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13.07.2019 Quelle: dpa
INTERVIEW/Innogy-Tochter Belectric sieht Zeit für Solarboom gekommen
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Solarenergie ist auf dem Vormarsch. Ein Stück vom Kuchen will sich das im unterfränkischen Kolitzheim beheimatete Solarunternehmen Belectric sichern, eine Tochter des vor der Zerschlagung stehenden Energiekonzerns Innogy. "Der Solarmarkt wird in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen", ist sich Belectric Chef Ingo Alphéus im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX sicher. Dabei hofft Alphéus auch auf Investitionen durch den künftigen Eigentümer RWE - dort wird das Geschäft mit erneuerbaren Energien nach dem großangelegten Geschäftetausch mit Konkurrent Eon angesiedelt sein. Der Manager sieht die Branche derzeit an einem "Wendepunkt". Untermauert wird dies durch eine aktuelle Studie der Expertengruppe PV Market Alliance, derzufolge sich der weltweite Markt in den kommenden fünf Jahren verdoppeln dürfte. Demnach könnte die jährlich neu installierte Leistung der Anlagen 2022 auf 180 bis 200 Gigawatt steigen, nach 98 Gigawatt 2018. Dabei hofft Alphéus auch auf Schützenhilfe durch die künftige Konzernmutter RWE, die im Rahmen des vereinbarten Tauschs künftig das Geschäft mit erneuerbaren Energien von Innogy und Eon übernehmen soll. Der Essener Versorger hat schon Milliardeninvestitionen in das neue Geschäft angekündigt. 1,5 Milliarden Euro wollen die Essener jährlich in den Ausbau der Erneuerbaren stecken. "Ich könnte mir vorstellen, dass von den geplanten RWE-Investitionen ein stetig wachsender Teil in Solarprojekte fließen wird", zeigt sich Alphéus zuversichtlich. Der Manager kennt RWE noch gut aus früheren Tagen: Vor seinem Posten bei Belectric verantwortete er die Ausgliederung Innogys von RWE sowie den Börsengang 2016. Nach der Transaktion wird er Belectric-Chef bleiben. Dem Unternehmen spielt bei seinen Wachstumsplänen die Energiewende in die Hände. In Europa wollen sich Länder wie Frankreich, die Niederlande sowie Deutschland aus der Kohleverstromung zurückziehen und im Gegenzug die erneuerbaren Energien ausbauen. Länder wie China, Indien, USA oder Australien bauen großflächige Solarparks. Aber auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine Rolle, so sind Alphéus zufolge etwa die Kosten für Module um mehr als 80 Prozent gesunken. "Wir sehen zur Zeit zum Beispiel in Asien und den USA, dass Neubauprojekte von Steinkohle- und Gaskraftwerken zugunsten von Solarprojekten abgesagt werden, sagt der Manager. "Das machen Kunden nicht alleine aus Umweltschutz- oder Imagegründen, sondern auch, weil es sich erstmals rechnen kann." Viele Jahre sei Solarstrom aus Sicht von Verbrauchern und Politik zu teuer gewesen. Jetzt hält Alphéus die Fotovoltaik auch ohne Förderung für wettbewerbsfähig. Und zwar nicht nur gegenüber konventionellem Strom, sondern auch im Vergleich zu Windstrom. "Und das zeigt sich auch im Wachstum." So will Belectric in diesem Jahr erstmals Anlagen mit einem Volumen von bis zu einem Gigawatt bauen. Im Vorjahr erreichte das Unternehmen noch ungefähr die Hälfte. Davon errichtet Belectric etwa die Hälfte für die Mutter Innogy, den Rest für Dritte. Das soll dem Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatzschub bringen. "Wir planen für 2019 mit einem Umsatzwachstum im hohen zweistelligen Bereich", prognostiziert der Unternehmenschef. Im Jahr zuvor erzielte Belectric 231 Millionen Euro. Damit ist der Solaranlagenbauer aber ein kleines Rädchen im Innogy-Getriebe, der Konzern kam 2018 auf einen Umsatz von knapp 37 Milliarden Euro, davon