laut Andrew Lee von Goldman Sachs sinken bei der Telefonica-Tochter die kurzfristigen Risiken für die margenträchtigen Großhandelsumsätze. Vereinzelt äußern sich Experte aber auch ermutigend. Laut Usman Ghazi von der Privatbank Berenberg sei "die Realität nicht so schlecht, wie sie aussieht". In Gesprächen sei ihm von allen Beteiligten signalisiert worden, dass die Verhandlungen weiter gehen. Möglich sei also, dass die Zielaussagen zumindest teilweise wieder rückgängig gemacht werden, sofern der unter Druck stehende 1&1-Konzern nicht weiter eine harte Haltung einnehme. Ein Händler sah in deutlichen Kursrücksetzern denn auch eine gute Kaufgelegenheit für die United- und 1&1-Aktien. United hatten sich nach dem Corona-Crash, der im März ein Tief seit 2013 zur Folge hatte, zuletzt mühsam auf das höchste Niveau seit fast zwei Jahren vorgearbeitet. Bei 1&1 reichte es im August immerhin für ein Hoch seit Oktober 2019. Der Kursrutsch an diesem Montag hat nun weite Teile der Erholung mit einem Schlag ausgelöscht./tih/la/jha/ ----------------------- dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX -----------------------
15.09.2020 Quelle: dpa
EuGH: Bestimmte Handytarife mit 'Zero-Rating' verstoßen gegen EU-Recht
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Handytarife, bei denen bestimmte Dienste etwa für Musik-Streaming nicht auf das Datenvolumen des Kunden angerechnet werden, verstoßen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Recht. Die Anbieter dürften bestimmte Anwendungen nicht bevorzugt behandeln, die Nutzung der übrigen Dienste nach Verbrauch des Datenvolumens hingegen blockieren oder verlangsamen, befanden die Luxemburger Richter am Dienstag (Rechtssachen C-807/18 und C-39/19). Dies verstoße gegen den Grundsatz der Netzneutralität, wonach alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen. Hintergrund ist ein Fall in Ungarn, ähnliche Tarife werden aber auch in Deutschland angeboten, etwa von der Deutschen Telekom ("StreamOn") oder Vodafone (Video-Pass, Music-Pass). Verbraucherschützer hatten dies bereits kritisiert. Konkret geht es um Tarife mit einem begrenzten Internet-Datenvolumen. Ist dieses Volumen verbraucht, wird der weitere Datenverkehr verlangsamt oder blockiert. Der Datenverkehr bestimmter Dienste wie Video- oder Musikstreaming-Apps wird nicht auf das Volumen angerechnet und ist auch nicht von der Verlangsamung betroffen. Die Luxemburger Richter argumentierten nun, dass solche Tarife die Rechte der Nutzer erheblich einschränken könnten. Sie könnten unter anderem dazu beitragen, dass die Nutzung der bevorzugt behandelten Anwendungen erhöht und der anderen Anwendungen verringert werde./wim/DP/men