stammten knapp 970 Millionen Außenumsatz aus dem Geschäft mit erneuerbaren Energien. Allerdings ist der Anlagenbau ein volatiles Geschäft, weshalb Alphéus auch vermehrt auf Dienstleistungen setzt, die bessere Margen versprechen. "Wir wachsen da stark." Bei einem aktuellen Volumen der Betriebsführungs- und Wartungsverträge in Höhe von 1,7 Gigawatt sei mit einem Wachstum von rund einem Gigawatt bis Ende nächsten Jahres zu rechnen. "Der Grund dafür sind Aufträge von Innogy, aber auch von Drittkunden. Das liefert stabile Cash Flows". Dagegen gebe es im Anlagenbau keine Garantie für konstante Projektvolumina. Um dort auch mit eventuell deutlich weniger Auftragsvolumen profitabel zu sein, habe Belectric ein Programm zur Effizienzsteigerung gestartet. "Damit senken wir Kosten, verschlanken die Durchlaufprozesse und verstärken den internationalen Einkauf." Denn Belectric selbst stellt keine Solarmodule her, sondern kauft diese ein. Auch den Bau überlässt die Firma Subunternehmen. 750 Menschen arbeiten für Belectric, das sich auf die Projektentwicklung sowie den späteren Betrieb konzentriert. Den überwiegenden Teil seines Geschäfts macht Belectric dabei im Ausland. So ist Indien ein Schlüsselmarkt für das Unternehmen, auch Australien ist für das Unternehmen attraktiv: Hier erhielt Belectric im vergangenen Jahr den Zuschlag für den Bau und den Betrieb für das bis dahin größte Solarkraftwerk des Landes mit einer Leistung von 349 Megawatt. Deutschland fällt dagegen ab. Nur etwa rund ein Zehntel des Umsatzes wird Belectric in diesem Jahr in seinem Heimatmarkt machen. Hintergrund sind Förderdeckel für größere Anlagen sowie scharfe Vorgaben für den Bau von Solaranlagen auf freier Fläche. Dennoch sieht Alphéus den Markt als lohnend an und will die Projektentwicklung deutlich ausbauen. "Wir sind hier profitabel unterwegs und wir sehen auch Wachstum. Aber die Anlagengrößen sind hier meistens deutlich kleiner als in unseren Auslandsmärkten." So gewann Belectric zuletzt Projekte über 3 und 15 Megawatt in einer Ausschreibung. "Die engen Größen- und Flächenbeschränkungen erhöhen die Kosten, und die Anzahl der Projekte wird geringer", moniert Alphéus. Die Zielsetzung der Bundesregierung, bis 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent zu steigern, erreiche man mit solchen Einschränkungen nicht. Zwar glaubt der Belectric-Lenker, dass das Problem von vielen in der Politik erkannt sei, jedoch würde dies von den einzelnen Bundesländern unterschiedlich aufgefasst. Dabei könne die Solarbranche ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine bezahlbare Energiewende werden. "Wenn man sie lässt."/nas/tav/mis
12.07.2019 Quelle: dpa
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Kurse sind nicht mehr zu bremsen
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Kette immer neuer Börsenrekorde in den USA ist auch am letzten Handelstag der Woche nicht abgerissen. Die Aussicht auf sinkende Zinsen bei einer gleichzeitig soliden Konjunktur trieb Anleger am Freitag erneut in Aktien. Sowohl der Dow Jones Industrial als auch der breit gefasste S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 erklommen Höchstkurse. Der Dow rückte um 0,90 Prozent auf 27 332,03 Punkte vor. Auf Wochensicht verbuchte der Dow ein Plus von 1,5 Prozent. Seit Jahresbeginn sind es bereits gut 17 Prozent. Die Hürde von 27 000 Zählern, die sich im Oktober vergangenen Jahres noch als zu hoch erwiesen hatte, hatte der Dow schon am Donnerstag hinter sich gelassen. Börsianer führten auch die Gewinne vor dem Wochenende auf die jüngsten Aussagen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell vor Parlamentariern zurück. Dieser hatte die konjunkturellen Risiken betont und gleichzeitig auf eine verhaltene Inflation verwiesen - und somit die Tür für Zinssenkungen offen gelassen. "Aus Investorensicht hat er den Auftritt mit Bravour bestanden", sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Mit seinen Einschätzungen habe Powell den Anlegern "genau das gegeben, was sie haben wollten". Der S&P 500 kletterte am Freitag um 0,46 Prozent auf 3013,77 Punkte und schloss damit erstmals über der 3000er Marke. Der Nasdaq 100 stieg um 0,59 Prozent auf 7943,24 Zähler. Die jüngsten Rekorde müssen noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: "Für einen Bärenmarkt nach einem neuen Allzeithoch brauchte es in den letzten fünfzig Jahren entweder eine Rezession innerhalb des nächsten Jahres oder eine deutliche Überbewertung von Aktien gegenüber Anleihen", sagte Anlagestratege Maximilian Kunkel von der Bank UBS. Die realen Zinsen und die Verfassung des US-Verbrauchers deuteten aber nicht auf eine baldige Rezession hin. Und Aktien seien im Vergleich zu Anleihen weiterhin günstig bewertet. Auffällig waren die erneuten Kursverluste im Pharmasektor. Papiere von Branchengrößen wie Merck & Co, Pfizer, Abbott Laboratories und Eli Lilly verloren zwischen 1,4 und 2,1 Prozent. Die Branche hatte schon am Vortag unter Verkaufsdruck gelitten. Experten zufolge könnte sich in den USA der politische Streit um die Medikamentenpreise im zweiten Halbjahr verschärfen, nachdem das Weiße Haus am Vortag einen Plan zur Abschaffung von Preisnachlässen für Medikamente fallen gelassen hatte. Nun könnte der Kongress auf niedrigere Barrieren für den Markteintritt generischer Produkte drängen, sagten Beobachter. Diese würden den etablierten, profitablen Medikamenten großer Pharmakonzerne Konkurrenz machen. Aktien von Johnson & Johnson rutschten um 4,2 Prozent ab. Auslöser der Verluste war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dem zufolge das US-Justizministerium gegen den Pharmazie- und Konsumgüterproduzenten wegen verunreinigten Babypulvers ermittelt. Enttäuscht reagierten Anleger beim weltgrößten Bierbrauer AB Inbev. Dieser sagte den geplanten Börsengang des asiatisch-pazifischen Geschäfts ab. Der Aktienkurs verlor 3 Prozent. AB Inbev verwies unter anderem auf das herrschende Marktumfeld. Analysten hatten einen Börsengang favorisiert, hätte der Brauer von Budweiser und Beck‘s mit den Einnahmen doch den gewaltigen Schuldenberg etwas abtragen können. Facebook-Aktien stiegen im späten Handel um 1,8 Prozent. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat die Aufsichtsbehörde FTC gegen das Unternehmen wegen gravierender Verstöße gegen den Datenschutz eine Strafe von rund 5 Milliarden Dollar verhängt. Facebook hatte bereits Rückstellungen für eine Strafzahlung gebildet. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen der FTC gegen Facebook durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Aktien des Gentechnik-Spezialisten Illumina brachen um mehr als 16 Prozent ein. Das Unternehmen hatte die Prognose für das Umsatzwachstum in diesem Jahr mehr als halbiert. Der Eurokurs legte im späten US-Devisenhandel leicht zu, die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,1270 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1253 (Donnerstag: 1,1285) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8887 (0,8861) Euro gekostet. Am Bondmarkt holten die Kurse Vortagesverluste wieder auf. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen um 6/32 Punkte auf 102 9/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,11 Prozent./bek/he --- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---